Quartier am Wiener Platz

(Illustration: LHS Stuttgart)

Vom EDELMetall zum Quartier für ALLE

Der Entwurf des Architekturbüros Schüler und der Landschaftsarchitekten von faktorgrün ging als Sieger aus dem städtischen Wettbewerb hervor. Gebäude und Freiräume werden zu einem lebendigen, urbanen und modellhaft nutzungsgemischten Quartier entwickelt, das 2023 fertig gestellt sein soll. Es entsteht v.a. Wohnraum für verschiedene Zielgruppen. In Erdgeschossbereichen sind auch gewerbliche Nutzungen und Gastronomie (u.a. ein inklusives Café) vorgesehen, außerdem wird ein Kindergarten gebaut. Zeitgemäße und neuartige Bau- und Wohnformen insbesondere geförderter Wohnungen werden gute Nachbarschaften und ein soziales Miteinander ermöglichen.

Nachhaltig und grün

Innovative Begrünungs-, Mobilitäts-, Energie- und Nahversorgungskonzepte werden ihren positiven Beitrag zur Entwicklung von Feuerbach leisten. Das gesamte Quartier wird besonders nachhaltig über ein Nahwärmenetz versorgt. Dabei wird die Wärme weitgehend über erneuerbare Energien (durch eine mit Biomethan betriebenes Blockheizkraftwerk, eine Elektrowärmepumpe und einen Gas-Spitzenlastkessel) erzeugt. Alle sonnigen Dachflächen sind nach den Festsetzungen des Bebauungsplans möglichst großflächig mit Solaranlagen auszurüsten.

Bei der Planung und dem Bau sollen Stoffkreisläufe mitbedacht und optimiert werden. Die verwendeten Baumaterialien sollen selbstverständlich schadstofffrei sein, aber auch wiederverwendbar und sie sollen möglichst geringe Umweltwirkungen entfalten (also z.B. wenig CO2-Emissionen aufweisen). Wo es möglich ist, sollen nachwachsende Rohstoffe genutzt werden, die eine möglichst hohe Dauerhaftigkeit aufweisen.

Das Quartier wird sehr grün und klimafreundlich werden. Im geräumigen, von allen nutzbaren Blockinnenbereich, werden fünf großkronige Laubbäume gepflanzt. In diesem alten ehemaligen Industrieareal wird man die Vögel pfeifen hören! Und auf den Flachdächern sind Gemeinschaftsgärten und -terrassen erwünscht. Das Niederschlagswasser wird in Zisternen gesammelt und für die Bewässerung der Pflanzen und Bäume und für den Wasserrückhalt verwendet, dessen Verdunstung an heißen Sommertagen eine willkommene kühlende Wirkung entfaltet.

Wohnraum für verschiedene Zielgruppen

Wohnraum für Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen werden in Miet- und Eigentumswohnungen (mit und ohne Förderung), in Baugemeinschaften, Pflege-WGs, rollstuhlgerechte Wohnungen und solche für Studierende geschaffen. Insgesamt sind 165 Wohnungen vorgesehen. Ungefähr 60 Prozent dieser Wohnungen werden als Sozialmietwohnungen nach dem Landeswohnraumförderprogramm gefördert, 20 Prozent sind Mietwohnungen für Mittlere Einkommensbezieher mit rein städtischer Förderung und Preiswertes Wohneigentum für junge Familien. Wir freuen uns auch, dass private Baugemeinschaften mit ihren Konzepten auf dem Areal Flächen erwerben können und es auch eine Mieter-Baugemeinschaft unter dem Dach der Baugenossenschaft Neues Heim geben wird. Die Baugenossenschaft Neues Heim zeigt, wie ein attraktives, sozial gut gemischtes Quartier entstehen kann, in dem Wahlverwandtschaften ermöglicht werden, und wie ein gutes Wohnangebot für alle Altersgruppen in verschiedenen Lebenslagen und Lebensabschnitten entstehen wird. Es entstehen 1-, 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen, ebenfalls so gut gemischt, dass man die Wohnung im Quartier je nach Lebenslage wechseln und dort alt werden kann.

Nachhaltiges Mobilitätskonzept

Das Quartier am Wiener Platz ist in idealer Weise an den Mobilitätsknoten am Feuerbacher Bahnhof angebunden. Drei S-Bahnlinien, zwei Stadtbahn- und mehrere Buslinien sorgen hier für ein umfassendes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir haben 2015 dafür gesorgt, dass – zum ersten Mal in Stuttgart – der übliche Stellplatzschlüssel von 1 (1 Stellplatz pro Wohnung) auf 0,6 abgesenkt wurde. Die geringere Zahl an erforderlichen Stellplätzen im Quartier, die sich durch die gute öffentliche Anbindung begründen lässt, trägt dazu bei, Verkehrs- und Immissionsbelastungen zu senken. Gleichzeitig haben wir den Mobilitätsknoten durch Carsharing-Angebote und überdachten (E-) Fahrrad-Stellplätzen, Rad- und Fußwege weiter ausgebaut.