Deutscher Städtebaupreis für grüne Stadtentwicklung

Zwei Stuttgarter Projekte wurden mit dem Deutschen Städtebaupreis 2023 ausgezeichnet: Das Olga-Areal erhielt beim „klassischen“ Städtebaupreis eine Belobigung, der Rahmenplan Stuttgart Rosenstein erhielt beim Sonderpreis „Klimaanpassung gestalten“ als besonders klimaangepasstes und -resilientes Projekt eine Auszeichnung. Der Deutsche Städtebaupreis gilt als wichtigster bundesweiter Wettbewerb für zukunftsweisende Planungs- und Stadtbaukultur. Insgesamt wurden für den diesjährigen Wettbewerb zum Städtebaupreis 50 Projekte und zum Sonderpreis 30 Projekte eingereicht und bewertet.
„Wir freuen uns sehr, dass die Jury des Deutschen Städtebaupreises gleich zwei Stuttgarter Projekte prämiert hat“, sagt Petra Rühle, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Stuttgarter Rathaus. „Beide Projekte stehen beispielhaft für eine grüne, zukunftsweisende Stadtentwicklung.“ Fraktionsvorsitzender Andreas Winter ergänzt: „Die Auszeichnungen zeigen, dass die Landeshauptstadt aktuelle Herausforderungen wie die Klimakrise und den Wohnraummangel ernst nimmt und innovative Lösungsansätze liefert.“
Mit der Auszeichnung des Rahmenplans Stuttgart Rosenstein würdigt die Jury ein „hochambitioniertes Konzept, das in unterschiedlichen Bereichen neue Maßstäbe setzen wird.“ Die Klimawandelanpassung sei ein wichtiges Leitbild des Projektes. Mit Blick auf die aktuelle Debatte um den Rahmenplan für den neuen Stadtteil betont Stadträtin Beate Schiener: „Die Auszeichnung macht auch deutlich: Mit der Realisierung des jetzigen Rahmenplans haben wir die einmalige Chance, mitten in Stuttgart eine zukunftsfähige, klimagerechte Quartiersentwicklung mit Vorzeigecharakter umzusetzen. Deshalb werden wir uns als GRÜNE Fraktion dafür stark machen, am prämierten Rahmenplan Stuttgart Rosenstein in seiner jetzigen Form festzuhalten.“ Und weiter: „So wollen wir etwa verhindern, dass der Gleisbogenpark verkleinert wird und der Gesamtcharakter des Rahmenplans verändert wird.“
Auch die Jury des Deutschen Städtebaupreises hebt die bedeutende Rolle des Gleisbogenparks für den gesamten Stadtteil hervor: Dieser sei für die vier Quartiere – Europaquartier, Rosensteinviertel, Rosenstein‐Campus und die Maker City – ein „wichtiges Bindeglied“, biete mit seiner Topographie Raum für unterschiedliche Nutzungen und halte großzügige Artenschutzflächen für eine einzigartige Flora und Fauna bereit. Darüber hinaus lobt die Jury weitere Ansätze, mit denen der künftige Stadtteil an den Klimawandel angepasst werden soll – etwa mit einem innovativen Regenwassermanagement, einer geringen Anzahl an Stellplätzen pro Wohneinheit sowie durch viele Grünflächen und begrünte Dächer und Fassaden. Der Rahmenplan wird derzeit von der Stadtverwaltung gemeinsam mit asp Architekten und Koeber Landschaftsarchitektur erarbeitet. Vorausgegangen war ein umfassender Bürger*innenbeteiligungsprozess.
Bei der Quartiersentwicklung am Olga-Areal hob die Jury das „ungewöhnlich hohe Engagement aller Beteiligten“ hervor, durch das im Stuttgarter Westen ein Stück Stadt entstanden sei, dass in alle Richtungen positiv ausstrahle und sich städtebaulich klug in die Stadtstruktur einfüge. Im Olga-Areal kamen viele Baugruppen zum Zug, die innovative Projekte realisiert haben. Außerdem entstand viel geförderter Wohnungsbau. „Der Bedarf an gemeinschaftlichen Wohnformen und gefördertem Wohnraum in unserer Stadt wird weiter wachsen“, sagt Petra Rühle. „Deshalb setzen wir uns auch in Zukunft für gute politische Rahmenbedingungen ein, die beides ermöglichen.“ So sind auch bei zukünftigen Quartiersentwicklungen Ausschreibungen an Baugemeinschaften vorgesehen. „Außerdem wollen wir, dass das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) fortgeschrieben wird, um mehr sozialen Wohnraum zu ermöglichen“, so Petra Rühle weiter.
Über den Deutschen Städtebaupreis Mit dem Deutschen Städtebaupreis werden seit mehr als 40 Jahren realisierte städtebauliche Projekte prämiert, die sich durch nachhaltige und innovative Beiträge zur Stadtbaukultur auszeichnen. Der parallel zum Städtebaupreis ausgelobte Sonderpreis rückt besonders dringliche Handlungsfelder im Städtebau und in der Stadtplanung in den Fokus. Das Thema des Sonderpreises 2023 lautete: „Klimaanpassung gestalten“. Der Deutsche Städtebaupreis wird von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) ausgelobt und durch die Wüstenrot Stiftung gefördert. Die Preisverleihung fand am 26. Mai in Berlin statt. Der Deutsche Städtebaupreis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert.
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