An der Seite der Ukraine

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24. Februar 2026
Stoffbändchen in Blau-Gelb als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine Foto: Nomadsoul1, iStock

Seit vier Jahren führt Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Millionen Ukrainer*innen verteidigen Tag für Tag ihr Leben, ihre Freiheit und die europäische Friedensordnung gegen die brutale Aggression Russlands. 

Foto: ©LenaLux

Wir stehen fest an der Seite der Ukraine – in Solidarität mit den mutigen Menschen, die Tag für Tag übermenschlichen Widerstand leisten.

Afina Albrecht, Stadträtin

Am vierten Jahrestag des russischen Überfalls am 24. Februar 2026 erinnern wir an die unzähligen Opfer und das immense Leid der Menschen in und aus der Ukraine. Gerade jetzt im Winter ist die Lage dramatisch: eisige Temperaturen, zerstörte Energieinfrastruktur, kein Strom, keine Heizung.

Wir stärken die Ukraine
Unsere Solidaritätspartnerschaft mit Chmelnyzkyj lebt: Seit 2023 unterstützt Stuttgart die west-ukrainische Stadt mit rund 300.000 Einwohner*innen durch humanitäre Transporte, Hilfe für Verwaltung und Organisationen sowie einen engen Erfahrungsaustausch.

Im November 2024 war eine Delegation aus Chmelnyzkyj zu Gast in Stuttgart. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie arbeiten hier Zivilgesellschaft, soziale Träger und Stadtverwaltung zusammen?

Aus dem Austausch entstand die Idee, in Chmelnyzkyj ein sozio-integratives Zentrum aufzubauen, das Bürger*innen, Stiftungen, NGOs und Start-ups vernetzt.

Afina Albrecht, Stadträtin, hat als Projektleitung bei der Bürgerstiftung Stuttgart die Delegationsreise koordiniert

Mehr erfahren: Solidaritätspartnerschaft mit Chmelnyzkyj

Ukraine mit Spende unterstützen

Viele Hilfsorganisationen leisten Unterstützung für die Menschen in und aus der Ukraine. Wir haben hier eine kleine Auswahl zusammengestellt – wer möchte, kann diese mit einer Spende unterstützen.

 

STELP e.V.

Die Stuttgarter Hilfsorganisation STELP e. V. evakuiert gemeinsam mit diversen Partnerorganisationen vulnerable Personen aus umkämpften Gebieten, versorgt die Zivilbevölkerung mit dringend benötigten Hilfsgütern und unterstützt den Bau von Containerdörfern für Binnenvertriebene und Schutzbunker für Schulkinder.

Bank: GLS Gemeinschaftsbank eG
IBAN: DE32 4306 0967 7001 8011 00
BIC: GENODEM1GLS

Mehr erfahren und Online-Spenden: https://stelp.eu

 

Pulse of Europe – Ukrainehelfer

Die Initiative Pulse of Europe sammelt Spenden, die sie sofort und ohne Abzüge an das Blau-Gelbe Kreuz weiterleitet. Der gemeinnützige Verein unterstützt die Entwicklung einer freien, demokratischen Ukraine und leistet Hilfe für die Kriegsopfer.

Mehr erfahren und Online-Spenden: https://pulseofeurope.eu

 

Aktionsbündnis Katastrophenhilfe

Im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe haben sich Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, UNICEF und Diakonie Katastrophenhilfe zusammengeschlossen.

Bank: Commerzbank
IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600
BIC: COBADEFFXXX

Online-Spenden: aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de

Mehr zum Engagement in der Ukraine: www.aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de/krieg-in-der-ukraine

 

UNO-Flüchtlingshilfe

Die Winterhilfe des UNHCR für die Ukraine ist in diesem Jahr für bis zu 900.000 vulnerable und vertriebene Menschen angelegt. Seit dem 1. September wurden bereits 907.000 Menschen für den Winter unterstützt, darunter Bargeldhilfe für den Energiebedarf sowie lebensnotwendige und wintertaugliche Hilfsgüter wie Steppdecken, Thermoskannen und Kleidung.

Bank: Sparkasse Köln Bonn
IBAN: DE78 3705 0198 0020 0088 50
BIC: COLSDE33
Stichwort: Nothilfe Ukraine

Mehr erfahren und Online-Spenden: uno-fluechtlingshilfe.de


Der falsche Weg

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16. Februar 2026
Sprechen Sie Deutsch? Foto: Olga Golovkina, iStock

Dir Bundesregierung möchte sparen und stellt die freiwilligen Integrationskurse ein – mit spürbaren Folgen auch für Stuttgart. Sprache ist der Schlüssel zu Integration. Deshalb kritisieren wir diesen Schritt deutlich.

Stadträtin Afina Albrecht. Foto: ©LenaLux

Der Bund schränkt den Zugang zu freiwilligen Integrationskursen ein, um zu sparen. Viele Asylbewerbende, Geduldete sowie Menschen aus der EU und der Ukraine – auch in Stuttgart – erhalten bis auf Weiteres keine neuen Zulassungen mehr. Bereits erteilte bleiben gültig. Für viele, die dringend auf einen Kurs angewiesen sind, wird der Einstieg jedoch deutlich erschwert. Dabei ist Sprache der Schlüssel zu Integration, Teilhabe sowie Bildung und Arbeit.

Afina Albrecht, Stadträtin

Auswirkungen auf Stuttgart
Allein in Stuttgart sind von der kurzfristigen Einstellung freiwilliger Integrationskurse – neben den betroffenen Menschen – 33 Einrichtungen betroffen, darunter die Volkshochschule. Dabei war die Sprachintegration in Deutschland bislang sehr erfolgreich: Nach sechs bis acht Jahren befinden sich Zugewanderte hier in deutlich besseren Beschäftigungsverhältnissen als in vielen anderen Ländern.

Foto: Patrick Vexler

Jetzt gilt es, gegen die rechte, integrationsfeindliche Politik der Bundesregierung klar Stellung zu beziehen – sie widerspricht den Grundwerten unserer offenen Gesellschaft. An Integration zu sparen ist der falsche Weg: Kürzungen bei Sprachkursen lösen keine Probleme, sie verschieben sie nur in die Zukunft.

Marcel Roth, Stadtrat

Oberbürgermeister schweigt
In Stuttgart leben Menschen aus mehr als 185 Nationen. Mit dem „Stuttgarter Weg“
ist unsere Stadt seit Jahren Vorreiterin bei der Integrationspolitik. Umso bezeichnender ist es, dass OB Nopper jetzt wieder einmal schweigt – obwohl die Entscheidung des Bundes, an Integrationskursen zu sparen, die Kommunen vor große Herausforderungen stellt.

UPDATE: In einer Pressemitteilung vom 20.02.2026 kristisiert die Stadt das Ende freiwilliger Integrationskurse und warnt vor Folgen für Arbeitsmarkt, Fachkräftesicherung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Sozialbürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann (GRÜNE) betont: „In Stuttgart setzen wir bewusst auf frühe Sprachförderung. Sprache ist der Schlüssel zu Integration, Ausbildung und Arbeit. Die Neuregelung führt dazu, dass zahlreiche integrationswillige Menschen zunächst keinen Zugang mehr zu einem Kursplatz haben – obwohl sie in Stuttgart leben und sich hier eine Perspektive aufbauen wollen.“

Pressemitteilung der Stadt Stutttgart (20.02.2026): Bund kürzt bei Integrations­kursen: Stadt warnt vor Integrations­lücke und deren Folgen

Fuß- und Radweg für neue Körschtalbrücke

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10. Februar 2026
Die marode B-27-Körschtalbrücke in Möhringen muss neu gebaut werden. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die neue Brücke einen separaten Rad- und Fußweg bekommt. Foto: Ferdinando Iannone

Gut ein Jahr nach dem Vorstoß des ADFC Stuttgart und der Kommunalpolitik steht nun fest: Die neue B-27-Brücke erhält einen vier Meter breiten Geh- und Radweg. Damit greift das grün-geführte Verkehrsministerium des Landes eine Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) auf – und setzt zugleich unseren Antrag um.

So entsteht eine attraktive und sichere Verbindung für Fußgänger*innen und Radfahrende zwischen den Stadtteilen Fasanenhof und Möhringen. Bislang gibt es dort lediglich einen schmalen und gefährlichen Gehweg.

Foto: Patrick Vexler

Ein Brückenschlag auch für Radelnde – Ich freue mich riesig!

Beate Schiener, Stadträtin

Gemeinsamer Antrag
Nach 60 Jahren muss die Körschtalbrücke in Stuttgart-Möhringen abgerissen und ersetzt werden. Zusammen mit Die Linke und SÖS, SPD und Volt sowie PULS haben wir Ende 2024 gefordert, dass sich die Verwaltung beim zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart bzw. dem Land dafür einsetzt, dass ein separater Fuß- und Radweg beim Neubau der Körschtalbrücke geprüft wird.

Folgendes haben wir beantragt:

  1. Die Verwaltung setzt sich gegenüber dem Land und dem Regierungspräsidium Stuttgart dafür ein, dass beim Neubau der B27-Körschtalbrücke ein separater Fuß- und Radweg mitberücksichtigt wird.
  2. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik (STA) wird nach der Abstimmung berichtet.


Statement zu aktuellen Schulthemen

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9. Februar 2026
Mädchen im Schulunterricht. Foto: Dragon Images, Shutterstock

Die Stuttgarter Schul-Community ist aktuell in Aufruhr – und das zu Recht. Die Entwicklungen um die Klassenassistenzen und das Ende der Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) war für alle ein großer Schock. Hinzu kommen die beschlossenen Sparmaßnahmen im Haushalt. Viele Kinder, Eltern und Lehrkräfte sind verunsichert und die Verwaltung steht in Verantwortung, nun für Klarheit und Lösungen zu sorgen.

Warum die Verwaltung? Auf Vorschlag der Verwaltung sollten die Klassenassistenzen der Margarte-Steif-Schule vom Budget des Schulverwaltungsamtes in das Budget des Sozialamtes geführt werden. Allerdings war dieser verwaltungsinterne Übergang alles andere als geräuschlos. Der Frust und die Verzweiflung der Eltern waren groß. Wir haben viele Gespräche geführt und mittlerweile hat die Verwaltung eine gute Lösung gefunden: Die Finanzierung steht, der bisherige Träger KBV bleibt an Bord. Allerdings wird es noch Zeit brauchen, bis sich das alles wieder einpendelt. Danke an alle Beteiligten, die das jetzt so umsetzen.

Schulbegleitungen des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
Rund 400 Kinder haben in Stuttgart einen festgestellten Anspruch auf Schulbegleitung über die Eingliederungshilfe. Diese Leistungen werden von mehreren Trägern erbracht, die nach unserem Kenntnisstand ihre Arbeit engagiert machen. Es war ein großer Schock, als der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) seine Schulbegleitungen für 146 Schüler*innen mit sofortiger Wirkung zum 4. Februar 2026 eingestellt hat, weil ihm die Stadt – auch für uns völlig überraschend – mit sofortiger Wirkung gekündigt hatte. Wir waren und sind fassungslos, denn für die betroffenen Familien ist das eine extrem belastende Situation.

Grund für die Trennung vom Träger war ein eskalierter Streit mit dem ASB über Abrechnungen. Inzwischen hat die Verwaltung in einer Pressemitteilung weitere Details genannt. Laut Bürgermeisterin Fezer sei die Trennung vom Träger „zwangsläufig“ gewesen, da eine „grobe Pflichtverletzung“ festgestellt worden sei. So habe es seit Längerem „Hinweise auf Unstimmigkeiten im Abrechnungsprozess“ gegeben; offenbar wurden Leistungen abgerechnet, die nicht erbracht worden waren. Das geht so nicht und damit werden sich vermutlich noch Gerichte beschäftigen. Wir können aber nicht akzeptieren, dass dieses Vorgehen alternativlos war. Wieso wurde in der Abwägung „Vertragsverletzung vs. Kinderwohl und Recht auf Bildung“ so entschieden – ohne eine Lösung parat zu haben? Darüber hinaus räumt Bürgermeisterin Fezer Fehler in der verwaltungsinternen Abstimmung ein und betont, dass die Trennung vom ASB nicht im Zusammenhang mit den Entscheidungen zum Doppelhaushalt steht.

Die Verwaltung hat nun angekündigt bis nach den Faschingsferien (!) eine Lösung für (fast) alle Kinder zu haben – allerdings dann mit neuen Trägern! Das Wichtigste ist jetzt, dass das Personal übernommen wird. Schulbegleitung bedeutet vor allem auch Bindung und Vertrauen. Hier bei 0 anzufangen, ist ein monatelanger kräftezehrender Prozess für die Kinder, Eltern, Schulen und Lehrkräfte. Hinzukommt, dass wir an Stuttgarter Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) eine Lehrkräfteversorgung von zirka 80 Prozent haben.

Foto: ©LenaLux

Für uns haben die Kinder mit ihren individuellen Bedürfnissen oberste Priorität. Wir stehen hierzu weiterhin in engem Austausch mit den zuständigen Bürgermeister*innen, der Verwaltung, Schulleitungen und Eltern. Wir werden den Sachverhalt weiter kritisch begleiten und auf eine möglichst rasche, unkomplizierte und tragfähige Lösung hinwirken.

Für beide Themen – Klassenassistenzen und ASB – gilt: Es handelt sich um Vorgänge im Verwaltungshandeln, nicht um politische Entscheidungen.

Fabian Reger, Stadtrat und schulpolitischer Co-Sprecher der Grünen Fraktion

Rekordsparhaushalt
Bei allem schwingt der Unmut über den Rekordsparhaushalt der Stadt und die Kürzung im Bereich Bildung und Soziales mit. Zur Einordnung: Der Stuttgarter Gemeinderat musste im Dezember 2025 einen absoluten Rekordsparhaushalt und damit schmerzhafte Einschnitte in allen Bereichen beschließen – auch in der Bildung. Die Gewerbesteuer ist um 700 Millionen Euro eingebrochen, Tendenz weiter sinkend.

Als Teil des Haushaltsbündnisses haben wir Einsparvorschläge der Verwaltung an Schulen im zweistelligen Millionenbereich pro Jahr abgelehnt. Und trotzdem gibt es leider empfindliche Kürzungen. Gleichzeitig ist es uns gelungen, die Schülertransporte an SBBZ-Lernen und in der Ferienbetreuung zu sichern. Über 235 Millionen Euro fließen in den kommenden beiden Jahren in Schulinvestitionen (mehr als 20 Prozent der Gesamtinvestitionen). Das Schulsanierungsprogramm von jährlich 40 Millionen Euro bleibt in voller Höhe bestehen. Auch klar: In einem Sparhaushalt kann man keinen Sanierungsstau beheben.

Übrigens:

Aus der Sitzung des Schulbeirats am 10. Februar 2026 mussten viele Tagesordnungspunkte verschoben werden, da ein sehr aktuelles Thema – die Versorgung von Kindern mit Behinderungen in Schulen – den größten Teil der Sitzung dominierten. Das war aus unserer Sicht absolut notwendig, ließ aber leider einen großen Teil der Tagesordnung unbehandelt zurück. Die Erfahrungen zeigen nicht erst zuletzt, dass die ausgewiesene Sitzungszeit für den Schulbeirat nicht ausreichend ist, um der Tagesordnung mit der gebotenen Aufmerksamkeit und Tiefe Raum geben zu können. Ein kürzeres Sitzungsintervall würde auch kurzfristig auftretenden Themen Raum verschaffen.

Gemeinsam mit Linke, SÖS, Plus, SPD und VOLT und PULS beantragen wir daher, dass zeitnah eine zusätzliche Sondersitzung des Schulbeirats einberufen wird und die Sitzungsintervalle des Schulbeirats verkürzt werden.

Antrag: Sondersitzung Schulbeirat und künftige Verkürzung der Sitzungsintervalle

Eine Seilbahn für Stuttgart

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28. Januar 2026
Wir machen uns für eine Seilbahn vom Ostendplatz bis zum Burgholzhof stark. Visualisierung: Redaktion

Seit vielen Jahren wird über eine Seilbahntrasse von Vaihingen zum Eiermann-Campus diskutiert. Da die zukünftige Nutzung des Eiermann-Campus derzeit jedoch unklar ist, fehlt dieser Verbindung aktuell die Planungsgrundlage. Wir fordern daher, eine andere Strecke in den Blick zu nehmen: eine Seilbahn vom Ostendplatz im Stuttgarter Osten bis zum Burgholzhof in Bad Cannstatt. 

Foto: @LenaLux

„Wir sind uns bewusst: Angesichts der angespannten Haushaltslage ist eine kurzfristige Umsetzung nicht realistisch. Dennoch ist es wichtig, solche Zukunftsprojekte jetzt weiterzuverfolgen, um Stuttgart langfristig gut aufzustellen. Zudem wäre eine Förderung über Landesmittel denkbar. Es gilt, heute die Weichen für morgen zu stellen.“

Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender

Konkret fordern wir unter anderem, dass die Verwaltung noch vor den Osterferien 2026 im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik (STA) über den aktuellen Planungsstand möglicher Seilschwebebahnen in Stuttgart berichtet. Dabei soll insbesondere die Trasse Ostendplatz – Mineralbäder – Mittnachtstraße – Nordbahnhof Pragsattel vorgestellt werden.

Darüber hinaus soll geprüft werden, ob diese Strecke bis zum Burgholzhof in Bad Cannstatt verlängert werden kann und ob dieser Abschnitt gegebenenfalls zuerst realisierbar wäre. Der Burgholzhof ist ein beliebtes Ausflugsziel in den Weinbergen mit Blick ins Neckartal. Gleichzeitig würde das Robert-Bosch-Krankenhaus deutlich besser an den ÖPNV angebunden.

Eine vom Robert-Bosch-Krankenhaus in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie könnte in die Planung einbezogen werden.

„Die Studie des Robert-Bosch-Krankenhauses freut uns besonders, weil sie zeigt, dass es auch vor Ort Rückenwind für eine Seilbahn gibt.“

Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender

Viele Vorteile 

Die Seilbahnstrecke vom Ostendplatz bis zum Burgholzhof bietet vielfältige Nutzen:

Mobilitätswende

  • Neue leistungsfähige ÖPNV-Querverbindung zwischen Mineralbädern, Mittnachstraße, Rosensteinquartier, Nordbahnhof, Pragsattel und Burgholzhof mit vielen Umsteigemöglichkeiten
  • Direkte Anbindung des künftigen Rosensteinquartiers
  • Zusätzliche Talquerlinie: Wie die U13 bereits zeigt, bieten Talquerverbindungen hohe verkehrliche Nutzen. Zwischen Ost und Nord/ Nordwest bestehen bisher nur umwegige Verbindungen

„Dass ÖPNV-Querverbindungen stark nachgefragt werden, zeigt beispielsweise die U13. Die Seilbahn wäre daher eine ideale Ergänzung zum Stadtbahnnetz.“

Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender

 Verkehrsentlastung

  • Attraktive Alternative zum Straßenverkehr.

 Stärkung des Standorts

  • Bessere Erreichbarkeit des Robert-Bosch-Krankenhauses
  • Direkte Anbindung des Burgholzhofs als Freizeit- und Ausflugsziel

 Touristischer Mehrwert

  • Zusätzliche Attraktion für die Landeshauptstadt.

„Für die Anbindung des Stadtteils Burgholzhof, des Robert-Bosch-Krankenhauses und mit Blick auf touristische Aspekte hat die Trasse Richtung Nordbahnhof großen Charme. Der Burgholzhof wäre endlich richtig an den Nahverkehr angebunden. Die heutige Buslösung ist für Stadtteil und Krankenhaus nicht ausreichend.“

Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender

Deutlich schneller am Ziel
Die rund sechs Kilometer lange Strecke könnte voraussichtlich in etwa 15 Minuten Fahrzeit bewältigt werden – und wäre damit deutlich schneller als die heutige Verbindung über den Hauptbahnhof.

Ein Gewinn für Stuttgart
Kurzum: Eine Seilbahn vom Osten über den Pragsattel bis zum Burgholzhof wäre ein Gewinn – für die Mobilitätswende, die Lebensqualität und die Attraktivität unserer Stadt.


Stuttgart braucht das SMIC

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23. Januar 2026
Die ganze Welt der bewegten Bilder an einem Ort – zum Schauen, Lernen, Selbermachen und Feiern. Der geplante Neubau des Haus für Film und Medien ist eines der großen kulturpolitischen Projekte der kommenden Jahre. Visualisierung: Delugan Meissl Associated Architects/Wien, Landeshauptstadt Stuttgart

Das Haus für Film und Medien / SMIC – Stuttgart Moving Image Center ist ein zentrales Zukunftsprojekt für Stuttgart: Wirtschaft, Wissenschaft, Stadtgesellschaft, Tourismus, Bildung, Demokratieförderung, Integration und Städtebau werden in erheblichem Maße davon profitieren.

Ein Stopp des Projekts hätte daher gravierende Folgen: eine weitere städtebauliche Brache mitten in der Innenstadt, zusätzliche jahrelange verkehrliche Belastungen für die Leonhardsvorstadt sowie hohe finanzielle Belastungen für die Stadt – ohne jeden Mehrwert. Zumindest dies scheint mittlerweile auch der Oberbürgermeister erkannt zu haben.
Pressemitteilung der Stadt Stuttgart vom 22.01.2026: „Wir sollten den fahrenden Zug nicht mehr stoppen“

Stuttgart: eine Creative City
Doch dieses Projekt ist auch konzeptionell von zentraler Bedeutung für unsere Stadt – gerade in Zeiten wie diesen. Stuttgart ist eine „Creative City“: Rund 35.000 Menschen arbeiten in rund 3.400 Unternehmen der Kreativwirtschaft. Mit einem Jahresumsatz von 8 Milliarden Euro zählt sie in der Region mittlerweile zu den stärksten Branchen. Dieses Potential und seine ökonomische Relevanz dürfen wir insbesondere in Zeiten des strukturellen Wandels nicht unterschätzen.

Mehr als Wirtschaft
Doch es geht um mehr als Wirtschaft: Der kompetente, kritische Umgang mit Bewegtbild ist längst zu einer Voraussetzung demokratischer Teilhabe geworden. Angesichts von Desinformation, Deepfakes und KI-generierten Inhalten ist eine niederschwellige, systematische und generationenübergreifende Vermittlung von Medienkompetenz ein unverzichtbarer Bestandteil moderner (Demokratie-)Bildung.

Das SMIC als Standortvorteil
Gerade jetzt kommt es deshalb darauf an, in die Zukunft zu investieren. Das SMIC als Ort, in dem Bewegtbild in seiner Gesamtheit betrachtet wird, schafft einen Standortvorteil auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Und ist eine strategische Zukunftsinvestition, ein zentraler Baustein politischer Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung.

Deshalb stehen wir GRÜNE weiterhin klar hinter dem SMIC und setzen uns entschieden für die Realisierung dieses beispielgebenden Projekts ein. Das SMIC ist nicht „aus der Zeit gefallen“ – im Gegenteil: Es ist wichtiger denn je, wenn diese Stadt eine Zukunft haben soll.


Stuttgart bleibt handlungsfähig

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20. Dezember 2025In Haushalt 2026/2027, Pressemitteilung5 Minuten Lesezeit

Der Stuttgarter Gemeinderat hat den Haushalt 2026/27 beschlossen. Trotz massiver finanzieller Herausforderungen sichert der Etat die Handlungsfähigkeit der Stadt und setzt klare soziale, ökologische und investive Schwerpunkte. Die GRÜNE Fraktion im Stuttgarter Rathaus sieht darin einen wichtigen Schritt, um Stuttgart stabil durch eine der schwierigsten Haushaltslagen seit Jahrzehnten zu steuern.

„Stuttgart ist keine Insel mehr. Die Einbrüche bei der Gewerbesteuer und steigende Kosten haben uns in eine finanzielle Zwangslage gebracht“, erklärt Petra Rühle, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Stuttgarter Gemeinderat. „Mit dem heute beschlossenen Haushalt verhindern wir die vorläufige Haushaltsführung – und damit massive Einschnitte für Kultur, Soziales, Jugend und Ehrenamt. Freiwillige Leistungen hätten sonst von heute auf morgen zur Disposition gestanden.“

Zudem bleibt die Handlungsfähigkeit der Stadtverwaltung gesichert. Die Fraktion hat sich für die hälftige Bezuschussung des Deutschlandtickets für die Beschäftigen, die Planungen für ein neues Verwaltungsgebäude am Rathaus sowie die Fortführung der Digitalisierungsstrategie eingesetzt. „Damit Stuttgart eine attraktive Arbeitgeberin bleibt und die städtischen Mitarbeiter*innen ihre Aufgaben weiterhin erfüllen können“, so Rühle.

Die GRÜNEN betonen, dass die finanziellen Probleme strukturell bedingt sind und Kommunen bundesweit betreffen. „Die Proteste vieler Stuttgarter*innen sind nachvollziehbar – aber die Kommunen sind der falsche Ansprechpartner“, so Rühle. „Es braucht vom Bund endlich eine faire Aufgaben- und Finanzverteilung nach dem Prinzip: Wer bestellt, bezahlt.“

Zentrale soziale Leistungen gesichert
Trotz notwendiger Konsolidierung konnten zentrale soziale Leistungen wie die Bonus- und Familiencard, das Sozialticket, die Arbeitsförderung und wichtige Projekte der Wohnungslosenhilfe gesichert werden. Auch Angebote in der Sucht- und Sozialpsychiatrie sowie Präventionsangebote werden weitergeführt.

Einen besonderen Schwerpunkt hat die Fraktion auf die Bereiche Kinder, Jugend und Bildung gelegt. „Es ist uns gelungen, massive Kürzungen bei Kindern und Familien abzuwenden. Wir schaffen über 60 neue Stellen beim Kinderschutz, sichern Ganztagsstandards, Früh- und Spätbetreuung und finanzieren Baumaßnahmen in Jugendfarmen, Waldheimen und Schulen. Und allein in den Jahren 2026 und 2027 fließen über 200 Millionen Euro in Schulgebäude“, so Rühle.

Kultur, Klimaschutz und Mobilität
Auch Investitionen in Kultur, Klimaschutz und Mobilität bleiben zentrale Säulen des Haushalts. Im Kulturbereich tragen große Einrichtungen einen höheren Anteil zur Konsolidierung bei. Von diesem solidarischen Ansatz profitieren bislang befristete Projekte und viele kleine Einrichtungen, die die Kulturlandschaft in Stuttgart so einzigartig machen.

Infrastruktur und Klimaanpassung
Zudem investiert Stuttgart weiter in Brücken, Straßen, Rad- und Fußverkehr, in städtische Gebäude sowie in Klimaschutz und Klimaanpassung: „Die Stadt wird immer heißer, deshalb braucht es mehr Grün – allein 1,7 Millionen Euro gibt es für neue Bäume in der Stadt –, die Stadt am Fluss und einen Hitzeschutz auf dem Marktplatz“, erklärt Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN.

„Auch Förderprogramme im Energiebereich werden fortgeführt, um die Bürger*innen beim Umstieg auf klimafreundliche Energie zu unterstützen“, so Peterhoff. „Dazu zählen Förderprogramme in Millionenhöhe wie das Energiesparprogramm, das neue Heizungsprogramm und Mittel für eine Solaroffensive. Diese Investitionen stärken den Klimaschutz vor Ort und lösen ein Vielfaches an zusätzlichen Investitionen aus – ein Gewinn für unsere Stadt.“

ÖPNV-Angebot bleibt
Und auch beim Thema ÖPNV gibt es gute Nachrichten: „Trotz Sparhaushalt wird es keine Angebotsstreichungen geben. Langfristig braucht es jedoch eine nachhaltige Finanzierung. Ein Mobilitätspass wird perspektivisch notwendig sein“, sagt Peterhoff. „Außerdem erhöhen wir den Etat für den Rad- und Fußverkehr, wenn auch moderater als bislang geplant.“

Sondervermögen des Bundes
Zusätzliche Spielräume entstehen durch das Sondervermögen des Bundes. „In den Jahren 2026 bis 2028 fließen jeweils rund 100 Millionen Euro nach Stuttgart, 2029 weitere 50 Millionen Euro und 2030 nochmals 31 Millionen Euro“, erklärt Peterhoff. „Diese Mittel sichern weitere Investitionen in die Zukunft unserer Stadt.“

Neben Einsparungen gibt es auch moderate und sozial ausgewogene Einnahmeverbesserungen – etwa bei Parkgebühren, der Gewerbesteuer oder den Kitagebühren. „Und weil Haushaltskonsolidierung eine Gemeinschaftsaufgabe ist“, so Peterhoff, „sparen wir Stadträt*innen auch bei uns selbst an der Grundvergütung.“

Stuttgart bleibt handlungsfähig
Die GRÜNE Fraktion hat eine Zusammenarbeit oder Duldung durch die AfD von Anfang an ausgeschlossen und konsequent auf eine breite demokratische Mehrheit hingearbeitet. In dieser schwierigen Situation übernehmen die GRÜNEN Verantwortung. „Ein Haushalt ohne Genehmigung wäre die schlechteste aller Optionen“, betonen die Fraktionsvorsitzenden. „Mit diesem Haushalt halten wir Stuttgart handlungsfähig, sozial stabil und zukunftsfähig.“


Wenn 2025 ein Lexikon wäre

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18. Dezember 2025
Fraktion 2024-2029. Hinten (von links): Fabian Reger, Marcel Roth, Heike Ruck, Sarah Wölfle. Mitte (von links): Dr. Sebastian Karl, Björn Peterhoff (Fraktionsvorsitzender), Andrea Münch, Gabriele Munk. Vorne (von links): Beate Schiener, Stephanie Moch, Florian Pitschel, Mehmet Ildeş, Petra Rühle (Fraktionsvorsitzende). Es fehlt: Afina Albrecht. Bild: Redaktion

Liebe Freund*innen,

der Jahreswechsel rückt näher – ein guter Moment, um Danke zu sagen: für Ihr/dein Interesse an unserer Arbeit, die Unterstützung sowie die vielen wertvollen Gespräche und Begegnungen im Rathaus und darüber hinaus. Und natürlich auch, um gemeinsam kurz zurückzublicken.

Vielleicht bleibt trotz des (vor-)weihnachtlichen Trubels etwas Zeit, durch unser Jahres-ABC zu klicken – wir würden uns sehr freuen!

Nun wünschen wir allen schöne, erholsame Feiertage und alles Gute für das neue Jahr.

Herzlichst
Ihre/Deine GRÜNEN im Stuttgarter Rathaus


Trotz Sparhaushalt die Zukunft im Blick

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8. Dezember 2025
Das Stuttgarter Rathaus. Foto: Fraktion

Im Rathaus dreht sich aktuell alles um ein Thema: den Haushalt. Erstmals seit vielen Jahren muss Stuttgart sparen – die Gewerbesteuern sind seit 2023 um rund die Hälfte eingebrochen. Als Teil des Haushaltsbündnisses übernehmen wir Grüne in dieser schwierigen Lage Verantwortung.

Bereits am 19. Dezember soll der Doppelhaushalt 2026/2027 im Gemeinderat verabschiedet werden. Bis dahin laufen die Beratungen unter Hochdruck weiter. Unser Ziel: ein ausgewogener und genehmigungsfähiger Haushalt. Denn eine Nichtgenehmigung hätte gravierende Folgen – von Baustopps bis zum Auszahlungsstopp, etwa für Freie Träger sowie kulturelle und soziale Einrichtungen. „Zudem würde dann das Regierungspräsidium – und nicht mehr der Gemeinderat – entscheiden, wo gekürzt wird. Das hieße pauschale Kürzungen über alle Bereiche“, erklärt unser Fraktionsvorsitzender Björn Peterhoff.

Angesichts der angespannten Lage sind sowohl Einnahmenerhöhungen als auch Ausgabensenkungen in allen Bereichen leider unvermeidbar. „Wir wollen diese jedoch so ausgewogen und sozialverträglich wie möglich gestalten“, betont unsere Fraktionsvorsitzende Petra Rühle. „Deshalb möchten wir insbesondere bei Klimaschutz und Klimaanpassung, ÖPNV und Radverkehr sowie der Kinder- und Jugendhilfe und Schulen gezielt nachsteuern. Uns ist bewusst, dass dies Projekte, Einrichtungen, Bürger*innen und Familien dennoch hart treffen kann.“

Weiter in die Zukunft investieren
Gleichzeitig muss die Landeshauptstadt ihre Einnahmen erhöhen. Daher unterstützen wir unter anderem die Erhöhung von Steuern wie der Zweitwohnsitzsteuer sowie die Erhöhung der Bettensteuer und der Bewohnerparkgebühren. Zudem sind strukturelle Anpassungen in der Verwaltung notwendig, da auch künftig Sparhaushalte zu erwarten sind. „Entscheidend ist, dass wir dennoch weiter in die Zukunft investieren – in Klimaschutz, eine leistungsfähige Verwaltung, eine intakte Infrastruktur und sozialen Zusammenhalt“, betont Björn Peterhoff.

Die geplanten Einsparungen und Erhöhungen sorgen verständlicherweise für Verunsicherung. „Das zeigen viele Gespräche und Zuschriften, die uns derzeit erreichen“, sagt Petra Rühle. „Wir setzen bis zur Verabschiedung des Haushalts alles daran, das Beste für die Stuttgarter*innen zu erreichen.“ Trotz Sparhaushalt behalten wir die Zukunft der Stadt im Blick.


Ein Park über dem Neckar

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1. Dezember 2025
Viel Grün und jede Menge Platz zum Verweilen: Wir wollen die alte Eisenbahnbrücke zwischen Bad Cannstatt und dem Rosensteinpark in einen Park verwandeln. Illustration: Studio Rustemeyer

Seit Jahren setzen wir uns dafür ein, die alte Eisenbahnbrücke zwischen Bad Cannstatt und dem Rosensteinpark vor dem Abriss zu bewahren und in einen grünen Park zu verwandeln. Nun ist ein wichtiger Schritt geschafft: Eine Machbarkeitsstudie bestätigt, dass Erhalt und Umnutzung möglich sind. Die Verwaltung startet deshalb in die nächste Planungsphase und nimmt Gespräche mit der Deutschen Bahn über den Erwerb der Brücke auf.

Die 1914 erbaute, rund 6.000 Quadratmeter große Brücke bietet ideale Voraussetzungen für eine attraktive Umnutzung – mit Grünflächen, Spiel- und Aufenthaltsbereichen, konsumfreien Zonen und einer zentralen Radwegeverbindung. Zu den Ideen gehört auch ein Zugang zur Mittelmole, die der Verein Neckarinsel bereits heute kreativ bespielt und regelmäßig für die Öffentlichkeit öffnet.

Für Fuß- und Radverkehr bietet die Brücke ausreichend Platz. Ein Radschnellweg könnte direkt an den Neckarradweg (Hauptradroute 1) angebunden werden. Zudem ließe sich über eine der beiden 330 Meter langen Tunnelröhren, in die die Brücke führt, eine direkte, steigungsfreie Verbindung von der Cannstatter Altstadt über das künftige Rosenstein-Quartier bis in die Innenstadt schaffen – ein großer Gewinn für Fußgänger*innen und Radfahrende.

Foto: @LenaLux

Die Brücke könnte zu einem neuen Wahrzeichen Stuttgarts werden – ähnlich wie der High Line Park in New York. Damit würde das Neckarufer deutlich an Qualität gewinnen – und Stuttgart als Stadt am Fluss endlich erlebbar.

Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender

Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass sich im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik am 25. November 2025 eine Mehrheit für den Erhalt des historischen Bauwerks ausgesprochen hat. Björn Peterhoff ist überzeugt: „Das ist die günstigste, sinnvollste und nachhaltigste Lösung – mit der besten CO2-Bilanz.“ Die Verwaltung hatte auch einen teilweisen Erhalt sowie einen Abriss mit Ersatzneubau geprüft.

Verhandlungen mit der Bahn
Der Ausschuss hat die Verwaltung zudem beauftragt, mit der Bahn über den Erhalt und die Übergabe der Brücke zu verhandeln. Sobald Stuttgart 21 in Betrieb geht, werden Brücke und Eisenbahntunnel nicht mehr benötigt; die Züge rollen dann über die neue Rosenstein-Eisenbahnbrücke.

Parallel zu den Gesprächen wird die Verwaltung die Planungen weiter vorantreiben, damit der Gemeinderat über die nächsten Schritte entscheiden kann. So rückt unsere Vision eines grünen Parks über dem Neckar Stück für Stück näher.


Gäubahn-Kappung 2027 verhindern

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24. November 2025
Wir fordern, dass ein möglicher Zeitplan für die Sanierung der Panoramabahn, dem oberirdischen Abschnitt der Gäubahn durch Stuttgart-Nord und -West, jetzt diskutiert wird. Foto: Redaktion

„Milliardenprojekt Stuttgart 21 wird zum Drama“, titelte der SWR. Die WirtschaftsWoche sprach von „Digitalproblemen“, die das wichtigste Bahnprojekt aus der Spur bringen, und die FAZ schrieb: „Eröffnung verschoben: Stuttgart 21 versinkt im Chaos.“ – Wieder einmal sorgte das bekannteste Bahnhofprojekt Deutschlands für Schlagzeilen, nachdem am 19. November bekannt wurde, dass sich die zuletzt für Dezember 2026 geplante Teilinbetriebnahme und Eröffnung von Stuttgart 21 erneut verzögert.

„Die erneute Verschiebung von Stuttgart 21 ist eine weitere Zumutung für unsere ohnehin baustellengeplagte Stadt“, kritisiert unser Fraktionsvorsitzender Björn Peterhof. „Wir erwarten nun, dass uns die für 2027 geplante Kappung der Gäubahn erspart bleibt. Sie ist angesichts der erneuten Verzögerung nicht mehr erforderlich und nicht mehr vermittelbar.“ Die Kappung sollte 2027 parallel zur Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke erfolgen – ein gravierender Einschnitt für den öffentlichen Nahverkehr, zumal mit IBA’27 und den Finals 2027 zwei Großveranstaltungen anstehen.

Transparenz zu S 21
Neben der Verschiebung der Gäubahn-Kappung fordern wir, dass die Deutsche Bahn im Ausschuss Stuttgart 21/Rosenstein den aktuellen Zeitplan für Stuttgart 21 sowie den Projektstand des Pfaffensteigtunnels einschließlich der geplanten Inbetriebnahme vorstellt. Peterhoff betont: „Die Bahn muss Öffentlichkeit und Beteiligte zeitnah und transparent informieren, bevor weiteres Vertrauen verspielt wird.“ Ebenso erwarten wir klare Angaben zur Wegeführung rund um den Hauptbahnhof während der weiteren Baustellenzeit. Der derzeitige „Fernwanderweg“ ist für viele, insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen, unzumutbar und muss dringend verbessert werden.

Zeitplan für die Panoramabahn
Klarheit braucht es auch für die Sanierung der Panoramabahn, dem oberirdischen Abschnitt der Gäubahn durch Stuttgart-Nord und -West. Nachdem die Ergebnisse der Nutzen-Kosten-Untersuchung zum Nahverkehrs-Dreieck Stuttgart – den Anbindungen der Panoramabahn an Feuerbach, Bad Cannstatt und Vaihingen – vorgestellt wurden,  sollte nun ein möglicher Zeitplan für die Sanierung der Panoramabahn diskutiert werden. (Mehr erfahren: Presseinformation des Verbands Region Stuttgart vom 06.11.2025: Panoramabahn – Nutzen-Kosten-Untersuchung bestätigt Wirtschaftlichkeit des Nahverkehrs-Dreiecks.)

Auswirkungen auf das Rosenstein-Quartier
Die erneute Verschiebung der (Teil-)Eröffnung von Stuttgart 21 hat auch Auswirkungen auf die Planungen für das Quartier Stuttgart Rosenstein (Mehr erfahren: Webseite Stuttgart Rosenstein). Diese muss nun bedarfsgerecht angepasst werden – ein Grund mehr, warum es Klarheit beim Projektfortschritt von S 21 braucht. 

Antrag: Keine Gäubahn-Kappung 2027 und Transparenz zu S 21

Im Takt für Stuttgart

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19. November 2025
Wir machen uns für einen leistungsfähigen Nahverkehr stark. Foto: Redaktion

Mit der Fortschreibung des Nahverkehrsplans stellt die Landeshauptstadt Stuttgart wichtige Weichen für die kommenden Jahre. Trotz angespannter Haushaltslage soll der öffentliche Personennahverkehr weiter gestärkt und ausgebaut werden.

Wir GRÜNE begrüßen dies ausdrücklich, denn ein zuverlässiges und gutes Nahverkehrsangebot ist entscheidend für das Klimaneutralitätsziel 2035.

Die Stadt ist als Aufgabenträgerin für den ÖPNV verpflichtet, ein ausreichendes und hochwertiges Angebot sicherzustellen. Die Mobilitätsbefragung 2024 zeigt: Viele Stuttgarter*innen sind mit dem ÖPNV zufrieden. Diese positive Grundlage wollen wir gezielt ausbauen. Der Nahverkehrsplan definiert verbindliche Mindeststandards für Qualität, Angebot und Erschließung. Umwelt- und Klimaschutz, demographische Entwicklungen, Verkehrsprognosen sowie Hinweise aus Bürgerbeteiligungen fließen ebenfalls ein.

Zentrale Projekte: U1, U19 und Bus 42
Zu den zentralen Projekten gehören der Ausbau der Stadtbahnlinie U1 für den Einsatz langer Züge sowie die Einrichtung der U19 als dauerhafte Linie mit Verlängerung bis zum Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim. Auch im Busbereich sind spürbare Verbesserungen geplant: Die viel genutzte Innenstadtlinie 42 soll in der Hauptverkehrszeit künftig alle fünf Minuten fahren und somit häufiger als heute. Ein Erfolg von uns ist zudem, dass der Nachtbusverkehr von Montag bis Donnerstag nicht gekürzt wird und bestehen bleibt.

Verantwortung in Zeiten knapper Mittel
Gleichzeitig gilt: Wegen der schwierigen Finanzlage müssen beim ÖPNV jährlich rund 25 Millionen Euro eingespart werden. Diese Einsparungen betreffen nicht den laufenden Betrieb, sondern zukünftige Projekte, die neu priorisiert werden müssen. Unser Fraktionsvorsitzender Björn Peterhoff betont: „Ja, wir bauen langsamer aus als ursprünglich geplant. Aber: Wir bauen aus. Gerade in diesen Zeiten ist das ein wichtiges, positives Signal.“ Außerdem sprechen wir uns für eine Nahverkehrsabgabe aus, um den ÖPNV dauerhaft zu finanzieren und weiter ausbauen zu können.

Weitere Maßnahmen 
Weitere Maßnahmen sollen die Zuverlässigkeit des Netzes dauerhaft stärken: dichtere Takte, bessere Umsteigemöglichkeiten und barriereärmere Haltestellen. So soll der ÖPNV attraktiver werden, damit noch mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen.

Der Gemeinderat wird den Nahverkehrsplan am 18. Dezember beschließen. Damit setzen wir ein wichtiges Zeichen für einen starken, klimafreundlichen und verlässlichen ÖPNV.


Stück für Stück zur Lebenswerten Innenstadt

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13. November 2025
So soll der „Neue Stadtraum B14“ aussehen: Statt Stadtautobahn gibt's mehr Stadtgrün und Bäume, mehr Platz für Radfahrende und Zufußgehende sowie Sicherheit für Groß und Klein. Illustration: Studio Rustemeyer

Unter dem Titel „Lebenswerte Innenstadt & B14“ haben wir nach dem großen Interesse im Sommer am 12. November zu einer weiteren GRÜNEN Tour eingeladen. Im Mittelpunkt stand die geplante Umgestaltung der B14.

Unsere Route führte vom neuen Haus des Tourismus am Marktplatz über den Leonhards- und Wilhelmsplatz bis zum Ausstellungsraum von Stuttgart Rosenstein. Mit dabei waren neben unserem Fraktionsvorsitzenden Björn Peterhoff und Veronika Kienzle, Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, Cem Arat und Markus Weismann von asp Architekten sowie Jochen Köber von Koeber Landschaftsaritektur. Die beiden Büros haben den internationalen Wettbewerb „Neuer Stadtraum B14“ gewonnen.

Nach dem Start der Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung der B14 haben wir den Fokus erneut auf dieses zentrale Klimaanpassungsprojekt gerichtet. „Wir möchten, dass die Stadt endlich lebenswerter wird – hierfür ist die B14 ein zentraler Baustein“, betont Björn Peterhoff. Und weiter: „Auf den rund vier Kilometern zwischen Marienplatz und Schwanenplatztunnel sollen die Innenstadtbezirke wieder zusammenwachsen.“

Wir erobern die B14 zurück
Mit der Umgestaltung sollen die Verkehrsflächen halbiert werden. Aus sechs bis acht Spuren werden künftig vier Spuren. Der so gewonnene Raum steht dann allen zur Verfügung. Dass eine Spur-Reduzierung funktioniert, zeigt sich bereits heute in der Stadt. „Beispiele wie die Heilbronner Straße oder die Umweltspur in der Cannstatter Straße beweisen, dass der Verkehr nicht zusammenbricht. Manchmal muss man mutig sein!“, betont Björn Peterhoff.

Weniger Durchgangsverkehr – mehr Lebensqualität
Weniger Verkehrsflächen bedeutet weniger Durchgangsverkehr. Obwohl die Zahl der Pkw steigt, ist der Durchgangsverkehr in der Innenstadt in den letzten zehn Jahren bereits um 20 Prozent gesunken. „Für die angestrebte Zielplanung braucht es insgesamt jedoch eine Reduzierung um 40 Prozent – ein leistungsfähiger ÖPNV ist dafür entscheidend“, so Björn Peterhoff.

Zahl der Pkw zwischen Heslacher Tunnel und Schwanenplatztunnel

174.000 Fahrzeuge täglich

Davon:
10.000 Fahrzeuge – Durchgangsverkehr: Quelle und Ziel außerhalb Stuttgarts
83.000 Fahrzeuge – Quell-/ Zielverkehr: Quelle oder Ziel in Stuttgart
81.000 Fahrzeuge – Binnenverkehr: Quelle und Ziel in Stuttgart

Cityring wird verlegt
Auch vor dem Hauptbahnhof soll der Durchgangsverkehr zurückgehen. „Gut, dass der Gemeinderat kürzlich grünes Licht für die Verlegung des Cityrings gegeben hat“, so Björn Peterhoff. Geplant ist, dass der Cityring auf seiner Achse Schillerstraße/Arnulf‐Klett‐Platz nördlich auf die Wolframstraße verlegt wird. Der Arnulf‐Klett‐Platz vor dem Hauptbahnhof wird dann nur noch für Busse, Lieferverkehr und Taxis durchfahrbar – und damit deutlich aufgewertet.

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Verlegung des City‐Rings eingebracht – stuttgart.deBeschlussvorlage zur Verlegung Cityring im Ratsinfosystem der Stadt Stuttgart

Ein Jahrzehnteprojekt – Umsetzung in sechs Sequenzen
Die Umgestaltung der B14 ist ein langfristiges Vorhaben. Die Umsetzung erfolgt in sechs Sequenzen. „Wir müssen uns auf Projekte fokussieren, die schnell realisiert werden können. Gerade am Anfang braucht es viel Energie – und die Unterstützung der Bürgerschaft“, betont Markus Weismann (asp Architekten).

  • Marienplatz – Österreichischer Platz: Südtor und Taschenspiel
  • Österreichischer Platz – Wilhelmsplatz: Paulines Park und Wilhelmsplatz
  • Wilhelmsplatz – Charlottenplatz: Leonhards Wohnzimmer
  • Charlottenplatz – Gebhard-Müller-Platz: Kultur-Rambla
  • Gebhard-Müller-Platz – Neckartor: Terrassenpark und Bonatz-Blick
  • Neckartor – Schwanenplatztunnel: Schlossgarten-Lane

Weitere Informationen auf stuttgart-meine-stadt.de

Start im Stuttgarter Osten
Noch im November beginnt der Umbau der B14 mit einem Projekt im Stuttgarter Osten: dem Bau eines Abwasserkanals in der Cannstatter Straße als Ersatz für den maroden Nesenbachkanal. In diesem Zuge werden die vier Fahrspuren zwischen Leuze-Tunnel und Neckartor reduziert und die Lärmschutzwand zurückgebaut – der Park rückt näher an den Stadtbezirk.

Autofreier Wilhelmsplatz
Ein weiteres zeitnahes Projekt ist die Umgestaltung des Wilhelmsplatzes in Stuttgart-Mitte. Wir setzen uns in den aktuellen Haushaltsberatungen dafür ein, dass die Arbeiten bald starten und der Wilhelmsplatz endlich autofrei wird. Die Fahrspur vom Heusteigviertel in die Innenstadt soll hierfür zurückgebaut werden. So wird der Wilhelmsplatz größer, grüner, die Platanen erhalten mehr Raum – und der Platz insgesamt wird deutlich aufgewertet.

Neue Freiräume für eine klimaresiliente Stadt
Durch die Reduzierung der Verkehrsflächen entstehen entlang der B14 neue Sport-, Spiel- und Grünflächen. Diese neuen Freiräume werden klimaresilient gestaltet. „30.000 Quadratmeter sollen entsiegelt und über 1.000 Bäume neu gepflanzt werden“, erklärt Cem Arat (asp Architekten). Denn: Große Bäume kühlen die Stadt, erhöhen die biologische Vielfalt und bieten wirksamen Schutz vor Starkregen sowie der Entstehung von Hitzeinseln. Gepflanzt werden ausschließlich hitze- und trockenheitstolerante Baumarten, also sogenannte Zukunftsbäume. Viele heimische Arten wie Kastanien, die vielerorts im Stadtgebiet zu finden sind, erfüllen diese Anforderungen nicht mehr.

Die Bäume entlang der B14 sollen nicht wie üblich in Baumscheiben gepflanzt werden, sondern in breite Grünstreifen, die die Biodiversität fördern. Sie bieten den Wurzeln deutlich mehr Raum – sogar bis unter die Gehwege – und verbessern das Wachstum der Bäume. Ein ausgeklügeltes Regenwassermanagement führt Oberflächenwasser über diese Grünstreifen in den Untergrund und macht es dort für die Pflanzen verfügbar.

Neben der großflächigen Begrünung entlang der B14 sind viele zusätzliche Übergänge sowie die Umnutzung bestehender Tunnel – etwa zu Mobility Hubs – geplant.

Blick aufs B14-Modell
All dies und mehr haben die Vertreter von asp Architekten und Koeber Landschaftsarchitektur anschaulich an dem neun Meter langen Modell der B14 erläutert, das derzeit in der Rosenstein-Ausstellung der Stadt Stuttgart zu sehen ist – und allein durch seine Größe beeindruckt.

Wer noch einen Blick auf das B14-Modell werfen möchte: Die Sonderausstellung „Deine Meile. Am Puls der Stadt“ läuft noch bis zum 14. Dezember.
Ort: Ausstellungsraum Stuttgart Rosenstein, Eichstraße 9
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 12.30 bis 18 Uhr
Eintritt frei.
Weitere Infos: https://rosenstein-stuttgart.de

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Neuer Stadtraum B14 – Projektseite von asp Architekten

Aufwertung der Innenstadt an vielen Stellen
Nicht nur die Umgestaltung der B14 trägt zur Aufwertung der Innenstadt bei.

  • Das geplante Haus für Film und Medien belebt den Bereich rund um die Leonhardskirche.
  • Die Umnutzung von Kaufhof-Gebäude und -Parkhaus zu modernen Verwaltungsgebäuden verbessert die Arbeitsbedingungen für städtische Mitarbeiter*innen und den Bürgerservice.
  • Das sogenannten Posereck (Ecke Steinstraße/Nadlerstraße zwischen Rathaus und ehemaligem Kaufhof) wird neu gestaltet und erhöht die Aufenthaltsqualität .

Wie eine gelungene Aufwertung aussieht, zeigen die umgestaltete Eberhardstraße und Tübinger Straße – genauso wie das neue Haus des Tourismus.

Neuer Besuchermagnet in der City
Im Haus des Tourismus, das sich zum Marktplatz hin öffnet, startete unsere GRÜNE Tour mit einer Führung – vom Erdgeschoss bis zur Dachterrasse. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde es kürzlich eröffnet. Neben der Tourist-Info beherbergt das Gebäude Gastronomie sowie moderne Großraumbüros und Konferenzräume – und hat sich schon jetzt zum beliebten Treffpunkt für Einheimische und Gäste entwickelt. „Über 1.000 Besucher*innen kommen täglich, an Samstagen teilweise über 5.000“, berichtet Armin Dellnitz (Geschäftsführer Stuttgart-Marketing). Und weiter: „Wir sind begeistert, wie gut das neue Haus angenommen wird.“

Als GRÜNE Fraktion haben wir das Projekt von Anfang an unterstützt und auf eine nachhaltige Bauweise geachtet: mit Photovoltaik, Holzbauweise ab dem zweiten Obergeschoss, Holzelementen und einer Fassadenbegrünung, die noch folgt. Wichtig war uns zudem, dass das Haus und die Dachterrasse allen offen stehen und konsumfreie Räume geschaffen werden. Wer die Dachterrasse besucht, kann entweder eigene Speisen und Getränke mitbringen oder Angebote der knitz-Gastronomie genießen.

Übrigens: Das Haus des Tourismus ist täglich geöffnet: montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr, sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr.

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Webseite: Haus des Tourismus

Kitagebühren: sozial statt pauschal

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27. Oktober 2025
Die Stadt Stuttgart ist Trägerin von über 180 Tageseinrichtungen, die sich um ganzen Stadtgebiet verteilen. Bild: SementsovaLesia, iStock

Die geplante Erhöhung der Kitagebühren bewegt derzeit viele Stuttgarter Familien. Für den kommenden Doppelhaushalt 2026/2027 hat die Verwaltung massive Gebührenerhöhungen vorgeschlagen. Demnach würden die Kita-Gebühren in Stuttgart bis 2031 auf bis zu 823 Euro steigen – allerdings nur im absoluten Extremfall, also für eine Ganztages- plus Randzeitbetreuung (50 Stunden) für Kinder unter drei Jahren inklusive Essen.

Für uns ist klar: Die von der Verwaltung vorgeschlagene massive Erhöhung der Kitagebühren tragen wir nicht mit. Wir brauchen in Stuttgart langfristig eine verlässliche, kostengünstige und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Deshalb haben wir gemeinsam mit der CDU-Fraktion einen Vorschlag vorgelegt, der deutlich geringere Gebührenerhöhungen vorsieht.

Weitere Infos rund um das Thema Ktagebühren

Verantwortungsvoll durch die Krise

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24. Oktober 2025

Zum ersten Mal seit vielen Jahren muss die Stadt Stuttgart sparen. Diese besondere Situation erfordert besondere Maßnahmen. Als mitgrößte Fraktion haben die GRÜNEN im Stuttgarter Rathaus die Richtung des Haushaltsentwurfs des Oberbürgermeisters entscheidend mitgestaltet.

„So konnten wir bereits viele zentralen Punkte im Haushalt verankern und müssen nun deutlich weniger Anträge stellen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Björn Peterhoff. Bereits in den Haushalt verhandelt sind Mittel in Höhe von 600 Millionen Euro jährlich für Investitionen in Schulen, Straßen und städtische Gebäude. „Wichtig ist uns auch, am Ziel der Klimaneutralität festzuhalten. Deshalb bleiben die erfolgreichen städtischen Förderprogramme bestehen. Außerdem stellen wir zusätzliche Mittel für die Stadtwerke und das Energieberatungszentrum (EBZ) bereit und investieren in den Ausbau von Nahwärmenetzen“, so Peterhoff.

Eine funktionierende Verwaltung braucht attraktive Angebote für Mitarbeiter*innen. Die GRÜNE Fraktion hat sich daher für den Erhalt des Deutschlandtickets für alle städtischen Mitarbeiter*innen, für Azubiwohnen sowie zusätzliche Planungsmittel für Verwaltungsgebäude stark gemacht.

Bestehendes soziales Netz erhalten

Außerdem haben sich die GRÜNEN für die Fortführung vieler freiwilliger sozialer Leistungen eingesetzt – etwa des Sozialtickets der SSB, der Bonus- und Familiencard oder des Ausbaus der Schulsozialarbeit. „Während andere Kommunen in diesem Bereich sparen, erreichen wir in Stuttgart erstmals mit diesem Haushalt eine flächendeckende Versorgung an allen allgemeinbildenden Schulen mit Schulsozialarbeiter*innen“, betont die Fraktionsvorsitzende Petra Rühle.

In den vergangenen zehn Jahren konnte die Stadt ihre Angebote in der Jugendhilfe massiv ausweiten. Trotz schwieriger Haushaltslage bleiben die geschaffenen Strukturen erhalten – und werden teilweise sogar deutlich ausgebaut. „Von der Arbeitsförderung über Begegnungsstätten und Stadtteilhäuser bis zur Wohnungslosenhilfe – wir wollen das bestehende soziale Netz erhalten und erfolgreiche Projekte wo immer möglich fortführen“, so Rühle

Stuttgarter Familien im Blick

Trotz einer insgesamt soliden Haushaltslinie sieht die GRÜNE Fraktion Nachbesserungsbedarf – etwa beim Vorschlag der Verwaltung zur Erhöhung der Kitagebühren. „Die Kitagebühren in Stuttgart liegen seit Jahren auf einem niedrigen Niveau, auch im Vergleich zu umliegenden Kommunen. Die nun von der Verwaltung geplante massive Erhöhung schießt über das Ziel hinaus“, erklärt Rühle. Und weiter: „Wir setzen uns dafür ein, die zunächst anvisierten Gebühren in einzelnen Betreuungsformen abzusenken und die Erhöhung in zwei Stufen jeweils zu Beginn des Kita-Jahres einzuführen – so entlasten wir die Familien.“ Mit dem gemeinsamen Vorschlag von CDU und GRÜNE wird die ursprünglich von der Verwaltung vorgeschlagene jährliche Steigerung von 10 Prozent ab 2027 um Zweidrittel reduziert. Damit lägen die Kosten für einen Ganztagesplatz für unter 3-Jährige (40 Stunden) inklusive Essen im Kita-Jahr 2027/28 bei 355 Euro und ab 2030 bei 387 Euro. Bei anderen Betreuungsformen sogar deutlich darunter. Dank der Bonus- und Familiencard werden Stuttgarter Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen auch künftig bei den Kitagebühren entlastet.

50 GRÜNE Haushaltsanträge für eine nachhaltige Stadt

Mit 52 Haushaltsanträgen sowie vier Stellenanträgen mit einem Volumen von insgesamt rund 9 Millionen Euro sowie 12,5 Millionen Euro für die Stadtwerke setzt die GRÜNE Fraktion weitere Schwerpunkte: „Wir fördern die Pflanzung von 350 Bäumen jährlich, unterstützen Greenscouts und treiben die Weiterentwicklung des Superblocks in der Augustenstraße voran. Außerdem wollen wir die Einrichtung neuer Schulstraßen fördern“, erläutert Peterhoff. Auch im Kulturbereich setzen die GRÜNEN auf Augenmaß: „Gemeinsam mit der CDU haben wir einen Vorschlag erarbeitet, wie notwendige Einsparungen maßvoll und verträglich umgesetzt werden können – ohne dass insbesondere kleinere Institutionen oder für die Kulturlandschaft ungemein wertvolle, bislang befristete Projekte und Institutionen gefährdet werden“, ergänzt Rühle.

Mehr zum Doppelhaushalt 2026/2027

Lebenswerte Innenstadt & B14

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14. Oktober 2025
So soll der „Neue Stadtraum B14“ aussehen: Statt Stadtautobahn gibt's mehr Stadtgrün und Bäume, mehr Platz für Radfahrende und Zufußgehende sowie Sicherheit für Groß und Klein. Illustration: Studio Rustemeyer

Für alle, die an unsere GRÜNEN Touren im Sommer nicht teilnehmen konnten oder nur einen Platz auf der Warteliste bekommen haben, gibt es jetzt eine neue Gelegenheit: Unter dem Titel Lebenswerte Innenstadt & B14 lädt unser Fraktionsvorsitzender Björn Peterhoff am Mittwoch, 12. November, um 16.30 Uhr alle Interessierten ein, mehr über die geplante Umgestaltung der B14 zu erfahren.

Zu den Highlights gehören eine Führung durch das neue Haus des Tourismus am Marktplatz – mit Besichtigung der Dachterrasse – sowie der Besuch der Rosenstein-Ausstellung: Das Büro asp Architekten, Gewinner des internationalen städtebaulichen Wettbewerbs „Neuer Stadtraum B14“, stellt den aktuellen Planungsstand vor – anschaulich erläutert an einem mehrere Meter langen Modell der B14.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Daher bitten wir um Anmeldung über diese Webseite.

Lebenswerte Innenstadt & B14

*Zusatztermin aufgrund der hohen Nachfrage im Sommer*

TERMIN: Mittwoch, 12. November, 16.30 Uhr | Dauer: ca. 2 Stunden
Mit:
Vertreter*innen des Hauses des Tourismus, der asp Architekten GmbH sowie unserem Fraktionsvorsitzenden Björn Peterhoff

Start- & Treffpunkt: Eingang Haus des Tourismus am Marktplatz, Marktstraße 2, 70173 Stuttgart
Stationen: Haus des Tourismus, Leonhards- & Wilhelmsplatz, Rosenstein-Ausstellung
Highlights:
Führung durch das neue Haus des Tourismus am Marktplatz inklusive Dachterrasse & Besuch der Rosenstein-Ausstellung mit dem Büro asp Architekten
Gemeinsamer Abschluss: knitz Restaurant im Haus des Tourismus am Marktplatz

Mehr erfahren: Projektseite auf unserer Homepage, Neuer Stadtraum B14, Seite von Stuttgart Rosenstein

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Wandel von unten unterstützen

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14. Oktober 2025
Parklets und Co. fördert die Stadt mit einem Fonds, den wir beantragt haben. Foto: Redaktion

Stuttgart steckt in finanziell schwierigen Zeiten – und doch gibt es gute Nachrichten: Mit zwei neuen Förderprogrammen, die auf unsere Initiative zurückgehen, wird bürgerschaftliches Engagement und die Nachtkultur gezielt gestärkt. Denn klar ist: Der Wandel zu einer lebenswerten, zukunftsfähigen Stadt gelingt nur gemeinsam.

Foto: Patrick Vexler

„Die Stadtverwaltung kann den notwendigen Wandel, um klimafit zu werden, nicht allein stemmen – wir brauchen Bürger*innen, die sich einbringen.“

Marcel Roth, Stadtrat

Genau hier setzt das neue Förderprogramm für bürgerschaftliches Engagement im öffentlichen Raum an. Wer Ideen für die Gestaltung seiner Nachbarschaft hat – sei es durch Parklets, Pflanzkübel, Sitzgelegenheiten oder kreative Aktionen – kann ab sofort Unterstützung beantragen. Gefördert werden Projekte mit bis zu 25.000 Euro für Materialkosten. Damit können aus Ideen sichtbare Veränderungen entstehen – mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität, mehr Orte der Begegnung.

Das Programm soll Lust machen, Verantwortung zu übernehmen und den öffentlichen Raum aktiv mitzugestalten. Gerade kleine, kreative Projekte in den Quartieren zeigen: Wandel beginnt nicht oben in der Verwaltung, sondern unten – bei den Menschen, die sich vor Ort engagieren.

Nachtkultur wird gefördert

Auch in der Nacht ist Stuttgart lebendig – Clubs, Bars und Spielstätten tragen zur kulturellen Vielfalt und zur Attraktivität unserer Stadt bei. Gleichzeitig stehen viele von ihnen unter Druck: Das Ausgehverhalten hat sich verändert, Betriebskosten steigen, und strenge Auflagen erschweren den Betrieb. Hinzu kommen Konflikte mit Anwohnenden wegen Lärm, die bereits zur Schließung mancher Orte geführt haben.

Um diesem Problem zu begegnen, hat die Stadt den Infrastrukturfonds für Clubs und Livespielstätten eingerichtet. Mit dem Förderprogramm „Infrastrukturfonds – Schallminderung“ werden Investitionen gefördert, die Lärm reduzieren – etwa bauliche Schallschutzmaßnahmen, Gutachten oder innovative technische Lösungen. „Stuttgarts Nachtkultur ist ein wichtiger Standortfaktor“, sagt Stadtrat Marcel Roth. „Das Programm hilft bestehenden Clubs, Konflikte zu entschärfen und ihre Zukunft zu sichern.“

Für uns sind beide Förderprogramme Ausdruck einer lebendigen Stadtgesellschaft. Wer selbst Verantwortung übernimmt, trägt dazu bei, Stuttgart schöner, nachhaltiger und lebenswerter zu machen – am Tag wie in der Nacht.

Förderrichtlinie bürgerschaftliches EngegamentInfrastrukturfonds unterstützt Clubs bei Schallminderung (stuttgart.de)Koordination Nachtleben auf stuttgart.de

Schwierige Lage, klare Prioritäten

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1. Oktober 2025
Blick von der Uhlandshöhe auf die City. Bild: Redaktion

Vor uns liegt der Doppelhaushalt 2026/2027. Am 9. Oktober wird Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper den Entwurf in den Gemeinderat einbringen – zwei Wochen später als ursprünglich vorgesehen. Die Verzögerung macht deutlich, wie angespannt die Situation ist: Erst im August wurden die Referate und Ämter erneut aufgefordert, verbindliche Sparvorschläge vorzulegen.

Sparen mit Augenmaß
Wir GRÜNE werden den Entwurf sehr genau prüfen. Klar ist: Alle Bereiche müssen ihren Beitrag leisten – doch wir dürfen Stuttgart nicht kaputtsparen. „Gerade deshalb braucht es Augenmaß und Weitsicht. Denn wenn am Ende die Folgekosten höher sind als die Einsparungen, schadet das unserer Stadt doppelt“, betont unser Fraktionsvorsitzender Björn Peterhoff.

Einschnitte bei Klimaschutz und Mobilitätswende sehen wir besonders kritisch – denn hier geht es darum, unsere Stadt zukunftsfähig zu machen. Auch im sozialen Bereich gilt es, mit Bedacht vorzugehen: „Stuttgart soll eine Stadt des Miteinanders bleiben. Wir wollen den sozialen Zusammenhalt sichern und Menschen in schwierigen Lebenslagen zuverlässig unterstützen“, stellt unsere Fraktionsvorsitzende Petra Rühle klar.

Einstellungsstopp für freiwillige Aufgaben
Eine erste wichtige Entscheidung zur Haushaltskonsolidierung ist bereits gefallen: Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung einen befristeten Einstellungsstopp bis Ende März 2026 beschlossen. Wichtig ist uns, dass die Übernahme von Auszubildenden gesichert bleibt. Der Stopp gilt ausschließlich für freiwillige Aufgaben. Pflichtaufgaben – etwa in Bildung, Sicherheit oder Daseinsvorsorge – müssen selbstverständlich weiter finanziert und personell ausgestattet werden.

Bevor konkrete Einsparungen greifen, muss die Finanzsituation außerdem noch einmal transparent dargestellt werden. Offene Forderungen gegenüber Land und Bund, etwa bei den Unterbringungskosten, sind bislang nicht ausgeglichen. Hier erwarten wir mehr Klarheit. Die Lage ist anspruchsvoll, doch sie eröffnet auch die Chance, bewusst Schwerpunkte zu setzen und Stuttgart zukunftsfähig aufzustellen.

Weiter investieren in die Zukunft
Stuttgart darf nicht denselben Fehler machen wie in den 1990er Jahren, als wichtige Zukunftsthemen kaputtgespart wurden. Wir müssen weiter investieren – in Klimaschutz, soziale und kulturelle Infrastruktur, nachhaltige Mobilität und Bildung. Mit klaren Prioritäten und gemeinsamer Anstrengung wird es gelingen, diese Herausforderung zu meistern.


Mehr Klarheit im Wasserstreit

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25. September 2025
Wir möchten das Wassernetz zurück in städtischer Hand haben. Foto: Imani, Unsplash

UPDATE: Nachdem sich die Landeshauptstadt Stuttgart und die Netze BW Wasser GmbH auf einen Vergleich geeinigt hatten, stimmte der Gemeinderat diesem am 9. Oktober 2025 mehrheitlich zu. Am 17. Oktober 2025 unterzeichneten die Stadt und die EnBW die Vereinbarung über die künftige Wasserversorgung. Mit dieser Einigung endet nicht nur ein jahrelanger Streit – sie schafft zugleich Rechtssicherheit und eröffnet die Möglichkeit, die Planungen für eine sichere und verlässliche Trinkwasserversorgung voranzutreiben. Konkret erhält die Landeshauptstadt drei Sitze im Aufsichtsrat der Netze BW Wasser GmbH und sichert ihre Wasserversorgung für 17 Jahre, ohne Eigenkapital aufbringen zu müssen.

Nach jahrelangem Rechtsstreit mit der EnBW um das Stuttgarter Wassernetz liegt nun erneut ein Vergleichsvorschlag auf dem Tisch. Der Streit reicht weit zurück: In den 1990er-Jahren war das städtische Wassernetz an die EnBW vergeben worden. In den damaligen Verträgen fehlte jedoch eine klare Regelung, wann die Konzession tatsächlich endet. Dieses Versäumnis führte zu einem langen Rechtsstreit, der hohe Kosten verursachte, aber keine Klarheit brachte.

„Anders als die bisherigen Verträge sieht der neue Vorschlag nun eine Endschaftsklausel vor – ein fixes Datum, an dem die Konzession endgültig ausläuft“, erläutert unsere Fraktionsvorsitzende Petra Rühle. „Damit wird zumindest die Grundlage geschaffen, das Netz in Zukunft erwerben zu können. Mit dem Vergleich gibt es nun endlich Rechtssicherheit und Planbarkeit. Wichtig ist nun, für Transparenz zu sorgen: Ohne Einblick in Bücher und Netzzustand lässt sich kein fairer Kaufpreis ermitteln. Sollten sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen oder die Mehrheitsverhältnisse bei der Netze BW ändern, hat die Stadt ein Vorkaufsrecht. Auch Bezugsrechte sowie der Umgang mit den betriebsnotwendigen Grundstücken sind nun geregelt. “

Handlungsspielraum statt Risiko

Klar ist auch: Ein sofortiger Kauf wäre weder aktuell machbar noch seriös, solange keine Transparenz über Zustand und Wert der Netze besteht. Die Vereinbarung schafft den notwendigen Handlungsspielraum und bietet der Stadt neben einer Endschaftsklausel gleichzeitig umfassende Schutz- und Mitspracherechte. Sie sichert die Option auf einen Rückkauf, ohne die Stadt heute zu überfordern. Damit wird ein Risiko vermieden und gleichzeitig der Weg geebnet, Rücklagen für die Zukunft aufzubauen.

Auch Fraktionsvorsitzender Björn Peterhoff betont: „Die präsentierten Eckpunkte sind ein wichtiger Schritt, doch wir brauchen noch weitere Informationen, bevor wir abschließend über den Vergleich entscheiden. Sollte der Gemeinderat zustimmen, müssen wir heute schon Vorsorge treffen, damit die Stadt in 17 Jahren finanziell und organisatorisch in der Lage ist, das Wassernetz zurückzukaufen und zu betreiben.“

Für uns bleibt entscheidend: Mit dem möglichen Vergleich endet ein langer Streit, Rechtssicherheit wird geschaffen, Transparenz hergestellt und Planungen können begonnen werden. Nur so stellen wir sicher, dass die Wassernetze in Zukunft wieder in städtische Hand gelangen können.

Interfraktionell: Zukunft der städtischen Wasserversorgung sicherstellenPM der Stadt vom 10.10.2025: Gemeinderat beschließt Einigung in Sachen Wasserversorgung mit Netze BWPM der Stadt vom 01.10.2025: Wasserversorgung in guten Händen – Stadt schlägt Gemeinderat gütliche Einigung mit Netze BW vor

Große Kunst, bunte Stadt

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9. September 2025
Ein Blickfang am Züblin-Parkhaus: das Mural „Beautiful Decay“ der Stuttgarter Künstlerin Julia Humpfer. Foto: PFFFESTIVAL

Vier großformatige Kunstwerke in Süd, Mitte und West haben wir bei unserer GRÜNEN Tour „Urban Art: Kunst an Wänden“ am 8. September 2025 mit dem Rad erkundet. Mit dabei: unser Stadtrat Marcel Roth und Jan Ducks, einer der Initiator*innen des PFFFestival, der viele spannende Einblicke hinter die Kulissen gegeben hat.

Das PFFFestival fand in diesem Jahr bereits zum vierten Mal statt: Zwischen dem 30. Juli und Ende August gestalteten internationale und lokale Künstler*innen fünf neue Murals im Stuttgarter Stadtgebiet.

Foto: Patrick Vexler

Seit Beginn unterstützen wir das PFFFestival kulturpolitisch. Mit unserer GRÜNEN Tour wollten wir zeigen, welche spannenden Kunstwerke im öffentlichen Raum entstehen – und zugleich auch den Blick auf unabhängig entstandene Werke werfen.

— Marcel Roth, Stadtrat und kulturpolitischer Sprecher

Wem gehört die Stadt?
Gestartet sind wir am Marienplatz in Stuttgart-Süd. Nach der Begrüßung durch Marcel Roth und Jan Ducks stand das Kunstwerk „Festung Europa“ in der Möhringer Straße im Fokus: ein Kreis aus zwölf gelben Stacheldrahtelementen auf blauem Grund – eine Anspielung auf die EU-Flagge.

„Wir haben hier eine sehr politische Arbeit. Das Leid an Europas Grenzen muss aufhören“, so Marcel Roth. Der Künstler – aktuell auf einem Seenotrettungsboot im Mittelmeer im Einsatz – kritisiert damit die Abschottung der EU. „Sogar Jan Böhmermann hat das Werk auf Instagram gewürdigt, während er sonst für Stuttgart wenig übrig hat“, so Marcel Roth.

Das Kunstwerk wirft die Frage auf: Wem gehört die Stadt? „Ich finde die Stadt spannender, wenn Künstler:innen sie sich aneignen“, so Marcel Roth. Ob auch der Eigentümer des Gebäudes diese Haltung teilt? Das Bild wurde bereits mehrfach beschädigt – und stets vom Künstler repariert.

Kreislauf der Natur
Nächste Station war das Züblin-Parkhaus in Mitte – ein kommunalpolitischer Dauerzankapfel. „Noch immer ist unklar, ob es abgerissen oder für dringend benötigten Wohnraum umgenutzt wird“, erklärt Marcel Roth. Immerhin: Solange es steht, bleibt auch das Mural „Beautiful Decay“ erhalten, das die Stuttgarter Künstlerin Julia Humpfer 2023 für das PFFFestival realisiert hat. Ihr Werk thematisiert den Kreislauf der Natur: Aus Erde entsteht Leben, das nach dem Tod wieder zur Erde zurückkehrt.

Das größte Mural Stuttgarts
Das Züblin-Mural ist keineswegs das größte. Mit 46 Metern Höhe und 20 Metern Breite hat der Künstler IOTA in diesem Jahr in Stuttgart-Freiberg das bislang größte Stuttgarter Mural geschaffen – die 20. Fassade im Rahmen des PFFFestival in der Wallensteinstraße.

Julia Humpfer benötigte für ihr Kunstwerk rund eine Woche, unterstützt durch eine höhenverstellbare Hebebühne und ein Gerüst. Während der Arbeit kam sie mit vielen Menschen aus dem Bohnen- und Leonhardsviertel ins Gespräch. Manche reagierten kritisch, besonders Menschen, die auf der Straße leben: „Viele empfanden es als Affront, dass hierfür Geld ausgegeben wird“, erzählt Julia Humpfer bei unserer Tour. Diese Erfahrung hat ihr Bewusstsein für die Rolle von Kunst im öffentlichen Raum geschärft.

Ohne Kultur geht’s nicht
Unser Stadtrat Marcel Roth hat für die kritischen Reaktionen von Wohnungslosen Verständnis. „Andererseits: Kunst im öffentlichen Raum kommt allen zugute. Sie ist eine einfach zugängliche Form, Kunst zu erleben. Und Jan Ducks ergänzt: „Ohne Kultur geht’s nicht. Was bleibt von einer Gesellschaft, wenn Kulturtöpfe gestrichen werden?“

Kunst soll berühren
Für die Zukunft wünscht sich Julia Humpfer, dass das PFFFestival weitergeht und noch mehr Menschen den Mut haben, „so etwas“ zuzulassen. „Ein Kunstwerk muss nicht unbedingt hübsch sein – entscheidend ist, dass es Emotionen auslöst.“

Nachwuchskünstler*innen fördern
Die Förderung von Nachwuchskünstler*innen wie ihr liegt den Macher*innen des PFFFestival am Herzen. „Wir wollen nicht nur etablierte Namen einladen, sondern auch jungen Künstler*innen eine Bühne geben“, erklärt Jan Ducks. Außerdem werde auf Geschlechtergerechtigkeit geachtet – aktuell liegt das Verhältnis knapp unter der 50:50-Marke.

Autocollage am Berliner Platz
Nach dem Halt am Züblin-Parkhaus haben wir zwei neue Fassaden besucht, die in diesem Jahr für das PFFFestival entstanden sind: das Werk von Fred Battle am Berliner Platz und das Mural von Jack Lack in Stuttgart-West.

Fred Battles Arbeit zeigt aufgestapelte Autos – wie auf einem Schrottplatz. Der international tätige Künstler setzt urbane Szenen gerne zu neuen, surrealen Motiven zusammen. Sein Werk in Stuttgart polarisiert: Für die einen ist es ein Denkmal für eine autofreie Stadt, für andere ein Affront gegen Stuttgart, weil ein BMW und kein Mercedes dargestellt ist. „Alle sind sich jedoch einig, dass es super umgesetzt ist“, sagt Jan Ducks. Proportionen, Schattierungen, Dreidimensionalität und Farbgebung beeindrucken. „Fred Battles Arbeiten erkennt man sofort an den Farben“, so Jan Ducks. Allein einen Tag habe der Künstler damit verbracht, sie zu mischen.

Zwei Äffchen in Waagschalen
Den Abschluss bildete das Mural von Jack Lack an der Ecke Forst-/Johannesstraße in Stuttgart-West. Es zeigt eine junge Frau mit Waage, in deren Schalen zwei Äffchen sitzen – ein Symbol für Entscheidungen. „Bei jeder Entscheidung sitzen sozusagen ein Engelchen und ein Teufelchen auf der Schulter“, erläutert Jan Ducks das Kunstwerk.

Übrigens: Im Westen finden sich noch zwei weitere Murals:

Wandakquise das ganze Jahr
Insgesamt gibt es inzwischen 20 neue Murals in Stuttgart. Neue Flächen werden ganzjährig akquiriert, was durch das gewachsene Standing des Festivals inzwischen einfacher geworden ist. Manche Eigentümer*innen geben den Künstler*innen freie Hand, andere wollen bei der Gestaltung mitsprechen. „Viele wollen keine politischen Botschaften wie Kapitalismuskritik an ihren Fassaden“, so Jan Ducks.

Für 2026 sind bereits drei Fassaden fix. „Deshalb ist es wichtig, dass die städtische Förderung im nächsten Doppelhaushalt 2026/2027 fortgeführt wird“, fordert Jan Ducks. Als GRÜNE Fraktion werden wir uns dafür einsetzen, dass unsere Stadt auch künftig bunter und lebenswerter wird – auch durch großformatige Kunstwerke im ganzen Stadtgebiet.

Über das PFFFestival

Das PFFFESTIVAL – Urbane Kunst in Stuttgart findet seit 2022 statt. Es ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Stuttgart, der Baden-Württemberg-Stiftung und dem Kunstverein Wagenhalle. Ziel ist es, die Stadt langfristig bunter und lebenswerter zu machen.

Die Stadt Stuttgart fördert das Festival – Stand jetzt – bis einschließlich 2025 mit jährlich 120.000 Euro. Alle Werke werden von Anfang bis Ende dokumentiert; künftig sollen Infos und Videos direkt vor Ort über QR-Codes abrufbar sein.

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