Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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19.07.2018

Eine gymnasiale Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule in Stuttgart

Transparenz und Beteiligung gehen anders!
Antrag

Dass eine Oberstufe an mindestens einer Gemeinschaftsschule (GMS) in Stuttgart ein fehlendes Glied in der Bildungskette der Landeshauptstadt ist, haben wir bereits mit unserem Antrag vom 02.02.2018 „Fünf Jahre Gemeinschaftsschule“ (Nr. 26/2018) ausführlich dargelegt.

Eine solche Oberstufe würde das auf individuelles Lernen ausgelegte Schulkonzept dieser innovativen Schulart komplett machen. Damit wäre ein gemeinsames Lernen der Schüler*innen bis zum Abitur an einem Standort endlich möglich. Gleichzeitig wird dem Wunsch vieler Schüler*innen und Eltern Rechnung getragen und eine weitere Alternative für das neunjährige Abitur geschaffen, welche Anschlüsse für alle Gemeinschaftsschulen wie auch für die anderen Schulen der Sekundarstufe I bieten würde. Und somit wären an der Gemeinschaftsschule dann endlich alle Schulabschlüsse möglich.

Es ist klar, dass wir für Stuttgart beim Regierungspräsidium eine Oberstufe beantragen werden und dafür den richtigen Standort auswählen müssen. Dabei sind aber in erster Linie pädagogische Leitfragen zu klären, eine entsprechend motivierte Schulgemeinde muss begleitet und ein entsprechendes Kooperationskonzept mit anderen Schulen entwickelt werden. Raumkapazitäten und Standortfragen sollten die pädagogisch-konzeptionellen Fragen nicht überlagern und nachrangig behandelt werden.

Die Verwaltung hat nach einer Besprechung mit den Schulleiter*innen der Stuttgarter Gemeinschaftsschulen ihre Überlegungen hinsichtlich eines Standortes sowohl den Schulleiter*innen als auch den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses vorgestellt. Wir GRÜNEN sind aber der Meinung, dass eine solch entscheidende Frage für die Stuttgarter Schulentwicklung einer breiteren Diskussion bedarf. Eltern und Schüler*innen sind zurzeit völlig außen vor. Expertenwissen wurde nicht abgerufen und auch Erfahrungen von Schulen, die sich bereits früh auf den Weg gemacht hatten, wurden nicht gefragt. Wir wünschen uns mehr Beteiligung und Transparenz.

Wir sehen die beste Möglichkeit für eine gute Kommunikation in einer öffentlichen Anhörung zum Thema gymnasiale Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule in Stuttgart. Hierzu sollten der GEB, das Staatliche Schulamt, ggf. das entsprechende Fachreferat des Kultusministeriums, der Verein für Gemeinschaftsschulen und Vertreter*innen der Gemeinschaftsschule West aus Tübingen eingeladen werden. Es sollte auch wissenschaftliche Expertise einfließen können, z.B. durch Prof. Bohl von der Universität Tübingen.

Wichtig ist es, allen Interessierten oder auch direkt Betroffenen – wie Eltern und Schüler*innen aus den bestehenden Gemeinschaftsschulen – die Gelegenheit zu geben, sich über die Entscheidung für eine GMS-Oberstufe zu informieren, Fragen zu stellen und über Standortvorschläge zu diskutieren.

Dieses Verfahren haben bereits andere Städte wie Tübingen und Karlsruhe erfolgreich durchgeführt.

Aus diesem Grund beantragen wir:

1. Die Fachverwaltung organisiert eine Anhörung zum Thema Konzeption und Umsetzung einer Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule in Stuttgart.

2. Eine endgültige Entscheidung über den zukünftigen Standort einer gymnasialen Oberstufe an einer Gemeinschaftsschule wird erst nach dieser Anhörung getroffen.

Gabriele Nuber-Schöllhammer, Vittorio Lazaridis, Andreas Winter

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