Plastik aus dem Alltag verbannen

Seit 32 Jahren treffen sich am 15. September weltweit Freiwillige, um ein Zeichen für den Meeres- und Gewässerschutz zu setzen – am so genannten International Coastal Cleanup Day. Vergangenes Jahr sammelten über eine halbe Million Menschen aus 112 Ländern mehr als 8.346 Tonnen Abfälle von Stränden, aus dem Meer und Flüssen und Seen. Mit einem Infostand machten auch die GRÜNEN aus den Stuttgarter Neckarvororten am vergangenen Samstag auf diese weltweite Aktion und das Thema Plastikmüll aufmerksam. Leider sind solche Aktionen und Aufklärung nötiger denn je, denn laut einer aktuellen Schätzung landen rund 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll im Jahr in den Meeren. Das entspricht einer Lastwagenladung pro Minute. Hunderte Tierarten, die im Meer oder Küstenbereich leben, sind von den Unmengen an Plastik bedroht.
Als vermeintlicher Recyclingweltmeister hat sich die Bundesregierung zu lange auf ihren Lorbeeren ausgeruht und wenig unternommen, sinnvolle Strategien zur Müllvermeidung zu implementieren. Jetzt muss der Fokus auf der Reduzierung von Plastikmüll liegen und Hersteller*innen und Händler*innen in die Verantwortung genommen werden. Freiwillige Maßnahmen der Industrie sind leider nur Mangelware. Der GRÜNE Bundesverband fordert schon seit längerem eine EU-weite Plastiksteuer auf Wegwerfprodukte, die Abschaffung staatlicher Subventionen für Plastik, kein Mikroplastik mehr in Peelings, Duschgels, etc. und ein besseres Recyclingsystem.
Auch wir Grünen im Stuttgarter Rathaus wollen Plastik aus dem Alltag unserer Stadt verbannen. Dabei haben wir wichtige Stuttgarter Akteure im Blick – von der City-Initiative bis hin zu den Veranstaltern der Stuttgarter Feste. In verschiedenen Anträge haben wir gefordert, dass auf städtischen Flächen und in Einrichtungen der Stadt keine Plastiktüten mehr ausgeben werden dürfen, oder das Veranstaltungen und Feste im öffentlichen Raum und städtischen Einrichtungen möglichst nachhaltig und verantwortungsvoll organisiert werden müssen. So könnte die Stadt beispielsweise – nach Wiener Modell – den Stuttgarter Veranstalter*innen ein Mehrweggeschirr kostenlos zur Verfügung stellen. Denn nur, wenn wir auf allen Ebenen das Problem angehen, können wir die Müllberge in den Griff bekommen, die unserer Umwelt, Tierwelt und uns selbst schlimmen Schaden zufügen und uns Jahrhunderte überdauern.

(Foto: pixabay.com/geraldsimon00)

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