Chance verpasst – Stillstand riskiert

Im März 2020 hat die Stadt Stuttgart ihr Vorkaufsrecht an den Grundstücken der ehemaligen Karstadt-Filiale geltend gemacht, um dort die Umsetzung der Sanierungsziele Innenstadt umzusetzen. Von denen ist bei dem nun vorgelegten Vergleich nicht viel geblieben.
In Hinblick auf eine nachhaltige Stärkung und Entwicklung der City ist eine Durchmischung unterschiedlicher Nutzungen mit Handel und Büros, aber auch mit Wohnen sowie kulturellen und sozialen Angeboten grundlegend. Gute Beispiele dafür gibt es im Umfeld genug. Ein Verwaltungsgebäude der Deutschen Bundesbank mit nur etwas Einzelhandel im Erdgeschossbereich trägt weder zur Belebung des Quartiers, noch zu einer Aufwertung der urbanen Aufenthaltsqualität oder einer ausreichenden Nahversorgung bei. Von der Tatsache ganz abgesehen, dass die Herstellung einer so überdimensionierten Tiefgarage mitten im Cityring dem Ziel der autofreien Innenstadt und dem der Klimaneutralität Stuttgarts 2035 wiederspricht.
Signa muss dringend benötigten Wohnraum schaffen
Im Frühjahr dieses Jahres wollte der Oberbürgermeister den Gemeinderat auch noch überzeugen, komplett auf den in den Beschlüssen zum Stuttgarter Innenentwicklungsmodell verpflichtend festgesetzten Wohnanteil zu verzichten, da es eben nicht zu den Plänen des Investors passt. Wohnraum, wozu? Erst durch unseren Antrag und unser Beharren auf geltende Beschlüsse, muss nun immerhin auch die Signa, wie jeder andere Investor, bestehenden Vorgaben anerkennen und den dringend benötigten Wohnraum verpflichtend schaffen, wenn auch nur als Kompensation im Umkreis von einem Kilometer
Dass die Stadt nun das Grundstück Steinstraße 4 kaufen „darf“, ist nur ein schwacher Trost. Läuft doch die gesamte Erschließung der Tiefgarage über dieses Grundstück, was die Nutzung des EGs einschränkt und die der UGs unmöglich macht. Der Investor behält den Hauptteil des Grundstücks und setzt dort die für ihn profitabelste Nutzung durch und die Stadt „darf“ dann auf dem kleinen Grundstück die Bedarfe abbilden, die der Investor auf dem Hauptgrundstück nicht möchte.
Deal nicht im Sinne der Zukunft der Stadt
Nicht der Rechtsstreit, für den uns ein Gutachten beste Aussichten bescheinigt hat, stellt hier das große Risiko dar, sondern dass nun ein unbefriedigender Zustand in bester Innenstadtlage auf Jahrzehnte zementiert oder noch schlimmer, über Jahre hinweg Stillstand und eine Bauruine riskiert wird. Sollte die Stadt ihre städtebauliche Zukunft tatsächlich einem Investor überlassen, der gerade allerorten bedenkliche Schlagzeilen macht? Die Anleihen der Signa-Gruppe brechen nach Ermittlungen gegen Signa-Chef Benko ein, in anderen Städten wurde bereits die Reißleine gezogen. Uns war dieses Risiko zu hoch, ein solcher Deal ist nicht im Sinne der Zukunft der Stadt.
Teile unseren Beitrag mit deinen Freund*innen
Wir suchen dich! Als Fraktionsmitarbeiter/-in in unserem Team
14. August 2026
Du interessierst dich für Politik, kennst dich mit Social Media aus und hast Lust, die Arbeit der Grünen Fraktion in Stuttgarter Rathaus zu…
Wie weiter, EnBW?
5. August 2026
Das Projekt „Der neue Stöckach“ liegt seit Jahren auf Eis. Nun ließ die EnBW verlauten, die Grundstücke auf dem freien Markt verkaufen zu wollen.…
Grüner und lebenswerter
4. August 2026
Mehr Grün, mehr Hitzeschutz und deutlich mehr Aufenthaltsqualität: Wir begrüßen sehr, dass die Umgestaltung der Dorotheenstraße in Stuttgart-Mitte…
Baumspenden ermöglichen
3. August 2026
Gemeinsam gegen die Hitze: Wir wollen Bürger*innen die Möglichkeit geben, für zusätzliche Bäume im Stadtgebiet zu spenden. Denn: Bäume sind der…
Bedeutendes Wahrzeichen sichern
30. Juli 2026
Mit Blick auf die aktuelle Debatte um die Opernsanierung und das Interim stellen wir klar: Wir stehen weiterhin hinter dem Projekt. Allerdings müssen…
SolarScouts erfolgreich etabliert
22. Juli 2026
Gut zweieinhalb Jahre nach ihrer Gründung haben sich die Stuttgarter SolarScouts als erfolgreiche Anlaufstelle für Photovoltaik etabliert. Weitere…





