Vorbild Neckarpark

 

Rund 600 neue Wohnungen, verkehrsberuhigte Bereiche, E-Ladesäulen, Carsharing-Plätze, Bäume und grüne Dächer – so soll das Herzstück des zukünftigen Neckarparks aussehen. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Bad Cannstatt können bald mehr als 2.000 Menschen leben. So entsteht auf einer alten Industriebrache durch Innenentwicklung ein moderner Stadtteil mit zukunftsfähigen Bildungs-, Energie-, Klima- und Mobilitätskonzepten.

Vorgesehen sind eine Ganztagesgrundschule mit besonderem pädagogischen Konzept, Kindertageseinrichtungen und eine Außenstelle der Volkshochschule (VHS). Die Wärme für den neuen Stadtteil kommt größtenteils aus dem Abwasserkanal und erhält im Blockheizkraftwerk die endgültige Temperatur. Das Mobilitätskonzept setzt einen Schwerpunkt auf Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV und Carsharing. Vorgesehen sind außerdem 66 Plätze in einem stationären Pflegeheim und Wohnraum für Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftige und psychisch kranke Menschen. Einkaufsmöglichkeiten sowie Gemeinbedarfs- und Kultureinrichtungen runden den lebendendigen und vielfältigen Stadtteil ab.

Für uns ist wichtig, dass wir im Neckarpark eine gute soziale Durchmischung hinbekommen. Wohnraum muss für alle Menschen erschwinglich und finanzierbar bleiben. Deshalb haben wir uns dafür stark gemacht, dass verschiedene Bau- und Trägerformen eingesetzt werden. Es wird geförderten Wohnungsbau von Genossenschaften, gemeinschaftliches und sozialorientiertes Bauen in Baugemeinschaften und auch der Bau innovativer Wohnbebauung ermöglicht.

Grundsätzlich ist uns wichtig, dass Grundstücke wieder häufiger im Erbbaurecht vergeben, also von der Stadt verpachtet (und nicht verkauft), werden. So wird der Spekulation ein Riegel vorgeschoben und die Stadt kann, falls nötig, nach Ablauf der Erbpacht den Boden anderweitig nutzen. Damit das für Erbbaurechtsnehmer*innen attraktiv ist, haben wir in einem Antrag verbesserte Bedingungen angemahnt. Diese werden im Herbst im Rahmen einer Grundsatzdebatte zur künftigen Bodenpolitik vorgestellt und in einen Beschluss zum Umgang mit städtischen Flächen eingehen.

In den Arealen Neckarpark und Bürgerhospital werden schon Ende Juli die Grundstücke vergeben. Wir GRÜNE wollen, dass bei diesen beiden großen Baugebieten mehr Erbbaurechte zum Einsatz kommen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die im Neckarpark aufgeführten Flächen – mit Ausnahme der Flächen für das Bündnis für Wohnen – im Erbbaurecht zu vergeben. Dafür muss der Erbbauzins attraktiv für die wichtigen Baugemeinschaften sein. Bei den anderen Flächen fordern wir ein Wiederkaufsrecht der Stadt. Damit wir unser Stuttgart weiter gestalten können.

 

(Luftbild – NeckarPark (2017). Foto: LHS)

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