Newsletter 04/2020: COVID-19 trifft Menschen in schwierigen Lebenslagen besonders hart

COVID-19 trifft Menschen in schwierigen Lebenslagen besonders hart. Hier muss und wird zwischenzeitlich schnell und unbürokratisch Unterstützung geleistet. Nach dem Shutdown musste es im Sozialhilfebereich zu einer schnellen Umorientierung kommen. Zwischenzeitlich ist die Grundversorgung im sozialen Bereich überwiegend geregelt und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über das Maß hinaus damit beschäftigt, die erschwerten Bedingungen für die Betroffenen zu vereinfachen.

Viele Sozialleistungen und besondere Angebote, wie beispielsweise die Möglichkeit in der „Tafel“ einzukaufen, waren kurzzeitig kaum erhältlich, eingefroren oder nicht zugänglich. Das lag u.a. daran, dass soziale Leistungen entweder in der Regel schriftlich beantragt werden müssen, der Fachdienst aber geschlossen war, die oder der entsprechende Ansprechpartner aufgrund einer vorsorglichen Quarantäne bei der Fachstelle nicht anwesend war oder weil aufgrund der einzuhaltenden Hygienemaßnahmen das Angebot geschlossen wurde. Sehr schnell wurde erkannt, dass die Angebote angepasst und schnell wieder zugänglich gemacht werden müssen. Durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Sozialamt und beim Jobcenter als auch durch Aktivitäten vieler Ehrenamtlicher ist die Versorgungslage in der Stadt – jetzt anders – aber wieder geregelt.

Für uns GRÜNE ist der soziale Zusammenhalt in der Stadt eine der wichtigen Voraussetzungen für ein gelungenes Miteinander. Deshalb haben wir nachgefragt und uns dafür deutlich eingesetzt, dass die Hilfen schnell weitergehen. So sind die Ämter jetzt häufig nur telefonisch und per Mail erreichbar, dafür werden die Anliegen unbürokratisch und ohne persönliches Erscheinen erledigt. Tagesstätten für suchtabhängige oder wohnsitzlose Menschen haben ihr Angebot etwas verändert. Sie bieten beispielsweise weiterhin Waschmöglichkeiten und ein Vesperpaket zum Mitnehmen, aber dürfen kein Mittagsessensangebot im großen gemeinsamen Raum mehr anbieten. Um auch hier mögliche Corona-Verdachtsfälle zu separieren, wurden Hotels angemietet. Hier erhalten die Betroffenen einen Wohnraum, in dem sie medizinisch und persönlich betreut werden. „Die Tafel“ ist wieder aktiv.

Aber auch die Situation in den Pflegeheimen und in Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen stellt sich der Alltag sowohl für die Bewohner*innen als auch für die Mitarbeiter*innen komplett anders dar. Leider ist hier die Lebenssituation schwierig in den Griff zu bekommen. So darf es keinen Besuch für die Bewohner*innen geben, Gruppenveranstaltungen, die Freude machen und den Alltag strukturieren sind untersagt. Gemeinsame Mittagessen gibt es in der Regel nicht mehr. Dazu kommt, dass es für das Personal zu wenig oder keine Schutzkleidung gibt, was dem Personal große Sorgen und Angst vor Ansteckung bereitet. Erfreulicherweise gab es heute die Meldung der Stadtverwaltung, dass eine große Menge an Masken und Schutzkleidung an die Pflegeheime in Stuttgart verteilt wurden.

Unbefriedigend ist die Situation in den Unterkünften für Geflüchtete. Hier leben Menschen in engsten Verhältnissen und es ist keine wirkliche Aussicht auf Veränderung. Wir Grüne setzen uns weiterhin dafür ein, dass hier Abhilfe geschaffen wird. Zur Zeit wird vom Sozialamt gewährleistet, dass mögliche Verdachtsfälle mit Covid-19 infizierte Geflüchtete gesondert untergebracht werden.

Hinweisen wollen wir noch auf die neue Plattform für Ehrenamtliche: corona-engagiert.stuttgart.de

Auf dieser Internetseite können sich Menschen informieren oder melden, die ehrenamtliche und nachbarschaftliche Hilfe anbieten möchten. Initiativen und Einzelpersonen werden mit ihren Ideen beraten und unterstützt.

Liebe Stuttgarterinnen und Stuttgarter, nutzt dieses Angebot: Wer Zeit, Ideen und Ressourcen hat wir gebraucht.