Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Der Stuttgarter Wald ist unser Kaltluftspender


Waldbegehung der Grünen Fraktion am 27.06.2013

Es regnet stark und die Temperaturen Ende Juni erinnern an einen Tag im Spätherbst. Doch das hält die grüne Gemeinderatsfraktion nicht davon ab, gemeinsam mit dem Stuttgarter Forstamtsleiter Hagen Dilling und seiner Stellvertreterin Judith Reinsperger den Wald am Birkenkopf zu begehen. „Der Wald ist im Wandel“, stimmt der Forstamtsleiter auf den Spaziergang ein und erklärt: „ Und damit meine ich nicht die Fläche, sondern viel mehr, was seine Aufgaben anbelangt.“ Denn stetig müsse er sich an die veränderten Lebensbedingungen der Menschen anpassen. An den Mobilfunk beispielsweise. Dilling deutet auf einen Mobilfunkmasten, der inmitten von meterhohen Bäumen steht. „Heutzutage will jeder überall erreichbar sein. Das Aufstellen von Funkmasten in den städtischen Wäldern ist ein neuer Arbeitsbereich für uns geworden. Wir sind von der Anfrage bis zur Genehmigung, dem Bau und der Nachsorge mit dabei“, so der Amtsleiter. In den vergangenen Jahren hat das Forstamt immer mehr neue Aufgabe übernommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Waldpflege, Verkehrssicherung entlang von Straßen, Holznutzung, um die Instandhaltung von Erholungseinrichtungen oder die Verlegung von Gas- und Wasserleitungen im Waldboden. Beim Gang durch den Forst weist Dilling die grünen Gemeinderäte auf den Zustand zahlloser Eschen im Stuttgarter Waldgebiet hin. „Die meisten sind vom Eschentriebsterben betroffen“, so Dilling. Zu vergleichen sei das Ausmaß dieser Baumkrankheit mit dem Ulmensterben in den 70ern. In den kommenden zehn Jahren müsse man sich darauf einstellen, dass aufgrund des Eschensterbens rund zehn Prozent des städtischen Waldes verloren gehe. „Das ist aber kein Grund zu Panik“, beruhigt der Forstamtsleiter die grünen Stadträte. Aus solchen Vorkommnissen und dem Klimawandel müssten nur die richtigen Schlüsse gezogen werden, um auf Veränderungen vorbereitet zu sein. Forstamtsleiter Dilling gibt ein Beispiel: Wenn die Durchschnittstemperatur in Stuttgart sich in den nächsten Jahren etwa um 2,5 Grad erhöhe, müsse auf andere europäische Länder geschaut werden, die ein ähnliches Klima haben, um sich an deren Baumpopulation zu orientieren. Für das Forstamt hieße das, dass der Waldaufbau in Zukunft stärker strukturiert werden muss. „Das ist keine leichte Aufgabe, aber es ist für uns besonders wichtig, dass wir auch zukünftig unterschiedliche Baumarten im Stadtgebiet haben, da der Stuttgarter Wald als Kaltluftspender für den Kessel dient“, so Dilling.
Zudem erhielten die Stadträte beim Rundgang durch den Wald am Birkenkopf Einblicke in die Potentiale des Naturschutzes. „Zu diesem Konzept haben sie maßgeblich beigetragen“, sagt die stellvertretende Fortsamtsleiterin, Judith Reinsperger. Zum neuen Programm gehört die Umsetzung des geforderten Alt- und Totholzkonzepts, die Ausweisung von geschützten Habitatbaumgruppen – die als wichtige Trittsteine für unsere Tierwelt dienen – und ‚Waldrefugien’ auf fünf Prozent der Waldfläche, in denen die Bewirtschaftung konsequent eingestellt wird. „Insgesamt 160 Hektar Wald bleiben nun sich selbst überlassen. Dadurch wird die Biodiversität im Stuttgarter Wald gefördert und die Artenvielfalt unterstützt“, so Reinsperger. Zuletzt stellen Dilling und Reinsperger den grünen Gemeinderäte dar, wie wichtig, die von den Stadträtinnen und Stadträten initiierte ökologische Zertifizierung nach „Forest Stewardship Council (FSC)“ ist. Denn diese fördere nicht nur eine umweltfreundliche, sondern auch sozialförderliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern.

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