Vittorio Lazaridis

Persönliches

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele interessiert’s?

Geboren wurde ich in Zürich, meine Mutter stammte aus Neapel in Italien, mein Vater aus Thessaloniki in Griechenland. Ich bin verheiratet, habe drei Kinder, meine Staatsangehörigkeit ist italienisch. Die Familie immigrierte 1970 nach Deutschland, um die Chance zu ergreifen, einer selbstständigen Tätigkeit nachzugehen (Gastronomie). Unser Wohnsitz war zunächst in Esslingen, danach sind wir nach Stuttgart-Untertürkheim umgezogen. 1974 besuchte ich die Wilhelmschule in Untertürkheim, von 1978 bis 1987 das Wirtemberg-Gymnasium. Im Gymnasium war sicher die Begegnung mit meinem Deutschlehrer Winfried Hermann prägend, der heute Grüner Verkehrsminister ist. Im Anschluss an die Schule folgte ein sechsmonatiger Auslandsaufenthalt in den USA. Tätigkeit als Assistant-Teacher und Fußballtrainer an der Burr & Burton Seminary High School (Privatschule in Manchester/Vermont). Nach dem Auslandsaufenthalt habe ich Politikwissenschaften, Amerikanistik und Pädagogik zunächst an der Universität Mannheim, später an der Universität Stuttgart studiert.

Nachdem meine Mutter verstorben war, übernahm ich den elterlichen Betrieb von 1994 – 1997, das heißt, ich war drei Jahre lang selbstständig in der Gastronomie tätig. Daraufhin Studium der Sonderpädagogik an der PH Reutlingen und Uni Tübingen mit anschließendem Referendariat und Ausbildung zum Sonderschullehrer. Danach arbeitete ich als Lehrer an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (Schule für Erziehungshilfe), Außenstelle Esslingen. Von 2003 bis 2011 war ich Rektor an der Berger Schule in Stuttgart Ost. Nach mehreren Stationen in der Landesverwaltung bin ich jetzt aktuell im Kultusministerium tätig.


Politisches

Wünsche für ein Kind in Stuttgart

Wenn ein Kind in Stuttgart auf die Welt kommt, dann wünsche ich mir, dass es keine feinstaubverseuchte Luft einatmen muss, egal wo es wohnt. Ich wünsche ich mir, dass die Eltern die Möglichkeit haben, das Kind in eine nahe gelegene Kita bzw. einen wohnortnahen Kindergarten zu geben. Ich wünsche mir vor allem auch, dass alle Kinder von hervorragend ausgebildeten und hoch motivierten Menschen betreut werden und dass alle Mitarbeiter die Unterstützung und vor allem die Wertschätzung bekommen, die ihnen zusteht.

Später wünsche ich mir für das Kind eine Schule, in der nicht die armen Kinder von den reichen Kindern getrennt werden. Lieber wünsche ich mir für das Kind eine Schule, in der alle Kinder, auch behinderte, so lange wie möglich miteinander und voneinander lernen. Ich wünsche mir Schulen, in denen es nicht durch undichte Dächer hineinregnet. Ich wünsche mir für alle Kinder eine Schule, die den Ansprüchen an ein “Haus des Lebens und Lernens”, wirklich gerecht wird. Dies muss ein Ort sein, in dem Kinder nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, sondern ein Ort, an dem Kunst, Sport und politische Kultur eine Rolle spielen – und das nicht erst im Gymnasium, sondern von der ersten Klasse an. Eine solche Schule kann auch eine Ganztagsschule sein. Wenn das Kind noch älter wird, dann wünsche ich mir, dass es als junger Erwachsener eine Chance auf eine berufliche Perspektive besitzt. Dies muss in einer ökonomischen Landschaft passieren in der Ökonomie sich an der Ökologie orientiert und nicht umgekehrt.

Zum Abschluss noch ein persönlicher Herzenswunsch: Es wäre schön, wenn viele Kinder aus Migrantenfamilien es schaffen, gesellschaftliche Schlüsselpositionen einzunehmen. Dies müsste in einer Stadt wie Stuttgart, die ohne eingewanderte Menschen ein Altenheim wäre, eigentlich völlig normal sein. Aber der Wunschzettel ist natürlich Programm und mit vielen Mitstreitern gemeinsam möchte ich mich mit aller Kraft für ein ökologisches, sozial gerechtes und internationales Stuttgart einsetzen.


Stadtbezirk

Ich bin Stuttgarter mit Leib und Seele

Gerade als Mensch mit Einwanderungsgeschichte habe ich ein besonderes Heimatgefühl. Aufgewachsen bin ich in Stuttgart-Untertürkheim und habe dort noch viele Freunde und Bekannte. Danach habe ich lange in Stuttgart-Ost gewohnt, jetzt lebe ich mittlerweile schon 10 Jahre in Stuttgart-Wangen.

Klar ist, dass ich mich den Neckarvororten stark verbunden fühle. Hier schlägt das industrielle Herz dieser Stadt, das durch “den Daimler” einerseits und den Neckarhafen andererseits geprägt ist. Die Menschen, die hier leben, sind keine Schickimickis, sondern geradeaus und herzlich, darunter natürlich viele Menschen mit Migrationshintergrund. Ob in Wangen, Untertürkheim, Obertürkheim oder Hedelfingen, überall stellt sich die gleiche Frage: Wie kann man Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden? Konkret bedeutet dies, dass wir auf eine saubere Luft achten, die Grünflächen schützen und erweitern müssen und die Wangener Höhe nicht durch weitere Bebauung zerstören dürfen.

Natürlich liegt mir auch der Stuttgarter Osten sehr am Herzen, da ich dort lange gelebt habe und mein Arbeitsschwerpunkt als Rektor einer Förderschule lange hier lag. Der Stuttgarter Osten ist ein internationaler Stadtteil. Dies spürt man nicht zuletzt, wenn man sich auf die Reise durch die „Lange Ostnacht“ macht. Das durch Vielfalt geprägte Leben im Stadtteil zu erhalten, sowie dafür zu sorgen, dass es mehr Grün- und Spielflächen für Kinder gibt, sind kurzfristige Ziele, die es zu realisieren gilt. Mein Ziel ist es, den ehemals roten Osten in einen grünen zu verwandeln.


Aktuelles

Was mich gerade umtreibt

Integration das ist und bleibt mein Herzensthema, weil es mit meiner Biografie und meinem Leben verbunden ist. Ich bin als Sohn von Einwanderern in diese Stadt gekommen. Ich bin hier aufgewachsen und fest verwurzelt. Stuttgart ist meine Heimat und ich liebe diese Stadt. So wie mir geht es vielem Menschen hier, weil Einwanderung Normalität ist.
Und jetzt plötzlich gibt es nationalistische auch rassistische Töne auch bei uns in Stuttgart, die das gute zusammenleben in unserer Stadt in Frage stellen. Plötzlich wird gespalten und gehetzt. Ich möchte mir das liberale Klima in unserer Stadt nicht kaputt machen lassen. Und nur wir Grünen sind der Garant dafür, dass unsere Liberale und Plurale Stadtgesellschaft so vielfältig erhalten bleibt und das wissen die Menschen in Stuttgart auch!

Warum ist das so: Weil wir Grünen eine klare Haltung gegen rechts haben. Weil Die CDU wackelt und es ihr nicht immer gelingt sich nach rechts abzugrenzen. Das ist so, weil Sorry die SPD zu schwach ist und weil die Sösli und die Linken einfach nicht zuverlässig sind. Wir Grünen sind mit unseren Themen und unserer Haltung der Orientierungspunkt für die moderne Stadtgesellschaft in Stuttgart. Wir sind die moderne Mitte!