Quo vadis Kita?
Quo vadis Kita? Um mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder im Vorschulalter zu erreichen, hat die Verwaltung einen Prozess angestoßen, in dem Potenziale und alternative Betreuungsformen im Kita-Bereich ausfindig gemacht und diskutiert werden sollen. Nachdem die Verwaltung ihren Antrag auf Änderung der Kita-Satzung zum Ausbau der Betreuungsart Verlängerte Öffnungszeit zurückgezogen hat, ist unklar, wie es mit der geplanten Ausweitung von Kita-Plätzen weitergehen soll. Deshalb fordern wir einen Bericht über das weitere Vorgehen in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 23. September 2024.
Trotz aller Anstrengungen in den vergangenen Jahren und einer erheblichen Zunahme an Kita-Plätzen und pädagogischem Personal, gibt es in Stuttgart nach wie vor viele Kinder ohne Betreuungsplatz. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf ihre Bildungschancen sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung im Mai 2024 einen Antrag auf Änderung der Kita-Satzung eingereicht, um die Betreuungsart „Ganztag“ (GT; 8 Stunden) für Kinder unter drei Jahren durch die Betreuungsart „Verlängerte Öffnungszeiten“ (VÖ; bis zu sechs Stunden) zu ersetzen. Kern der angestrebten Satzungsänderung war wohl, durch eine Reduktion der Ganztagsquote im U3-Bereich insgesamt mehr Kita-Plätze zur Verfügung stellen zu können.
Umfassend abwägen
Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote stärken Kinder und helfen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Umwandlung von GT auf VÖ stellt diesbezüglich einen Rückschritt dar und kann daher nur nach umfassender Abwägung der Vor- und Nachteile in Betracht gezogen werden. Zudem sollte es sich maximal um eine temporäre Maßnahme handeln, um die bestehenden Angebote zu stabilisieren und weiteren Kindern den Zugang zu Betreuungsangeboten zu ermöglichen, bis andere Konzepte greifen.
Unsere Forderungen
Neben einem Bericht über das weitere Vorgehen bitten wir die Verwaltung, eine Reihe von offenen Fragen rund um das Thema „Geplante Ausweitung von Kitaplätzen mit verlängerten Öffnungszeiten“ zu beantworten, darunter folgende:
- Wie und in welchem Umfang kann eine Umwandlung der Betreuungsart von Ganztagesbetreuung (GT) auf VÖ einen Zuwachs an Betreuungsplätzen bewirken?
- Nach welchen Kriterien sollen den Eltern künftig VÖ- bzw. GT-Plätze angeboten werden?
- Wie bewertet die Verwaltung die Erfahrungen anderer Kommunen, beispielsweise Tübingen oder Offenburg, beim Ausbau von VÖ?
Mehr Transparenz
Bereits Mitte März 2024 haben wir die Verwaltung mit unserem Antrag „Quo vadis Kita: Auf der gemeinsamen Suche nach dem besten Weg“ aufgefordert, Fragen rund um das Thema Kita-Betreuung zu beantworten. Damit wollten wir größtmögliche Transparenz und Nachvollziehbarkeit für die berechtigten Sorgen und Fragestellungen herstellen, die beim ersten Kita-Forum im Februar 2024 geäußert wurden.
Die Antwort des Oberbürgermeisters (siehe unten) auf einen Großteil unserer Fragen fiel ernüchternd aus. Mit dem Verweis auf den aktuell laufenden Kita-Entwicklungsprozess könnten Antworten naturgemäß nicht abschließend beantwortet werden. Mit unserem Antrag vom Juli 2024 fordern wir daher erneut mehr Transparenz im begonnenen Kita-Prozess.
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