Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Fraktion vor Ort in Untertürkheim

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In Untertürkheim hat ein Trading-Down-Prozess eingesetzt. Der lässt sich an leer stehenden Geschäften, an etlichen Spielhallen und Casinos sowie an einigen Billigläden ablesen. Wie diesem Trend entgegen gewirkt werden kann und wo die Potenziale des Stadtbezirks zwischen Weinbergen und Neckar liegen, darüber haben sich die Grünen Stadträte am 21.04.2016 vor Ort einen Eindruck verschafft.

Im Lindenschulviertel wird in Kürze das erste der Projekte realisiert, die sich wie eine Perlenkette am Fluss entlang durch die Stadt ziehen werden. Diese alte grüne Vision der Stadt am Fluss kommt an: Im ersten Workshop haben rund 100 Bürgerinnen und Bürger gesprüht vor Ideen, wie am Neckar Ausruh- und Erlebniszonen geschaffen werden können. Ein Café mit Neckarblick hat auch für die Fraktion viel Charme. Noch offen bleibt die Frage, wie der Ortskern besser mit dem Neckar verbunden und wie die trennende Wirkung der Verkehrsachsen gemildert werden kann.
Am Karl-Benz-Platz wurde die Initiative „Bunt statt Grau“ vorgestellt, deren Engagement für den Bezirk beeindruckt. Weil hier viele Menschen mit ganz wenig Geld leben, hat sie den Platz freundlich und einladend gestaltet und mit kleinen Maßnahmen viel Aufenthaltsqualität geschaffen.
Ein Aufreger war die Nachricht, dass Aldi das alte Postgebäude gekauft hat. Der gut angenommene CAP-Markt wäre durch einen Aldi-Markt an dieser Stelle vermutlich gefährdet. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen und die Stadt hat noch ein Wörtchen mitzureden. Schwer vorstellbar ist es aber schon heute, wie der nette Leonhard-Schmidt-Platz noch mehr Verkehr verkraften soll.
Im Ortskern wurde ein Living-Down-Effekt angesprochen, der sich auch in den Klagen Alteingesessener über den „schmutzigen und ungepflegten“ Ortskern ausdrückt: Frühere Stadtentwicklungsmaßnahmen haben nicht gegriffen, zudem wird zu wenig in den Wohnungsbestand investiert. Zu prüfen ist, ob das alte Baustaffelrecht einer positiven Entwicklung entgegen steht und wie der schöne historische Gebäudebestand seine Pracht richtig entfalten kann.
Keine Frage: Der Masterplan muss einiges leisten, Gelder müssen dafür bereit gestellt werden. Wünschenswert wäre, dass der seit mehr als 100 Jahren partnerschaftlich mit Untertürkheim verbundene Daimler dessen Entwicklung weiter begleiten wird.

Sachkundig geführt durch die Grünen Bezirksbeiräte wurden folgende Stationen aufgesucht und die entsprechenden Problemfelder erörtert:
Carl-Benz-Platz
Schnittstelle und Eingangstor zu Untertürkheim ohne Aufenthaltsqualität.
Reifengarten
Ein Projekt der Initiative Bunt statt Grau, das von Grünen mit initiiert wurde.
Wilhelm-Wunder-Steg
Trennwirkung der S-Bahn-Gleise und der Verkehrsachsen.
Lindenschulviertel
Erste Maßnahme im Rahmen der „Stadt am Fluß“ wird demnächst begonnen. Bürgerbeteiligung läuft. Ziel: Aufenthaltsqualität am Neckar schaffen.
Bahnhof Untertürkheim
Bahnhof im Stil der nouvelle epoque, erster Bahnhof in Württemberg. Die Verbindungen aus dem Ort zum Nahverkehr und zu den Schulen führen hier durch, am Casino Carlo und Casino Cash vorbei. „Überall sonst würde anders mit einem solchen Juwel umgegangen.“
Silvrettastraße Areal Abstellbahnhof
Lärmproblematik, Vision Überdeckelung von Lutz-Architekten.
Lärm der B14 hoffentlich demnächst reduziert, Tempolimit kommt, nachdem BM Wölfle beim Regierungspräsidium lange insistiert hatte.
Ortskern
Living-down-Problem, Cap-Markt
Altes Postgebäude
Zukünftige Nutzung? Die Stadt ist tangiert wegen den Parkplätzen, die erforderlich wären, um hier einen Aldi-Markt zu etablieren. Nette städtebauliche Situation, aber schon heute viel Verkehr.
Widdersteinstraße
Leerstand. Bücherzelle – weiteres Projekt der Ini Bunt statt Grau. Wird sehr gut angenommen von den Bürgern.
Kelterplatz
Frühere Umgestaltung mit dem Ziel, Platzcharakter zu schaffen, ist gescheitert.

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