Verantwortungsvoll ins neue Jahr

UPDATE: Zum Jahreswechsel 2025/2026 gibt es keine städtische Silvesterparty auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Im Cityring soll erneut ein Böllerverbot gelten. Dies hat der Gemeinderat am 8. Oktober 2025 auf unseren Antrag (siehe unten) hin mehrheitlich beschlossen. Wir halten diese Entscheidung für richtig – mit Blick auf die aktuelle Haushaltslage der Stadt, aber auch aus Rücksicht auf Einsatzkräfte sowie Natur und Umwelt.
Zum Jahreswechsel 2025/26 plant die Stadtverwaltung erneut eine große Silvesterfeier auf dem Schlossplatz. Unterm Strich belastet die geplante Veranstaltung den städtischen Haushalt mit rund 952.000 Euro. Angesichts der schwierigen Haushaltslage, schmerzhafter Einsparungen in allen Bereichen, steigender Kosten bei Schulsanierungen und fehlender Mittel für den Klimaschutz halten wir das für kaum vermittelbar.
Zudem handelt es sich um eine rein freiwillige Leistung, die im letzten Haushalt nicht einmal veranschlagt war. Stattdessen sollte die Stadt den Fokus auf das legen, was wirklich zählt: Sicherheit und Ordnung in der Silvesternacht sowie auf ganzjährige, niederschwellige Angebote für alle Menschen in unserer Stadt, die bei weitem nicht solche Summen verschlingen.
Deshalb brauchen wir – wie in den Vorjahren – ein konsequentes Böllerverbot im gesamten Cityring. Wir haben beantragt, dass Stuttgart gemeinsam mit dem Polizeipräsidium eine Böllerverbotszone im Cityring festlegt und konsequent durchsetzt. Viele Städte machen es bereits vor: Köln, Düsseldorf, Hannover, München oder Frankfurt haben Böllerverbotszonen eingerichtet – ganz ohne millionenschwere Begleitveranstaltungen.
Viele Stimmen für ein Böllerverbot
Wo unkontrolliert gezündet wird, drohen Verletzungen, Brände und massive Belastungen für die Einsatzkräfte. Zudem führen private Feuerwerke zu hoher Feinstaubbelastung, zu Tierleid und zu Tonnen an Abfall. Zahlreiche Initiativen aus der Zivilgesellschaft fordern deshalb seit Jahren ein Ende des privaten Böllerns. Auch die Ärztekammer verweist auf die hohe Zahl von Verletzten, Feuerwehr und Polizei berichten von extremen Belastungen in der Silvesternacht. Erst kürzlich übergab die Polizeigewerkschaft eine Petition mit nahezu 1,5 Millionen Unterschriften für ein bundesweites Böllerverbot an das Bundesinnenministerium – ein starkes Signal, das auch die Landeshauptstadt Stuttgart unterstützen sollte. Und eine Maßnahme, die nachhaltig Wirkung entfalten würde – unterstützt von einer Mehrheit der Bevölkerung.
Wir wollen ein Silvester, das friedlich, sicher und umweltfreundlich ist – mit konsequentem Böllerverbot im Cityring, aber ohne zusätzliche Belastung für den ohnehin knappen städtischen Haushalt. So starten wir von der ersten Sekunde an verantwortungsvoll und nachhaltig ins Jahr 2026 – ganz im Sinne vieler Menschen in unserer Stadt.
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