Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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Vittorio Lazaridis

Vittorio Lazaridis

Leiter der Abteilung Schule und Bildung im Regierungspräsidium Karlsruhe
Jahrgang 1968

Persönliches

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele interessiert’s?

Geboren wurde ich in Zürich, meine Mutter stammte aus Neapel in Italien, mein Vater aus Thessaloniki in Griechenland. Ich bin verheiratet, habe drei Kinder, meine Staatsangehörigkeit ist italienisch.

Die Familie immigrierte 1970 nach Deutschland, um die Chance zu ergreifen, einer selbstständigen Tätigkeit nachzugehen (Gastronomie). Unser Wohnsitz war zunächst in Esslingen, danach sind wir nach Stuttgart-Untertürkheim umgezogen.

1974 besuchte ich die Wilhelmschule in Untertürkheim, von 1978 bis 1987 das Wirtemberg-Gymnasium. Im Gymnasium war sicher die Begegnung mit meinem Deutschlehrer Winfried Hermann prägend, der heute Grüner Verkehrsminister ist.

Im Anschluss an die Schule folgte ein sechsmonatiger Auslandsaufenthalt in den USA. Tätigkeit als Assistant-Teacher und Fußballtrainer an der Burr & Burton Seminary High School (Privatschule in Manchester/Vermont).

Nach dem Auslandsaufenthalt habe ich Politikwissenschaften, Amerikanistik und Pädagogik zunächst an der Universität Mannheim, später an der Universität Stuttgart studiert.

Nachdem meine Mutter verstorben war, übernahm ich den elterlichen Betrieb von 1994 – 1997, das heißt, ich war drei Jahre lang selbstständig in der Gastronomie tätig. Daraufhin Studium der Sonderpädagogik an der PH Reutlingen und Uni Tübingen mit anschließendem Referendariat und Ausbildung zum Sonderschullehrer.

Danach arbeitete ich als Lehrer an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (Schule für Erziehungshilfe), Außenstelle Esslingen, und ab September 2003 war ich Sonderschulrektor an der Berger Schule.

Politisches

Wünsche für ein Kind in Stuttgart

Wenn ein Kind in Stuttgart auf die Welt kommt, dann wünsche ich mir, dass es keine feinstaubverseuchte Luft einatmen muss, egal wo es wohnt. Wenn das Kind älter wird, dann wünsche ich mir, dass die Eltern die Möglichkeit haben, das Kind in eine nahe gelegene Kita bzw. einen wohnortnahen Kindergarten zu geben.

Ich wünsche mir vor allem auch, dass alle Kinder von hervorragend ausgebildeten und hoch motivierten Menschen betreut werden und dass alle Mitarbeiter endlich das an Gehalt bekommen, was ihnen zusteht.
Später wünsche ich mir für das Kind eine Schule, in der nicht die armen Kinder von den reichen Kindern getrennt werden. Lieber wünsche ich mir für das Kind eine Schule, in der alle Kinder, auch behinderte, so lange wie möglich miteinander und voneinander lernen. Ich wünsche mir Schulen, in denen es nicht durch undichte Dächer hineinregnet.

Ich wünsche mir für alle Kinder eine Schule, die den Ansprüchen an ein “Haus des Lebens und Lernens”, wie es Harmut von Hentig formuliert hat, wirklich gerecht wird. Dies muss ein Ort sein, in dem Kinder nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, sondern ein Ort, an dem Kunst, Sport und politische Kultur eine Rolle spielen – und das nicht erst im Gymnasium, sondern von der ersten Klasse an. Eine solche Schule kann nur eine Ganztagesschule sein.

Wenn das Kind noch älter wird, dann wünsche ich mir, dass es als junger Erwachsener eine Chance auf eine berufliche Perspektive besitzt. Dies muss in einer ökonomischen Landschaft passieren, die die Lehren aus der aktuellen Krise gezogen hat und in der Ökonomie sich an der Ökologie orientiert und nicht umgekehrt.

Zum Abschluss noch ein persönlicher Herzenswunsch: Es wäre schön, wenn viele Kinder aus Migrantenfamilien es schaffen, gesellschaftliche Schlüsselpositionen einzunehmen. Dies müsste in einer Stadt wie Stuttgart, die ohne eingewanderte Menschen ein Altenheim wäre, eigentlich völlig normal sein.

Aber der Wunschzettel ist natürlich Programm und mit vielen Mitstreitern gemeinsam möchte ich mich mit aller Kraft für ein ökologisches, sozial gerechtes und internationales Stuttgart einsetzen.

Aktuelles

Bildung in Stuttgart ist grün!

Die Grünen setzten sich aktiv im Stuttgarter Rathaus für nachhaltige Bildung ein. Eine Tatsache, die sich in den von der ökosozialen Mehrheit dominierten Haushaltsplanberatungen widerspiegelte. Trotz schwierigster Haushaltslage ist es uns gelungen ein solides Sanierungspaket für die Schulen auf den Weg zu bringen. Das ist bitter nötig. Wer mit offenen Augen durch die Schulen unserer Stadt läuft, sieht an allen Ecken und Enden den desaströsen Zustand der Bauten. Ein Ergebnis der jahrelangen falschen Sparpolitik der alten Mehrheiten.
Doch mit der Investition in Beton ist es uns nicht genug: Wir investieren außerdem in die Verbesserung der Rahmenbedingungen der schulischen Arbeit. Endlich wird es mehr Stellen für Schulsekretariate geben, die Betreuung von Kindern mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung wird deutlich verbessert, sowie die Schulsozialarbeit an Förderschulen eingerichtet.
Die Umsetzung eines weiteren grünen Ziels kann man im Moment in der Stadt beobachten. Die Schulhöfe in den Innenstädten werden auch außerhalb der Schulzeiten in Spielflächen für Kinder umgewandelt. Auch dieses Projekt war mit zahlreichen Sanierungen verbunden.
Trotz dieser sinnvollen Investitionen in die nachhaltige Bildung unserer Kinder, wollten die ehemaligen Mehrheiten dem Haushalt nicht zustimmen. Eigene Akzente konnten sie im Bereich Bildungspolitik aber auch nicht setzten. So blieb es bei der Verweigerungshaltung gegenüber Schulsanierungen und sonstigen Investitionen in die Bildung. Eine zukunftsorientierte Politik sieht anders aus.
Heute und in Zukunft werden die Grünen mit Kompetenz und Gestaltungswillen in der Bildungspolitik Akzente setzen. Mitstreiter sind immer willkommen, denn es geht um die Zukunft unserer Kinder!

Was mich gerade umtreibt

Zurzeit bin ich in folgenden Arbeitsbereichen tätig:

Mitglied im Landesvorstand von LERNEN FÖRDERN

Mitglied im Verband Deutscher Sonderschullehrer (VDS)

Arbeitskreis Migration und Behinderung (Stadt Stuttgart)

Arbeitskreis Migranten machen Schule (Stadt Stuttgart)

Der Arbeitskreis “Migranten machen Schule!“ ist ein Projekt der Stabsabteilung Integrationspolitik der Stadt Stuttgart. Junge Menschen mit Migrationshintergrund sollen für den Lehrerberuf begeistert werden. Meine Kollegen und ich, alles praktizierende Lehrer mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln, können hier als Vorbild voran gehen.

Lesen Sie mehr zu meiner Arbeit und meinem Verständnis für was ein Lehrer in der heutigen Bildungslandschaft einsteht.

Migranten machen Schule! Thesen zur Sache

Chancen muss man auch ergreifen können!

Stadtteil

Ich bin Stuttgarter mit Leib und Seele

Gerade ich als Mensch mit Einwanderungsgeschichte habe ein besonderes Heimatgefühl. Aufgewachsen bin ich in Stuttgart-Untertürkheim und habe dort noch viele Freunde und Bekannte. Danach habe ich lange in Stuttgart-Ost gewohnt, jetzt lebe ich mittlerweile schon fünf Jahre in Stuttgart-Wangen.

Klar ist, dass ich mich den Neckarvororten stark verbunden fühle. Hier schlägt das industrielle Herz dieser Stadt, das durch “den Daimler” einerseits und den Neckarhafen andererseits geprägt ist. Die Menschen, die hier leben, sind keine Schickimickis, sondern geradeaus und herzlich, darunter natürlich viele Menschen mit Migrationshintergrund. Ob in Wangen, Untertürkheim, Obertürkheim oder Hedelfingen, überall stellt sich die gleiche Frage: Wie kann man Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden? Konkret bedeutet dies, dass wir auf eine saubere Luft achten, die Grünflächen schützen und erweitern müssen und die Wangener Höhe nicht durch weitere Bebauung zerstören dürfen.

Natürlich liegt mir auch der Stuttgarter Osten sehr am Herzen, da ich dort lange gelebt habe und mein Arbeitsschwerpunkt hier liegt. Der Stuttgarter Osten ist ein internationaler Stadtteil. Dies spürt man nicht zuletzt, wenn man sich auf die Reise durch die „Lange Ostnacht“ macht. Kulturelle Vielfalt erhalten und ausbauen, sowie dafür zu sorgen, dass es mehr Grün- und Spielflächen für Kinder gibt, sind kurzfristige Ziele, die es zu realisieren gilt. Mein Ziel ist es, den ehemals roten Osten in einen grünen zu verwandeln.

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