Grüner und lebenswerter

4. August 2026
Die Dorotheenstraße in Stuttgart-Mitte wird ab Anfang 2027 umgestaltet. Foto: Redaktion

Die Dorotheenstraße in Stuttgart-Mitte wird umgestaltet – das hat der Gemeinderat am 30. Juli 2026 mehrheitlich beschlossen. Mit dem Projekt entstehen mehr Grün, mehr Hitzeschutz und deutlich mehr Aufenthaltsqualität im Herzen der Innenstadt.

Wir Grüne haben die Umgestaltung der Dorotheenstraße trotz des Widerstands von Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper und der konservativen Fraktionen konsequent vorangetrieben. Für uns ist sie ein wichtiger Baustein einer klimaangepassten und lebenswerten Stadt.

Foto: @LenaLux

„Mehr Grün, mehr Schatten und mehr Platz für Menschen machen die Dorotheenstraße deutlich lebenswerter.“

Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender

Was ist geplant?
Die Umgestaltung des Bereichs vor der Markthalle zwischen Schillerplatz und Karlsplatz schafft statt versiegelter Flächen und 37 Parkplätzen:

  • 13 neue Bäume
  • 680 Quadratmeter Vegetationsfläche
  • 700 Quadratmeter wasserdurchlässiges Sickerpflaster
  • neue Sitzmöglichkeiten
  • mehr Außengastronomie vor der Markthalle
  • konsumfreie Aufenthaltsflächen
  • zusätzliche Fahrradstellplätze
  • barrierefreie Wege
  • öffentliche Toiletten

Mehr Grün, weniger Grau
Die Umgestaltung ist ein wichtiger Baustein zur Klimaanpassung. Insgesamt werden 13 neue Bäume gepflanzt und rund 680 Quadratmeter Vegetationsfläche geschaffen, davon rund 650 Quadratmeter durch Entsiegelung. Hinzu kommen 1.700 Quadratmeter Sickerpflaster, das Regenwasser versickern lässt und die Aufheizung im Sommer reduziert.

Auch das Umfeld von Hotel Silber, Waisenhaus und Markthalle wird mit neuen Bäumen, neuen Sitzmöglichkeiten, barrierefreien Wegen und zusätzlichen Fahrradstellplätzen deutlich aufgewertet.

Dank zusätzlicher 250.000 Euro für die Märkte entsteht vor der Markthalle außerdem eine attraktive Präsentationsfläche mit Außengastronomie. Ladezonen und Behindertenstellplätze bleiben erhalten. Die Dorotheen- und Münzstraße werden künftig als Tempo-20-Bereiche gestaltet. Auch Anlieferungen und die Zufahrt zur Tiefgarage sowie für Feuerwehr und Veranstaltungen bleiben möglich.

Klimaband und Boulebahn
In der Goerdelerstraße zwischen Karlsplatz und Weltcafé entsteht ein Klimaband mit großzügigen Pflanzflächen, artenreicher Begrünung und neuen Sitzmöglichkeiten. Auf Höhe des Karlsplatzes ist ein Aktivitätsband mit Boulebahn und flexiblen Sitzelementen geplant. Auch das Deserteursdenkmal erhält ein attraktiveres Umfeld.

Kritik am Vorgehen des OBs
Kritisch sehen wir, dass Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper das bereits beschlossene Projekt kurz vor dem Baubeschluss öffentlich infrage gestellt hat. Seine persönliche Bewertung fand sogar Eingang in die Beschlussvorlage. Darin heißt es unter dem Punkt Planungsziele:  „Der Oberbürgermeister gibt zu Bedenken: Seit dem Projektbeschluß im Jahr 2023 hat sich die Haushalts- und Finanzlage der Landeshauptstadt Stuttgart drastisch verschlechtert. Und zum anderen verändert sich mit der Umsetzung der Maßnahme die Erreichbarkeit der Markthalle und von deren Umfeld mit dem Automobil stark nachteilig.“

„Statt Stuttgart fit für die Zukunft zu machen, hat Oberbürgermeister Nopper erneut bereits beschlossene Projekte für Klimaanpassung und eine lebenswerte Innenstadt blockiert.“

Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender

Für uns stellen sich deshalb zentrale Fragen:

  • Warum werden bereits beschlossene Projekte immer wieder infrage gestellt?
  • Warum stehen Klimaanpassung und nachhaltige Mobilität ständig zur Debatte?
  • Wann kümmert sich der Oberbürgermeister endlich um die großen strukturellen Herausforderungen unserer Stadt?

Dazu gehören insbesondere:

  • Prozesse und eine funktionierende Stadtverwaltung
  • Klima- und Hitzeschutz
  • die Sanierung der Infrastruktur, insbesondere der Schulen
  • die Finanzierung der SSB
  • die Wirtschaftsförderung
  • das Image unserer Stadt

Natürlich müssen angesichts der angespannten Haushaltslage Prioritäten gesetzt werden. Investitionen in Klimaanpassung, Hitzeschutz, sichere Mobilität und lebenswerte Stadträume sind jedoch kein Luxus, sondern lebensnotwendig.

„Klar ist: Wer heute bei Klimaanpassung und nachhaltiger Mobilität spart, zahlt morgen drauf.“

Björn Peterhoff, Fraktionsvorsitzender

Wie geht es weiter?
Bereits 2023 hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik dem Vorhaben zugestimmt. Mit dem Baubeschluss Ende Juli 2026 ist nun der nächste wichtige Schritt erfolgt. Der Baubeginn ist Anfang 2027 vorgesehen. Die Fertigstellung soll bis Mitte 2028 erfolgen.

Die Gesamtkosten der Umgestaltung belaufen sich auf rund 7,4 Millionen Euro. Ein erheblicher Teil davon wird durch Fördermittel finanziert.

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