Wald und Stadtbäume im Blick

Die ersten drei Monate dieses Jahres waren laut Deutschem Wetterdienst in Europa die wärmsten seit 100 Jahren. Der Klimawandel wird immer spür- und sichtbarer und bedroht auch unseren Wald in seiner Existenz. Zu wenig Regen, Stürme, Hitzewellen und lange Dürreperioden schädigen ihn massiv. Experten schätzen, dass bis zum Ende dieses Jahres in Deutschland eine Waldfläche von 400.000 Hektar unwiederbringlich verloren sein werden. Die Grünen auf Bundesebene fordern jetzt Investitionen in Milliardenhöhe und schärfere Gesetze, um Waldsterben entgegenzuwirken. Wir GRÜNE im Rathaus unterstützen diese Forderung voll, denn ein Spaziergang durch die Stuttgarter Wälder zeigt, dass die Trockenheit auch unseren Wäldern kräftig zusetzt. Unsere Stuttgarter Wälder sind für viele Tier- und Pflanzenarten ein sehr bedeutsamer Lebensraum. Auch für uns Menschen – im hochverdichteten Ballungsraum – sind sie für die Naherholung von unschätzbarem Wert. Gerade in Zeiten von Luftschadstoffbelastungen und zunehmendem Wärmestress kann der Aufenthalt im Wald gesundheitsförderlich sein. Zudem ist ein gesunder, artenreicher und vielfältiger Wald die unverzichtbare Lebensgrundlage für die CO2-Speicherung und für die Trinkwasserversorgung. Viele Gründe, warum wir GRÜNE im Stuttgarter Rathaus uns seit Jahren für eine nachhaltige Forstwirtschaft, das Alt- und Totholzkonzept, Waldrefugien, geschützte Habitate oder die ökologische und FSC-Zertifizierung des Stuttgarter Waldes stark gemacht haben. Und weil nicht nur wir, sondern viele Stuttgarter*innen sich einen achtsamen Umgang mit dem kostbaren Naturgut wünschen, haben wir GRÜNE einen Waldbeirat für Stuttgart initiiert und umgesetzt. Ein Forum, um gemeinsam mit Forstamt, Expert*innen und Bürger*innen Wege zu finden, unsere Wälder nachhaltig umzubauen.
Auch unsere Stadtbäume und unser Stadtgrün haben wir im Blick. Dank des Klimapakets gibt es 2 Millionen Euro, mit denen 10 Mitarbeiter*innen zum Bewässern eingestellt und neue Gießfahrzeuge angeschafft werden, so dass sich bis 2021 die ‚Gießkapazität‘ verdoppelt. Außerdem wird in Zukunft nicht nur das halbe Jahr, sondern 9 Monate gegossen und im Winter eine Vorratswässerung gemacht. Zusätzlich bekommen Bürger*innen und Baumpat*innen vom Garten- und Friedhofsamt Bewässerungssäcke zur Verfügung gestellt. Um das Engagement der Stadt perfekt zu machen, fordern wir, dass die Gießfahrzeuge via computergesteuertem Fahrtenprogramm effektiv eingesetzt werden. Denn ohne unsere Stadtbäume werden die Sommer in der Stadt künftig nicht auszuhalten sein und ohne die Ökologisierung der Waldbewirtschaftung, können wir die Klimakrise nicht verlangsamen. Packen wir’s an!

(Foto: pixabay.com/minka2507)

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