Stuttgart braucht mehr Hitzeschutz

3. September 2026

Zahlen belegen, was wir alle erlebt haben: Hitzewellen werden länger, intensiver und häufiger. Das hat auch die außergewöhnliche Hitzephase im Juni 2026 gezeigt, die in ihrer Intensität mit dem Hitzesommer 2003 vergleichbar war. Zugleich dauern Hitzeperioden länger – und die Zahl der heißen Tage und Tropennächte in Stuttgart nimmt zu. Für Stuttgart ist das besonders problematisch: Unsere Kessellage, dicht bebaute und stark versiegelte Quartiere sowie die geringe Abkühlung in der Nacht verstärken die Belastung zusätzlich.

In den vergangenen Jahren ist bereits einiges passiert. Mit dem Klimawandel-Anpassungskonzept KLIMAKS, das es seit 2012 gibt, und dem erstmals im Juni 2025 erstellten Hitzeaktionsplan bestehen wichtige Grundlagen, die aber mit mehr Maßnahmen hinterlegt werden müssen. Die Stadt weist kühle Orte aus und baut das Netz an Trinkbrunnen aus – aktuell gibt es stadtweit 117 öffentliche Trinkbrunnen. Zudem schützt Stuttgart die für den Kessel wichtigen Frischluftschneisen. Auch beim Cannstatter Wasen kommt endlich Bewegung in die Sache: Große versiegelte Flächen müssen stärker begrünt, verschattet und klimaangepasst gestaltet werden.

Doch die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus. Besonders Schulen und Kitas müssen besser auf zukünftige Hitzeperioden vorbereitet werden. Deshalb haben wir in einem Antrag mehr Hitzeschutz an Stuttgarter Schulen gefordert. Zudem braucht es eine bessere Koordination innerhalb der Stadtverwaltung. Über den aktuellen Stand des Hitzeschutzes wurde am 27. Juli im Sozial- und Gesundheitsausschuss berichtet.

Stuttgart hitzefest umbauen

„Stuttgart wird immer heißer. Deshalb dürfen wir Hitzeschutz nicht nur als Reaktion auf einzelne Hitzewellen verstehen. Wir müssen unsere Stadt dauerhaft umbauen – mit mehr Bäumen, Schatten, Entsiegelung und kühlen Orten, gerade dort, wo Menschen wohnen, lernen und sich aufhalten“, sagt unser Fraktionsvorsitzender Björn Peterhoff.

Die Fehler der vergangenen Jahrzehnte sehen wir heute besonders deutlich auf vielen Plätzen und in dicht versiegelten Wohnstraßen. Dort müssen wir korrigieren. Unsere Baumpflanzoffensive ist deshalb ein wichtiger Teil des Hitzeschutzes im öffentlichen Raum.

Auch die Hitzedemo Ende August hat gezeigt: Beim Hitzeschutz muss Stuttgart besser vorsorgen. Entscheidend ist, dass unsere Stadt auch an heißen Tagen lebenswert bleibt. Denn der nächste Hitzesommer kommt bestimmt.

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