Menschlichkeit kennt keine Grenzen

Die Nachrichten über die Erdbebenkatastrophe in der türkisch-syrischen Grenzregion erfüllen uns mit großer Sorge. Schätzungen gehen von mehreren zehntausend Toten und mehr als hunderttausend Verletzten aus, viele Menschen werden noch immer vermisst. Millionen von Menschen sind innerhalb weniger Minuten obdachlos geworden. Viele von ihnen hatten bereits durch 12 Jahre Bürgerkrieg in Syrien alles verloren und Schutz in einem Flüchtlingslager gesucht. Und jetzt diese Katastrophe in der Katastrophe.
Auch in Stuttgart sind viele Menschen persönlich betroffen und suchen nach Möglichkeiten, den Menschen in Not zu helfen – ob vor Ort im Erdbebengebiet, mit Geld- und Sachspenden oder indem sie vom Erdbeben betroffene Angehörige fürs Erste bei sich aufnehmen. Um die Stuttgarter*innen dabei zu unterstützen, haben wir einen Antrag gestellt und die Stadtverwaltung zum Handeln aufgefordert.
Krisen in Syrien und Afganistan
Seit Jahren kommen aus Syrien weltweit die meisten Geflüchteten. Krisen und Konflikte prägen seit 40 Jahren auch Afghanistan. Seit dem Abzug der internationalen Truppen im Herbst 2021 und die erneute Machtübernahme der Taliban hat sich die Situation insbesondere für Frauen erneut verschärft.
Ein Jahr Krieg in der Ukraine
Vor einem Jahr hat auch Putins völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen die Ukraine eine große Fluchtbewegung ausgelöst. Ein Drittel der ukrainischen Bevölkerung ist seitdem auf der Flucht, viele Millionen von ihnen auch innerhalb des Landes. Rund eine Million Ukrainer*innen haben seit Kriegsbeginn in Deutschland Schutz gesucht.
Humanitäre Verpflichtung
Ukraine, Syrien, Türkei, Afghanistan, Nigeria – die Liste der Länder, in denen Krieg, Unruhen und Krisen Menschen dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen, ließe sich fortsetzen. Angesichts dessen sehen wir es als unsere humanitäre Verpflichtung, den Schutzsuchenden einen sicheren Zufluchtsort anzubieten und sie menschenwürdig unterzubringen.
Dank an Stuttgarter*innen
Es tut gut zu sehen, dass viele Stuttgarter*innen dies genauso sehen und mit großer Hilfsbereitschaft auf die Menschen in Not zugehen. Ein großer Dank geht deshalb an alle Stuttgarter*innen, alle ehrenamtlichen Engagierten, den Trägern, Vereinen sowie den Ämtern und Behörden für die gute Zusammenarbeit. Ohne das außerordentliche Engagement wäre eine erfolgreiche Arbeit mit und für Geflüchtete nicht möglich.
Gemeinsame Resolution
Mit einer gemeinsamen Resolution haben wir zusammen mit SPD, FrAKTION und PULS sowie Stadträt*innen der FDP erneut bekräftigt, dass wir zu unserer humanitären Verpflichtung stehen, Menschen in Not bei uns aufzunehmen und ihnen den Schutz und die Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigen. Denn Menschlichkeit kennt keine Grenzen.
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