Ein Haus für Film und Medien

Endlich ist es soweit: Seit 2008 das Kommunale Kino Stuttgart seine Türen schließen musste, nach Kinosterben, nach elf Jahren Einsatz des Vereins für ein Haus für Film und Medien und vielen Anträgen und Beschlüssen, sind wir einen entscheidenden Schritt weiter: Ein idealer Standort auf einer Teilfläche des derzeitigen Breuninger-Parkhauses ist gefunden, in einem hochkarätig besetzten Preisgericht wurde ein herausragender Siegerentwurf gekürt, nun steht diese Woche der Vorprojektbeschluss für ein neues Stuttgarter Haus für Film und Medien an.
Und der große Einsatz, die Geduld und Hartnäckigkeit haben sich gelohnt: Der Preisträgerentwurf verbindet die Strahlkraft eines einzigartigen Gebäudes mit einer städtebaulichen Reparatur, durch den die Kulturmeile fortgesetzt, die Schneise der B14 überwunden und die Leonhardsvorstadt mit dem Marktplatz und dem Dorotheenquartier verbunden werden kann.
Urban, lebendig, integrierend
Hier kann ein Ort mit eigenständiger Identität und hohem Identifikationspotential entstehen, ein Ort für den Film- und Medienstandort mit all seinen Facetten, von Filmkultur bis Medienpädagogik, von Games bis zum Animations- und Experimentalfilm. Kein Kulturtempel für wenige, sondern urban, lebendig, integrierend: Mit großzügiger Treppenanlage, offen und einladend nach allen Seiten, mit einer Begrünung hin zum Mobility Hub und einer einladenden Platzgestaltung hin zur Leonhardskirche.
Notwendige städtebauliche Reparatur
Auch, wenn der Entwurf sowohl aus energetischen Gesichtspunkten sowie was die Bespielbarkeit hinsichtlich flexibler Filmdarbietungen, Installationen und Ausstellungen, was die Verträglichkeit in Hinblick auf Nachbarschaft und Anwohner*innen angeht, noch deutlichen Nachbesserungsbedarf aufweist: Er hat es in überzeugender Weise geschafft, den Anforderungen der komplexen Aufgabenstellung von einem einzigartigen architektonischen Ausdruck, dem Versprechen einer notwendigen städtebaulichen Reparatur, der Einbeziehung einer heterogenen Stadtgesellschaft bis hin zum programmatischen Anspruch an ein Stuttgarter Haus für Film und Medien gerecht zu werden.
Virtuelles und reales Leben treffen sich
Denn neben architektonischer Qualität und Strahlkraft und der städtebaulichen Komponente darf selbstverständlich der eigentliche Kern nicht zurückstecken: Es geht um ein Haus für Film und Medien in und für Stuttgart, einen Standort für Kulturvermittlung und Medienpädagogik. Um einen Ort des Austausches, der Reflektion und der Interaktion, wo Geschichte auf Gegenwart und Zukunft trifft, wo eine Kunstform in all ihren Facetten erfahrbar wird. Ein kreatives Labor, wo Neues erprobt werden kann, Mediales erleb- und begreifbar wird, wo sich virtuelles und reales Leben treffen und verbinden können.
Teile unseren Beitrag mit deinen Freund*innen
Neue GRÜNE Touren – Jetzt anmelden
2. März 2026
Unter dem Titel „Klimaneutrale Eiswelt – Einblick hinter die Kulissen“ laden wir am 23. März zur ersten GRÜNEN Tour in diesem Jahr ein. Anmeldungen…
Stuttgarts Klimaneutralitätsziel gefährdet
27. Februar 2026
Zurück ins fossile Zeitalter: Die geplante Novelle des Gebäudeenergiegesetzes gefährdet das Klimaneutralitätsziel und die Wärmeplanung der……
Baustelle ohne Ende
26. Februar 2026
Baustelle ohne Ende: Stuttgart 21 verzögert sich erneut – und wieder einmal zeigt sich: Unsere Bedenken gegenüber diesem Projekt waren……
An der Seite der Ukraine
24. Februar 2026
Nach vier Jahren Krieg und pausenloser Angriffe sehen viele Beobachter*innen die Ukraine an einem Tiefpunkt angelangt. Umso wichtiger ist es,…
Der falsche Weg
16. Februar 2026
Die Bundesregierung möchte sparen und stellt die freiwilligen Integrationskurse ein – mit spürbaren Folgen auch für Stuttgart. Wir kritisieren diesen…
Radweg für neue Körschtalbrücke
10. Februar 2026
Nach 60 Jahren muss die Körschtalbrücke in Möhringen abgerissen und ersetzt werden. Jetzt steht fest: Die neue B-27-Brücke bekommt einen separaten…





