Der falsche Weg

16. Februar 2026
Sprechen Sie Deutsch? Foto: Olga Golovkina, iStock

Dir Bundesregierung möchte sparen und stellt die freiwilligen Integrationskurse ein – mit spürbaren Folgen auch für Stuttgart. Sprache ist der Schlüssel zu Integration. Deshalb kritisieren wir diesen Schritt deutlich.

Stadträtin Afina Albrecht. Foto: ©LenaLux

Der Bund schränkt den Zugang zu freiwilligen Integrationskursen ein, um zu sparen. Viele Asylbewerbende, Geduldete sowie Menschen aus der EU und der Ukraine – auch in Stuttgart – erhalten bis auf Weiteres keine neuen Zulassungen mehr. Bereits erteilte bleiben gültig. Für viele, die dringend auf einen Kurs angewiesen sind, wird der Einstieg jedoch deutlich erschwert. Dabei ist Sprache der Schlüssel zu Integration, Teilhabe sowie Bildung und Arbeit.

Afina Albrecht, Stadträtin

Auswirkungen auf Stuttgart
Allein in Stuttgart sind von der kurzfristigen Einstellung freiwilliger Integrationskurse – neben den betroffenen Menschen – 33 Einrichtungen betroffen, darunter die Volkshochschule. Dabei war die Sprachintegration in Deutschland bislang sehr erfolgreich: Nach sechs bis acht Jahren befinden sich Zugewanderte hier in deutlich besseren Beschäftigungsverhältnissen als in vielen anderen Ländern.

Foto: Patrick Vexler

Jetzt gilt es, gegen die rechte, integrationsfeindliche Politik der Bundesregierung klar Stellung zu beziehen – sie widerspricht den Grundwerten unserer offenen Gesellschaft. An Integration zu sparen ist der falsche Weg: Kürzungen bei Sprachkursen lösen keine Probleme, sie verschieben sie nur in die Zukunft.

Marcel Roth, Stadtrat

Oberbürgermeister schweigt
In Stuttgart leben Menschen aus mehr als 185 Nationen. Mit dem „Stuttgarter Weg“
ist unsere Stadt seit Jahren Vorreiterin bei der Integrationspolitik. Umso bezeichnender ist es, dass OB Nopper jetzt wieder einmal schweigt – obwohl die Entscheidung des Bundes, an Integrationskursen zu sparen, die Kommunen vor große Herausforderungen stellt.

UPDATE: In einer Pressemitteilung vom 20.02.2026 kristisiert die Stadt das Ende freiwilliger Integrationskurse und warnt vor Folgen für Arbeitsmarkt, Fachkräftesicherung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Sozialbürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann (GRÜNE) betont: „In Stuttgart setzen wir bewusst auf frühe Sprachförderung. Sprache ist der Schlüssel zu Integration, Ausbildung und Arbeit. Die Neuregelung führt dazu, dass zahlreiche integrationswillige Menschen zunächst keinen Zugang mehr zu einem Kursplatz haben – obwohl sie in Stuttgart leben und sich hier eine Perspektive aufbauen wollen.“

Pressemitteilung der Stadt Stutttgart (20.02.2026): Bund kürzt bei Integrations­kursen: Stadt warnt vor Integrations­lücke und deren Folgen

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