Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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17.04.2018

Die Zukunft des Stuttgarter Waldes im Blick

Einberufung eines Beirats „Stuttgart und sein Wald“, um gemeinsame Wege zu finden

Unsere Stuttgarter Wälder sind für viele Tier- und Pflanzenarten ein sehr bedeutsamer Lebensraum. Auch für uns Menschen – im hochverdichteten Ballungsraum – sind sie für die Naherholung von unschätzbarem Wert. Gerade in Zeiten von hohen Luftschadstoffbelastungen und zunehmendem Wärmestress kann der Aufenthalt im Wald gesundheitsförderlich sein oder einfach guttun. Deshalb wollen viele Bürgerinnen und Bürger einen achtsamen Umgang mit dem siedlungsnahen, kostbaren Naturgut „Wald“.
Als Grüne stehen wir zu den Prinzipien der multifunktionalen naturnahen Forstwirtschaft. Dazu gehört, dass die Strukturen und die Holzmenge in unseren Wäldern nachhaltig erhalten bleiben, wir verschiedene Waldtypen und einen abwechslungsreichen Erholungswald vorfinden. Auch für die Sicherheit der BürgerInnen wird gesorgt. Bei den Anforderungen an den Natur- und Umweltschutz sowie bei den von uns Grünen angeregten Themen: Alt- und Totholzkonzept, Waldrefugien, geschützte Habitate oder die ökologische und soziale FSC-Zertifizierung sehen wir das Forstamt auf dem richtigen Weg. Um im Bereich der Biodiversität noch beispielhaftere Waldwirtschaft zu betreiben, ist ein Gesamtkonzept zum Artenschutz und eine fortlaufende und kleinteilige Abstimmung zwischen Umwelt- und Forstamt sinnvoll. Auch die Organisation und Durchführung von gezielten Weiterbildungen für Fachkräfte wäre wünschenswert. Für diesen Optimierungsprozess, scheint die Kapazität im Forstamt heute jedoch nicht vorhanden zu sein.
Viele Bürgerinnen und Bürger in Stuttgart nehmen jedoch die Holzeinschläge regelmäßig als unverhältnismäßig wahr. Gleichzeitig schätzen viele den ökologisch wertvollen Rohstoff Holz. Der Gemeinderat hat die Erholungsfunktionen und die Naturschutzfunktionen des Stuttgarter Waldes bereits weit über die wirtschaftliche Nutzung gestellt, wir konstatieren dennoch, dass manche Bürgerinnen und Bürger dies anders einschätzen.

Die forstliche Praxis und die Durchführenden vor Ort geraten zunehmend unter Druck. Der Bedarf an einer besseren Information und Kommunikation seitens des Forstamtes wird sichtbar. Hier sehen wir dringenden Optimierungsbedarf.

Wir beantragen:

Die Einrichtung eines öffentlich tagenden Beirates “Stuttgart und sein Wald” mit dem Ziel, die aktuelle forstwirtschaftliche Praxis zu erläutern, gegebenenfalls zu reflektieren und zu ändern. Dem Beirat sollen u.a. neben Vertretern des Forst- und Umweltamtes Vertreter von Naturschutzverbänden, Waldinitiativen und sachkundige Bürger angehören.

Wir fragen,

1. Nach einem Bericht, in dem die Herausforderungen, die die Neuorganisation der Forstverwaltung mit sich bringt, dargestellt werden.
2. Welche Erkenntnisse hat die Rückmeldung zum Managementplan zu den FFH-Gebieten ergeben und wie werden diese umgesetzt?
3. Wie wird die forstliche Praxis in Bezug auf die Klimaerwärmung angepasst?
4. Wie soll das aktuell vorgestellte Artenschutzkonzept der Stadt Stuttgart im Wald umgesetzt werden?

Ferner fragen wir zur zukünftigen Ausrichtung:

1. Was könnte ein Waldökologe bzw. eine Waldökologin für eine noch ökologischere Waldbewirtschaftung leisten?
2. Wie viel Kapazität hat das Forstamt, um seine Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern und was wäre nötig, um zielgerichtet und regelmäßig mit BürgerInnen und der Presse zu kommunizieren?

Diese Fragen könnten beispielhaft im oben beantragten neuen Beirat “Stuttgart und sein Wald” behandelt werden.

Clarissa Seitz, Anna Deparnay-Grunenberg

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