Sprechen Sie Deutsch? Foto: Olga Golovkina, iStock
Dir Bundesregierung möchte sparen und stellt die freiwilligen Integrationskurse ein – mit spürbaren Folgen auch für Stuttgart. Sprache ist der Schlüssel zu Integration. Deshalb kritisieren wir diesen Schritt deutlich.
Der Bund schränkt den Zugang zu freiwilligen Integrationskursen ein, um zu sparen. Viele Asylbewerbende, Geduldete sowie Menschen aus der EU und der Ukraine – auch in Stuttgart – erhalten bis auf Weiteres keine neuen Zulassungen mehr. Bereits erteilte bleiben gültig. Für viele, die dringend auf einen Kurs angewiesen sind, wird der Einstieg jedoch deutlich erschwert. Dabei ist Sprache der Schlüssel zu Integration, Teilhabe sowie Bildung und Arbeit.
Afina Albrecht, Stadträtin
Auswirkungen auf Stuttgart Allein in Stuttgart sind von der kurzfristigen Einstellung freiwilliger Integrationskurse – neben den betroffenen Menschen – 33 Einrichtungen betroffen, darunter die Volkshochschule. Dabei war die Sprachintegration in Deutschland bislang sehr erfolgreich: Nach sechs bis acht Jahren befinden sich Zugewanderte hier in deutlich besseren Beschäftigungsverhältnissen als in vielen anderen Ländern.
Foto: Patrick Vexler
Jetzt gilt es, gegen die rechte, integrationsfeindliche Politik der Bundesregierung klar Stellung zu beziehen – sie widerspricht den Grundwerten unserer offenen Gesellschaft. An Integration zu sparen ist der falsche Weg: Kürzungen bei Sprachkursen lösen keine Probleme, sie verschieben sie nur in die Zukunft.
Marcel Roth, Stadtrat
Oberbürgermeister schweigt
In Stuttgart leben Menschen aus mehr als 185 Nationen. Mit dem „Stuttgarter Weg“ ist unsere Stadt seit Jahren Vorreiterin bei der Integrationspolitik. Umso bezeichnender ist es, dass OB Nopper jetzt wieder einmal schweigt – obwohl die Entscheidung des Bundes, an Integrationskursen zu sparen, die Kommunen vor große Herausforderungen stellt.
UPDATE 24.02.2026: Die Graswurzel-Organisation Brand New Bundestag, das Unternehmens-Netzwerk „Vielfalt ist Zukunft“ und der Verein „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“ richten sich mit einem Offenen Brief unter dem Titel „Sprachförderung sichern heißt Zukunft sichern“ an Innenminister Alexander Dobrindt. Darin heißt es: „Deutschland kann es sich wirtschaftlich nicht leisten, integrationsbereite und arbeitsfähige Menschen auszubremsen. Wer Arbeitsmarktintegration beschleunigen will, muss die sprachlichen Voraussetzungen sichern.“
Anlass für den Offenen Brief war die von den GRÜNEN im Bundestag beantragte Unterrichtung zum Thema Integrationskurse mit Innenminister Dobrindt.
Brand New Bundestag (BNB) ist eine unabhängige und überparteiliche Graswurzel-Organisation, die sich für zukunftsorientierte Politik einsetzt.
UPDATE 20.02.2026: In einer Pressemitteilung kristisiert die Stadt das Ende freiwilliger Integrationskurse und warnt vor Folgen für Arbeitsmarkt, Fachkräftesicherung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Sozialbürgermeisterin Dr. Alexandra Sußmann (GRÜNE) betont: „In Stuttgart setzen wir bewusst auf frühe Sprachförderung. Sprache ist der Schlüssel zu Integration, Ausbildung und Arbeit. Die Neuregelung führt dazu, dass zahlreiche integrationswillige Menschen zunächst keinen Zugang mehr zu einem Kursplatz haben – obwohl sie in Stuttgart leben und sich hier eine Perspektive aufbauen wollen.“
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