Kritik an Stil des OB
Mit Erstaunen haben die Grünen im Stuttgarter Rathaus die aktuelle Pressemitteilung zur Vorlage „Klimaneutralität 2035“ des Oberbürgermeisters Dr. Frank Nopper zur Kenntnis genommen.
„Dass dies schon vor der Einbringung in die gemeinderätlichen Gremien und ohne die notwendigen Debatten abzuwarten, kommuniziert wird, ist kein guter Stil“, so die Fraktionsvorsitzende Petra Rühle. Die aktuelle Vorlage ist bereits eine Überarbeitung. Die erste Version wurde direkt nach der Einbringung im Ausschuss für Klima und Umwelt zurückgezogen, da sie über alle Fraktionen hinweg viel Kritik einstecken musste. „So sehr wir begrüßen, dass wir nächsten Mittwoch die Chance haben, mit einer breiten Mehrheit Stuttgart bis 2035 klimaneutral zu machen, hätte der OB auch hier die Beratungen in den zuständigen Gremien abwarten müssen“, so der Fraktionsvorsitzende Andreas Winter.
Kritisch sieht die Grüne Fraktion etwa, dass den Stadtwerken Zielvorgaben gemacht und dafür bereits Investitionsmittel zweckgebunden wer- den sollen, ohne dass diese Ziele auch nur im Entferntesten definiert wären. „Die Zweckbindung weiterer Mittel für den Klimaschutz ist eine Notwendigkeit, aber die müssen dann auch schnell für wirklich konkret anstehende Maßnahmen und Projekte verwendet werden können“, so Petra Rühle.
Dass städtische Gebäude dringend energetisch saniert werden müssen, ist auch nicht erst seit der Vorlage „Klimaneutralität 2035“ bekannt: „Wir haben bereits in den vergangenen Haushaltsberatungen zusätzlich 50 Millionen Euro jährlich dafür bereitgestellt. Was uns jetzt sehr befremdet ist, dass die daraufhin erarbeitete Vorlage 378/2022 zur Umsetzung der energetischen Sanierungsmaßnahmen während des Beratungsverlaufs von den Tagesordnungen der zuständigen Ausschüsse genommen wurde. Das verzögert dringend notwendige Maßnahmen unnötig“, so Rühle.
„Alles in Allem lässt die Vorlage die Ernsthaftigkeit und Flughöhe vermissen, die dem gemeinsamen Ziel, die Klimaneutralität bereits 2035 zu erreichen, angemessen wäre. Statt in großen Linien aufzuzeigen, dass
in allen Bereichen mächtig zugelegt werden muss, verliert sich die Vor- lage in willkürlichen Einzelmaßnahmen von kleinster Körnung wie Orts- bussen. Das wird dem großen Ziel der notwendigen Transformation – raus aus dem fossilen Zeitalter – nicht gerecht“, so Winter.
Teile unseren Beitrag mit deinen Freund*innen
Ein bedeutendes Wahrzeichen sichern
30. Juli 2026
Mit Blick auf die aktuelle Debatte um die Opernsanierung und das Interim stellen wir klar: Wir stehen weiterhin hinter dem Projekt. Allerdings müssen…
SolarScouts erfolgreich etabliert
22. Juli 2026
Gut zweieinhalb Jahre nach ihrer Gründung haben sich die Stuttgarter SolarScouts als erfolgreiche Anlaufstelle für Photovoltaik etabliert. Weitere…
Würdiges Gedenken an Fritz Bauer
20. Juli 2026
Wir fordern, dass der unermüdliche Einsatz von Fritz Bauer um die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und sein Kampf gegen das Unrecht des § 175 endlich…
Pride? Worldwide!
19. Juli 2026
OHNE UNS KEIN WIR! Füreinander laut, miteinander stark. – Das ist das diesjährige Motto der Stuttgart PRIDE. Auch wir setzen ein deutliches Zeichen…
Erste Schulstraßen in Stuttgart
16. Juli 2026
Stuttgart bekommt die ersten beiden Schulstraßen – ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit auf dem Schulweg.
SWSG zu Unrecht kritisiert
16. Juli 2026
Nach den Veröffentlichungen der Fraktion Linke SÖS Tierschutz zur Trinkwassersituation in Wohnungen der SWSG, ist eine sachliche Einordnung…





