Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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03.07.2018

Eine Ausbildungsoffensive im Kitabereich starten – weitere Fachkräfte gewinnen

Anfrage

Das Thema frühkindliche Bildung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen gesellschaftlichen und politischen Schwerpunktthema in Stuttgart entwickelt. Sichtbar wird dies unter anderem am enormen Ausbau von Kitaplätzen, der nötig wurde, um dem gestiegenen Bedarf an frühkindlicher Bildung und Betreuung in unserer Stadt gerecht zu werden. Auch die Anforderungen an die pädagogische Arbeit sind gestiegen. So haben sich die Kindertageseinrichtungen zu Bildungseinrichtungen weiterentwickelt, mit dem Ziel, die Qualität der Betreuung zu steigern.
Der anhaltend hohe Fachkräftebedarf gefährdet diese Entwicklung und führt dazu, dass aufgrund von mangelndem Personal bei weitem nicht alle Kitaplätze belegt werden können und viele Eltern entweder sehr lange auf einen Platz in der Kita warten müssen bzw. erst gar keine Betreuung finden. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.
Die beste Möglichkeit, den Fachkräftemangel anzugehen, ist es, mehr junge Menschen für den Erzieher*innen-Beruf auszubilden. Sowohl Stadtverwaltung, Politik als auch Kitaträger sind sich weitestgehend einig, dass die Praxisintegrierte Ausbildung (PIA) von Erzieher*innen ein Schlüsselelement zur Sicherung des Ausbildungsbedarfs darstellt, da in diesem Bereich noch Ausbildungskapazitäten frei sind. Des Weiteren ist diese Art der Ausbildung auch deshalb bei den angehenden Erzieher*innen beliebt, weil sie im Gegensatz zur klassischen Ausbildung von Anfang an vergütet wird. Auch der Männeranteil ist in dieser Ausbildungsform höher. Diese Tatsachen haben bei uns GRÜNEN dazu geführt, dass wir gehandelt haben. So wurde über die von uns zuerst initiierte Ausbildungspauschale für PIA die Ausbildungsquote bei den Freien Trägern mehr als verdoppelt. Aber diese Steigerung allein ist nicht genug. Aktuell wird in der Trägerlandschaft darüber diskutiert, dass bei einem Wegfall der Anrechnung der PIA-Auszubildenden auf den Fachkräfteschlüssel die Träger dazu in der Lage wären, eine dringend benötigte Ausweitung der Ausbildungskapazitäten zu verwirklichen.
Tatsache ist, dass viele Fachkraftstellen nicht besetzt sind, was wiederum dazu führt, dass die dafür vorgesehenen Ressourcen nicht bereitgestellt werden müssen. Angesichts dieser Tatsache kann man sich die Frage stellen, ob man jetzt nicht besser diese Ressourcen in Ausbildung investiert. Im Sinne einer möglichen gemeinsamen Ausbildungsoffensive von Kommune und Träger für mehr PIAs in Stuttgart,

wollen wir in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses folgende Fragen an die Fachverwaltung stellen:

1. Wie bewertet die Verwaltung eine – zumindest temporäre – Aussetzung der Anrechnung der PIAs auf den Fachkräfteschlüssel? Können mit dieser Maßnahme mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden?

2. Gibt es genügend Nachfrage nach mehr Ausbildung im Bereich der Erzieher*innen?

3. Was würde eine solche Maßnahme finanziell bedeuten?

Vittorio Lazaridis, Anna Deparnay-Grunenberg

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