Begrünte Fassaden, Bäume im Hof und auf dem Dach: die Calwer Passage ist ein architektonisches Highlight von Stuttgart. Foto: Fraktion
Die aktuelle Hitzewelle zeigt einmal mehr: Stuttgart muss die Bevölkerung noch besser vor Hitze schützen und die Stadt konsequent an den Klimawandel anpassen. Weil Bäume der wirksamste Hitzeschutz sind, wollen wir Bürger*innen die Möglichkeit geben, für zusätzliche Bäume im Stadtgebiet zu spenden. Vorbild könnte das erfolgreiche Hamburger Modell sein.
Dieses Modell ermöglicht Einzel- und Gemeinschaftsspenden: Ist der Spendenwert für einen Baum und die Kosten für die Pflege in den ersten Jahren erreicht, pflanzt die Stadt einen zusätzlichen Baum. Als Zeichen des Dankes könnten die Namen der Spender*innen – soweit möglich – auf einem Schild im Umfeld des Baumes angebracht werden.
Foto: @LenaLux
„Mit unserem Antrag greifen wir den Wunsch vieler Menschen nach mehr Bäumen im Stadtgebiet auf.“
Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender
Wie groß dieser Wunsch ist, zeigt auch der kürzlich gestartete Baumentscheid Stuttgart: Bereits mehr als 10.000 Menschen haben die Petition unterzeichnet. Das kommt nicht von ungefähr: Stuttgart ist aufgrund seiner Kessellage besonders stark von Hitze betroffen. Allein bis Mitte Juli wurden bereits 28 heiße Tage registriert. Zudem gab es bis zu diesem Zeitpunkt so viele Tropennächte wie noch nie. Hitze ist längst zu einem ernstzunehmenden Gesundheitsrisiko geworden.
Natürliche Klimaanlage
Bäume spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung und wirken damit wie eine natürliche Klimaanlage. Gerade in dicht bebauten und versiegelten Quartieren tragen sie spürbar zur Abkühlung bei. Im Umfeld eines Baumes kann die Temperatur um bis zu 5 Grad Celsius sinken.
„Das Hamburger Modell eröffnet eine unkomplizierte Möglichkeit für bürgerschaftliches Engagement, schafft zusätzliche Bäume im Stadtgebiet und stärkt die Identifikation mit dem direktem Wohnumfeld“, fasst Björn Peterhoff die Vorteile zusammen. „Durch Baumspenden ist sichergestellt, dass fehlende Haushaltsmittel auch in Zeiten knapper Kassen keine Baumpflanzungen ausbremsen.“
Digitaler Spendenprozess
Der gesamte Spendenprozess sollte möglichst digital erfolgen. Über eine interaktive Baumwunschkarte könnten Bürger*innen Standorte vorschlagen. Die Verwaltung prüft anschließend die Umsetzbarkeit und schlägt bei Bedarf Alternativen vor.
Im ersten Schritt soll die Verwaltung nun das Hamburger Modell sowie weitere Möglichkeiten zur Finanzierung von Baumspenden prüfen. Die Ergebnisse sollen spätestens bis Ende des Jahres vorgestellt werden.
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