Dr. Fritz Bauer, 1903 in Stuttgart geboren, als Sozialdemokrat jüdischer Herkunft in der NS-Zeit verfolgt, ab 1956 als Generalstaatsanwalt in Hessen eine prägende Persönlichkeit der deutschen Nachkriegsgeschichte, hat bislang in seiner Heimatstadt keine seinen Verdiensten angemessene Würdigung erfahren. Er brachte nach 1945, trotz erbitterten Widerstands in Politik und Justiz, das Grauen von Auschwitz und die Euthanasie-Verbrechen des Hitlerfaschismus vor Gericht.
Mit dem interfraktionellen Antrag möchten wir dem starken Wunsch der Bürgerschaft nach einer angemessenen Würdigung der herausragenden Verdienste Dr. Fritz Bauers nachkommen. Konkret schlagen wir daher die Einführung einer neuen, dem Ehrenbürgerrecht gleichrangigen Form der posthumen Ehrung für demokratisches Engagement vor.
Darüber hinaus halten wir die Benennung eines öffentlichen Platzes für wünschenswert, möglichst in räumlicher Nähe zum damaligen Amtsgericht, an dem Dr. Fritz Bauer zuletzt als Richter tätig war, von der Politischen Polizei des NS-Staates am 24. März 1933 verhaftet und in das erste Konzentrationslager Württembergs auf dem Heuberg verschleppt wurde.