Vom Industrieareal zum Zukunftsquartier

Auf großes Interesse stieß unsere GRÜNE Tour durch den Neckarpark in Bad Cannstatt am 28. April. Ein besonderer Höhepunkt war der Rundgang durch die BiNe – das Bildungshaus NeckarPark – eines der zentralen Projekte und architektonischen Highlights des Quartiers.
Unter dem Titel „Vom Industrieareal zum nachhaltigen Quartier von morgen“ führten unser Fraktionsvorsitzender Björn Peterhoff sowie Vertreter*innen der Landeshauptstadt Stuttgart und der Volkshochschule durch den Neckarpark – eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der Stadt. Mit dabei waren auch unsere Stadträtinnen Andrea Münch und Gabriele Munk sowie unser Stadtrat Fabian Reger.
Zum Auftakt gab Björn Peterhoff einen Überblick zur Entwicklung des Quartiers und zur Geschichte des ehemaligen Güterbahnhofareals. Ursprünglich war dort unter anderem ein Olympiastandort vorgesehen; auch eine Ikea-Ansiedlung stand zeitweise im Raum.
Heute entsteht auf dem 25 Hektar großen Areal ein gemischtes Stadtquartier mit rund 850 Wohnungen für etwa 2.000 Menschen, Gewerbe, Bildungs- und Sporteinrichtungen sowie rund 9.000 Quadratmetern Spiel- und Aufenthaltsflächen.
Das Herzstück: die Grüne Mitte
Herzstück ist die „Grüne Mitte“ – ein rund 10.000 Quadratmeter großer Park, der bereits 2017 eröffnet wurde. Ebenfalls prägend: die Kulturinsel als soziokulturelles Zentrum des Quartiers mit Biergarten – dort klang unsere Tour aus.
Bildung, Architektur und neue Lernkonzepte: die BiNe
Zweiter Programmpunkt war die BiNe, das Bildungshaus Neckarpark. Unter einem Dach vereint es ein Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ), Schulen und die Volkshochschule Stuttgart. Der Rundgang führte von der Aula über die Sporthalle bis zur Dachterrasse – mit weitem Blick vom Fernsehturm bis zum Stadion. Dort befinden sich unter anderem eine „Schule im Grünen“, Spielbereiche sowie ein Ballsportfeld.
Das Gebäude zeichnet sich durch viel Holz und Glas sowie begrünte Fassaden aus. „30 Prozent der Fassadenflächen im Neckarpark müssen begrünt werden“, erläutert Marco Tschöp vom Schulverwaltungsamt bei unserer GRÜNEN Tour. Gemeinsam mit Peter Holzer, dem Leiter des Tiefbauamts, gab er Einblicke in das Konzept – etwa in die aufwendige Konstruktion der Fassadenbegrünung, bei der einzelne Pflanztröge bis zu 500 Kilo wiegen.
Ein zentrales Element ist die enge Verzahnung von KiFaZ (fünf Gruppen) und vierzügiger Grundschule. Unterstützt wird dies durch die sogenannte Cluster-Struktur: Mehrere Unterrichtsräume gruppieren sich um gemeinsame Lernbereiche. Außengelegte Fluchtwege ermöglichen zudem flexibel nutzbare, möblierbare Flure. „Diese Struktur schafft Raum für moderne pädagogische Konzepte und mehr Flexibilität im Unterricht“, so Tschöp.
Energieversorgung: innovativ und klimafreundlich
Die Energieversorgung erfolgt über eine Energiezentrale im Quartiersparkhaus. Das Konzept kombiniert Solarenergie mit Erd- und Abwasserwärme. Ziel ist eine möglichst klimafreundliche Versorgung.
Ein besonderer Baustein: Rund 70 Prozent der Energie wird aus Abwasserwärme gewonnen, ergänzt durch ein Blockheizkraftwerk. „Der Neckarpark ist ein Vorreiter bei der Nutzung von Abwasserwärme in Stuttgart“, erläutert Ioannis Papandreou vom Amt für Umweltschutz.
Offener Treffpunkt: die vhs
Auch die Volkshochschule ist fest im Quartier verankert. Bei unserer Tour haben wir einen Blick in einen Multifunktionsraum geworfen, der durch viel Holz, Glas und eine Terrasse punktet. „Die vhs im Bildungshaus NeckarPark ist ein offener Ort für alle“, betonte Anja Läpple, die Leiterin der vhs in den Stadtbezirken. Enge Kooperationen mit dem Kinder- und Familienzentrum, der Schule sowie Vereinen und Initiativen im Quartier ermöglichen neue Formate – etwa spezielle Bildungsangebote für Frauen. Ein Highlight ist die Lehrküche im obersten Geschoss, die ebenfalls die Dachterrasse einbindet.
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Ausblick: So geht es weiter
Die Entwicklung des Neckarparks schreitet weiter voran:
Im Mai startet auf Baufeld Q5 der Bau eines sozial orientierten Quartiers der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mit 103 geförderten Wohnungen sowie fünf Gewerbeeinheiten.
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Ab Ende 2027/Anfang 2028 beginnt die Modernisierung und der Umbau des Alten Zollamts (Q11.1) – künftig mit Kulturinsel, Jugendamt und Stadtteilhaus. Bis zum Baustart wird ein Interimsgebäude für die Kulturinsel errichtet.
Übrigens: Das Alte Zollamt gehört als Teil des IBA-Netzvorhabens NeckarPark (Q11 und Q11.1) zum sogenannten IBA’27-Netzwerk.
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Feuerwehr, Frauenhaus, Volleyball
Voran geht es auch mit Q18 – dort entsteht für die Feuerwehr ein neues Führungszentrum für Sicherheit und Gefahrenabwehr (FüSiG) und eine Integrierte Leitstelle (ILS). Noch in diesem Jahr ist Baubeginn. Auf Q22 entsteht eine Beachvolleyball-Halle; auf Q 3A ist ein Frauenhaus geplant. Das Baufeld Q6 soll noch in diesem Jahr für Baugemeinschaften ausgeschrieben werden.
Herausforderungen gibt es weiterhin bei den sogenannten Lärmschutzquartieren (Q14.1, Q16.1 und Q17): „Leider stockt die Umsetzung des Lärmriegels“, sagt Peterhoff. „Hier wollen wir nun politisch gegensteuern, weil daran die Vermarktung weiterer Quartiere hängt.“
Gute Abbindung im Ausbau
Fortschritte gibt es dagegen bei der Verkehrsanbindung: Die Stadtbahnlinie U19 fährt künftig häufiger, zudem soll der Neckarpark ab Ende 2026 durch die Buslinie 45 besser angebunden werden.
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