Frauengesundheit stärken!

Vor gut einem Jahr, am 28. Mai dem internationalen Tag für Frauengesundheit, haben wir GRÜNE im Rathaus in einem Antrag gefordert, geschlechterspezifische Medizin beim Klinikum Stuttgart stärker voranzubringen.
Seit Jahren ist bekannt, dass sich der weibliche Körper in vielen Aspekten vom männlichen unterscheidet und Frauen anders krank sind als Männer. Symptome, Diagnostik sowie Behandlungen unterscheiden sich. In Pharmastudien sind Frauen unterrepräsentiert. Deshalb weiß man zu wenig über geschlechterspezifische Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten.
„Für uns GRÜNE ein drängendes Thema, das deutlich macht, wie wichtig es ist geschlechterspezifische Medizin in den Krankenhausalltag zu integrieren, um eine gezielte Diagnostik zu gewährleisten, Fehldiagnosen zu vermeiden und allen Geschlechtern die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen“, so Petra Rühle, Fraktionsvorsitzende.

Frauen sind anders krank als Männer!

Die bisherige Reaktion der Stadt auf unser Ansinnen ist unzureichend. Obwohl das Problem bekannt ist, bleibt es bei Verweisen auf begrenzte Zuständigkeiten und wenig Einfluss auf die Approbationsordnung für Ärzt*innen. Doch genau hier kann sich politscher Gestaltungswille zeigen: Das Bundesland Saarland bespielweise hat – mit Unterstützung der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. – eine entsprechende Positionierung auf den Weg gebracht, um in der Bundesregierung eine Erweiterung der geschlechtersensiblen Medizin in der Approbationsordnung anzuregen.

Wie Gesundheitsschutz – auch genderangepasster – geht, zeigt die städtische München Klinik. Obwohl auch sie kein Uniklinikum ist, gibt es dort ein eigenes Fachreferat „Gendermedizin und -pflege“. Es werden Konzepte für geschlechterangepasste Versorgung entwickelt, unter anderem für die Themen Innere Medizin, Herzkrankheiten, Diabetes oder Stoffwechsel. Zudem gibt es Schulungen für Ärzt*innen/Pfleger*innen und digitale Hinweise bei Medikamentenverordnung werden aufgebaut. Zusätzlich gibt es eine städtische Fachstelle „Frau, Gesundheit und Gendermedizin“, die schon 1997 beschlossen wurde.

Beim Thema Frauengesundheit muss mehr gehen in Stuttgart, Herr Oberbürgermeister!

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper ist dafür bekannt, sich bei Themen, die ihm wichtig sind, mit Nachdruck an Landes- oder Bundesregierung zu wenden. Wir wünschen uns dieses Engagement auch beim Thema Frauengesundheit und geschlechtersensible Medizin. Denn Gesundheitsschutz darf keine Frage des Geschlechts sein.

 

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