Stuttgart startet durch für den Radverkehr

35.000 Unterschriften für ein fahrradfreundliches Stuttgart sind ein mächtiges Signal für den Gemeinderat und gibt uns GRÜNEN Rückenwind. Der Radent-scheid hat großes bürgerschaftliches Engagement bewiesen und damit dem Gemeinderat einen Auftrag gegeben. Nämlich den, den Radverkehr zügig und massiv auszubauen und mit einer bequemen und sicheren Radinfrastruktur Menschen zum Radfahren zu verführen, die jetzt noch zögern.

Die Vorlage von Oberbürgermeister Fritz Kuhn ist ein historischer Schritt in Richtung Fahrradstadt
Wir haben bereits viele Schritte unternommen, um den Radverkehr voranzu-bringen. Mit dem Rückenwind des Radentscheids können wir nun größere Schritte machen: Mehr Fahrradstraßen, einen schnelleren Ausbau des Haupt-radroutennetzes, eine Modernisierung der Radinfrastruktur insgesamt, eine Verdichtung des Radnetzes in den Quartieren, Fahrradgaragen in Wohngebie-ten, die längst fällige Trennung von Radfahrenden und Fußgänger/innen. Ein Projektsteuerer wird Planung und Umsetzung zusätzlich beschleunigen. Unsere Radinfrastruktur wird weder Fußgänger*innen noch dem Öffentlichen Nahver-kehr Raum wegnehmen. Und je mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind, desto weniger Raum braucht letztlich der motorisierte Individualverkehr (MIV).

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, SÖS-LINKE-PluS und Die STAdTISTEN wollen den Zielen des Radentscheids explizit Rechnung tragen und legen des-halb nach intensiven Verhandlungen mit Vertretern*innen des Radentscheids Stuttgart einen Ergänzungsantrag zu der Vorlage des OBs vor. Wir wollen im kommenden Haushalt Finanzmittel für die Infrastruktur und das Personal in den beteiligten Ämtern noch einmal deutlich aufstocken. Und es soll unter anderem der Ausbau des Hauptradroutennetzes bis 2030 abgeschlossen sein und ein Winterdienst für Radwege und Radfahrstreifen eingerichtet werden. Eine Kam-pagne für ein fahrradfreundliches Stuttgart soll für ein rücksichtsvolles Mitei-nander werben und ein jährliches Monitoring soll Aufschluss über den tatsächli-chen Modal Split und die Akzeptanz der Maßnahmen in der Bevölkerung ge-ben.

Die Weichen werden jetzt gestellt
Radverkehr tut einer Stadt gut. Das zeigen Städte wie Kopenhagen oder Den Haag. Wer auf dem Fahrrad sitzt, steht schon nicht mit dem Auto im Stau. Radverkehr entlastet den Autoverkehr von Staus und den Nahverkehr von übervollen Bahnen, die Bürgerinnen und Bürger von Lärm und Abgasen. Rad-fahren fördert die Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt. Ein starker Radverkehr löst viele Problem mit schlechter Luft und Lärm, er senkt die Mie-ten (weil keine Stellplätze gebaut werden müssen), entlastet das Verkehrs-budget und macht Städte attraktiv. Wo viele Leute auf Fahrrädern unterwegs sind, steigen die Umsätze des lokalen Handels deutlich. Radfahrende kommen öfter und kaufen mehr ein, sie müssen nie einen Parkplatz suchen und brau-chen für ihr Fahrrad nur ein Zehntel der Fläche.

Alle Fachleute sind sich einig: Radverkehr ist gut für Großstädte. Das zeigen Städte wie Kopenhagen oder Den Haag. Und bald auch Stuttgart. Aus einer Vision wird Realität. Und Stuttgart kann damit sogar Vorbild werden für andere deutsche Städte.

>> zum Antrag: „Stuttgart zu einer fahrradfreundlichen Stadt machen“

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