Milliardenprogramm für Stadtwerke

Der Gemeinderat hat am Donnerstag, 15. Dezember, mit nur drei Gegenstimmen neue Vorgaben für die Stadtwerke beschlossen, die den Anforderungen aus dem Klima‐Fahrplan gerecht werden und damit bis 2035 bis zu 25 Prozent der gesamten CO2-Emmission einsparen sollen. Dafür sind Investitionen von drei Milliarden Euro vorgesehen, die erste Milliarde sollen bereits in den nächsten vier Jahren aufgewendet werden. Im gleichen Zeitraum will das Unternehmen auf 450 Beschäftigte anwachsen.

Hier der Redebeitrag unserer Stadträtin Silvia Fischer:

Segel gesetzt und Leinen los!
Unsere Stadtwerke sind auf dem richtigen Kurs: Sie trauen sich zu, den CO2-Ausstoß in Stuttgart um rund 20 Prozent nach unten zu drücken. Das ist ein großer Batzen. Und er ist bitternötig. Nach langem Hin- und Her wurde hier im Juli endlich beschlossen, dass Stuttgart bereits in 12 Jahren klimaneutral sein soll. Das ist eigentlich schon übermorgen.
Deshalb muss schnell Fahrt aufgenommen werden. Nach dem hart erkämpften Kohleausstieg, beschleunigt der russische Angriffskrieg nun die Wärmeerzeugung ohne Gas. Der Ersatzsatzstoff ist Strom. Das macht den komplexen CO2-Ausstieg nicht einfacher, weil der wachsende Strombedarf mit regenerativ erzeugter Ware gedeckt werden muss.
Wie das gelingen kann? Das heute zur Abstimmung stehenden Strategiepapier zeigt für uns nachvollziehbare Perspektiven dafür auf, an welchen Stellschrauben im Strom-Wärme/Verkehrsbereich die SWS drehen können und müssen. Damit alle Kundinnen mit reg. Strom versorgt – und die lokalen Wärmequellen maximal angezapft werden – und die SWS Marktführer bei der Ladeinfrastruktur werden.
Die entwickelten Strategien und Maßnahmen erscheinen uns ausreichend hinterlegt, so dass die Realisierung wahrscheinlich, wenngleich sehr ambitioniert, ist.
Unser Dank geht an Herrn Drausnigg und sein Team bei den SWS mit EDS und SN und ebenso an alle, die in der Stadtverwaltung daran mitgewirkt haben.
Die erforderlichen Finanzmittel hat der Rat bereitgestellt. Nun kommt es darauf an, dass ausreichend qualifiziertes Personal gewonnen werden kann, dass die Vorhaben zielgerichtet ohne Verzögerung umgesetzt werden. Dafür liegt die Verantwortung aber nicht nur bei den SWS sondern neben dem Gemeinderat auch bei der gesamten Stadtverwaltung.
Wir sind gespannt darauf, ob die Wilhelma ihren enormen Energieverbrauch bald aus dem Neckar decken kann.
Wir sind gespannt darauf, wann die Mehrzahl der Stuttgarter Dächer blau sein werden.
Und wir sind gespannt darauf, in welche Windenergieanlagen die SWS investieren können. Etwa doch auf Stuttgarter Gemarkung? Oder gar Off-shore? Daran sieht man schon, welche Konflikte auf uns zurollen werden.
Wir hoffen, dass der Rat zusammensteht und alles unterstützt, was uns unserem Ziel näher bringt.
Wir sind optimistisch gestimmt und freuen uns schon darauf, dass das von den Stadtwerken beeinflussbare Minderungspotential an den Gesamtemissionen 2035 in Stuttgart tatsächlich erreicht wird.

(Foto: Myriams-Fotos/pixabay.com)

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