Verkehr in Stuttgart: bitte wenden!

Selbstverständlich muss mit Blick auf die Klimaneutralität 2035 die Verkehrswende verstärkt angepackt werden. Aber leider ist das noch nicht in der Verwaltungsspitze des Stuttgarter Rathauses angekommen.
Das machte der zuletzt eingebrachte Vorschlag von OB Nopper für den Aktionsplan 2023 „Nachhaltig und innovativ mobil in Stuttgart“ wieder einmal deutlich. Das vorgelegte Konzept konnte leider nicht halten, was der Titel verspricht – es war weder fortschrittlich noch innovativ. Und mehr noch, der Vorschlag setzte die falschen Anreize und hätte eine echte Verkehrswende verhindert.
Grundlegende Punkte wie „Verkehrsvermeidung“ und „Verkehrsverlagerung“ fehlten im Vorschlag des OB. Zudem waren Rad- und Fußverkehr, zwei tragende Säulen der Verkehrswende, deutlich zu wenig berücksichtigt. Genauso wie die soziale Dimension. Dabei ist diese für das Gelingen der Verkehrswende mitentscheidend. So sollen Autostraßen häufiger zu Spielstraßen werden und Superblocks wie in Barcelona mit deutlich reduziertem Autoverkehr könnten ein gutes Vorbild für Stuttgart sein. Die „Stadt der kurzen Wege“ muss bei allen künftigen Projekten der Stadtentwicklung unser Ziel sein.
Mit Blick auf die oben genannten Kritikpunkte haben wir gemeinsam mit SPD, Die FrAKTION und PULS einen Antrag zum Aktionsplan 2023 eingereicht. Ziel unseres interfraktionellen Antrags war es, gemeinsam ein wirkungsvolles Paket für die nächsten drei bis fünf Jahre zu schnüren, mit dem die Verkehrswende in der Landeshauptstadt auch wirklich gelingt.
Umso mehr freuen wir uns, dass der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik unserem gemeinsamen Antrag gefolgt ist und den Aktionsplan „Nachhaltig und innovativ mobil in Stuttgart“ am 4. April mit unseren entscheidenden Änderungen verabschiedet hat. Mit mehr als 200 Einzelmaßnahmen leistet dieser nun einen wichtigen Beitrag zur Mobilitätswende in Stuttgart.
Konkret schlagen wir unter anderem vor: Der Wilhelmsplatz in Stuttgart-Mitte wird autofrei. Carsharing wird deutlich ausgeweitet. Der Radetat wird pro Bürger*in verdoppelt. Pop-Up-Lösungen, also provisorische Maßnahmen und Verkehrsversuche, die nicht perfekt sein müssen, werden umgesetzt. Und: Von der Oper bis zum Gebhard-Müller-Platz wird eine Fahrradspur geschaffen. Zudem soll künftig bei städtebaulichen Umgestaltungen die Prämisse zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs, kurz MIV, nicht der Erhalt der heutigen Qualität sein, sondern die Funktionsfähigkeit des MIV. Unsere Vorschläge sind nachhaltig und innovativ – denn nur so kann eine echte Verkehrswende gelingen.
Teile unseren Beitrag mit deinen Freund*innen
Ein würdigendes Gedenken für Fritz Bauer
20. Juli 2026
Wir fordern, dass der unermüdliche Einsatz von Fritz Bauer um die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und sein Kampf gegen das Unrecht des §175 endlich…
Pride? Worldwide!
19. Juli 2026
OHNE UNS KEIN WIR! Füreinander laut, miteinander stark. – Das ist das diesjährige Motto der Stuttgart PRIDE. Auch wir setzen ein deutliches Zeichen…
Erste Schulstraßen in Stuttgart
16. Juli 2026
Stuttgart bekommt die ersten beiden Schulstraßen – ein wichtiger Schritt für mehr Sicherheit auf dem Schulweg.
SWSG zu Unrecht kritisiert
16. Juli 2026
Nach den Veröffentlichungen der Fraktion Linke SÖS Tierschutz zur Trinkwassersituation in Wohnungen der SWSG, ist eine sachliche Einordnung…
Chmelnyzkyj – mehr als Solidarität
15. Juli 2026
Was als Solidarität in einer Zeit der Krise begann, ist längst zu einer lebendigen Partnerschaft geworden. Deshalb setzen wir uns dafür ein,…
OB muss Hitzeschutz zur Chefsache machen
1. Juli 2026
Die jüngste Hitzewelle hat deutlich gemacht: Die bisherigen Maßnahmen der Stadt reichen längst nicht aus. Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper muss…





