Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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27.04.2018

Unterbrechung der Baulogistikstraße im Nordbahnhofviertel schon jetzt?

Antrag

In den Unterlagen der Planfeststellung wird mehrfach (z. B. in PFA 1.5, Anlage 1.1, Seite 132: „… Phase des Lückenschlusses gegen Ende der Gesamtbauzeit …“) aufgeführt, dass die neuen S-Bahn-Strecken vom Hauptbahnhof über die neue Station Mittnachtstraße zum Nordbahnhof bzw. nach Bad Cannstatt erst in der Endphase des Projekts hergestellt werden sollen.
Der geplante Fertigstellungstermin des Gesamtprojekts wurde Anfang 2018 auf nunmehr 2025 verschoben. Im März 2018 wurden allerdings Planungen zum Bau der S-Bahn vorgestellt, die eine deutlich vor 2025 liegende Inbetriebnahme der S-Bahn vorsehen.
Ein möglichst später Bau und eine späte Inbetriebnahme der S-Bahn – wie in der Planfeststellung vorgesehen – ist aus unserer Sicht zumindest aus folgenden Gründen sinnvoll:

a) Durch den Bau der neuen S-Bahnstrecke wird die Zentrale Baulogistikstraße auf ca. 800 Meter so unterbrochen, dass der Schwerlastverkehr über die Nordbahnhof- und Rosensteinstraße geführt werden muss, obwohl durch den mehrjährigen Verzug aus dem Trog des Tiefbahnhofs noch mindestens 100.000 Tonnen Abraum abtransportiert werden müssen. Die bereits heute zum bestehenden Verkehr hinzukommenden 200 LKW-Fahrten pro Tag sind unseres Erachtens den dort lebenden Menschen für einen so langen Zeitraum nicht zumutbar.

b) Die S-Bahn unterbricht den Cityring an der Wolframstraße. Dafür müssen grenzwertig trassierte einspurige Umfahrungsschleifen eingerichtet werden, die bis zu einem – noch nicht einmal planfestgestellten – Rückbau der oberirdischen Gleisanlagen bestehen bleiben werden.

c) Nach der Umlegung der S-Bahn auf die neue Strecke ist bei Störungen auf der Stammstrecke die bisherige Möglichkeit, den Hauptbahnhof oben anzufahren, nicht mehr gegeben. Eine in den Störfallkonzepten als Alternative vorgesehene Nutzung des Fildertunnels und der Flughafenkurve wird aber erst mit der Inbetriebnahme des Gesamtprojekts möglich.

d) Heute verkehren eine Vielzahl von Regionalzügen von / nach Bad Cannstatt über die S-Bahn-Strecke zum / vom Hauptbahnhof oben. Dies ist nach der Umbindung der S-Bahn-Gleise auf die neue Neckarbrücke nicht mehr möglich. Erst nach der Inbetriebnahme des Tunnels unter Stuttgart-Wangen steht den Regionalzügen eine alternative Verbindung zur Verfügung.

Deshalb beantragen wir:

Die Stadt verhandelt mit der Bahn mit dem Ziel, den geplanten Abriss der Baulogistikbrücke zu verschieben bis folgende Punkte geklärt sind:

1. Die DB legt dem Gemeinderat schnellstmöglich einen Bericht vor, in dem die bestehenden Planungen zu einer deutlich vor der Fertigstellung des Gesamtprojektes S21 vorgesehenen Inbetriebnahme der S-Bahn-Station Mittnachtstraße und die dabei bestehenden Abhängigkeiten zum Gesamtprojekt dargestellt werden.

2. Falls den in der Antragsbegründung aufgeführten Nachteilen einer vorzeitigen Inbetriebnahme der S-Bahn-Station Mittnachtstraße keine deutlichen Vorteile gegenübergestellt werden können bzw. die Nachteile nicht entkräftet werden können, fordert die Stadt die DB auf, die Baumaßnahmen zur Inbetriebnahme der S-Bahn – wie in der Planfeststellung vorgesehen – auf die Endphase des Projektes Stuttgart 21 zu verschieben.

Clarissa Seitz, Gabriele Nuber-Schöllhammer, Andreas G. Winter

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