Die beiden großen Kirchen planen, sich in den nächsten Jahrzehnten von rund einem Drittel ihrer Gebäude zu trennen – auch die Diözese Rottenburg-Stuttgart will bis 2035 etwa tausend Liegenschaften aufgeben. Für Stuttgart bietet das Chancen, birgt aber auch Risiken: Viele der betroffenen Liegenschaften liegen zentral, prägen das Stadtbild, stehen unter Denkmalschutz oder erfüllen wichtige Funktionen für das Gemeinwesen – etwa als Kitas, Altenpflegeeinrichtungen, Nachbarschaftstreffs oder Kulturorte. Gleichzeitig eröffnen sich hier Potenziale für bezahlbaren Wohnraum, soziale Infrastruktur, Nahversorgung, grüne Freiräume oder die Umsetzung der Wärmewende – all das, woran es in der Stadt vielerorts mangelt. Ein Verkauf ohne Prüfung öffentlicher Bedarfe wäre fatal. Wir beantragen deshalb, dass die Stadt auf die Kirchen zugeht, um Rahmenbedingungen für den Verkauf von kirchlichen Immobilien und Grundstücken auszuhandeln. Und dass die Stadt bestehende Vorkaufsrechte prüft und rechtzeitig dem Gemeinderat zur Entscheidung vorlegt.