In Erinnerung an Karin Kumpf

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Karin Kumpf. Mit ihr verliert die GRÜNE Gemeinderatsfraktion Stuttgart eine engagierte Kommunalpolitikerin und eine prägende Persönlichkeit der Stuttgarter Kommunalpolitik.
Karin Kumpf wurde 1942 in Berlin geboren. Als Geschäftsführerin der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion sowie in zahlreichen politischen Funktionen setzte sie sich mit großer Überzeugung und Ausdauer für ihre Ziele ein.
Ihr politischer Weg war geprägt von langjährigem Engagement auf verschiedenen Ebenen: Von 1980 bis 1982 war sie Bezirksbeirätin in Stuttgart-Mitte. Es folgte ihre erste Amtszeit als Stadträtin von 1984 bis 1989. Von 1990 bis 1994 wirkte sie als ehrenamtliche Bezirksvorsteherin im Stuttgarter Norden, bevor sie von 1994 bis 1999 erneut als Stadträtin Verantwortung übernahm. Ihre politischen Schwerpunkte lagen insbesondere in den Bereichen Frauenpolitik, Finanzen und Haushalt.
Wer mit Karin Kumpf zusammenarbeitete, erlebte eine pragmatische und verlässliche Politikerin. Sie war hervorragend in der Verwaltung vernetzt und wusste bei offenen Fragen meist genau, wen sie anrufen musste. Wenn in Diskussionen besonders hochfliegende Ideen aufkamen, stellte sie trocken die Frage: „Wie willst’n dat machen?“
Karin Kumpf blieb ihren Überzeugungen treu und ließ sich nicht leicht von ihrem Weg abbringen. Sie engagierte sich unter anderem für die Einrichtung der Stapf-Klinik in Stuttgart und damit für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch – ein Thema, das damals mit großen gesellschaftlichen Konflikten verbunden war.
Typisch für Karin Kumpf war auch, dass sie ihre eigenen Erfolge selten in den Vordergrund stellte. Projekte wie das Frauen-Nacht-Taxi der SSB, das sie maßgeblich vorangebracht hatte, waren für sie nach der Umsetzung bereits erledigt – denn die nächste Aufgabe wartete schon.
Zuletzt lebte Karin Kumpf wieder in Berlin.
Wir verlieren mit Karin Kumpf eine engagierte Streiterin für eine soziale und lebenswerte Stadt. Ihr Einsatz für Stuttgart und für unsere Fraktion bleibt unvergessen.
Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen, die ihr nahe standen.
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