Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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16.03.2018

GRÜNE: Ein Mobilitätspass für Stuttgart!

Auch AutofahrerInnen müssen Verkehrswende mitfinanzieren

Wie die Verkehrswende in Stuttgart solidarisch finanziert werden kann, war das Thema am Donnerstagabend im Haus der Wirtschaft bei einer Veranstaltung der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion. Vor rund 80 Besuchern diskutierten die Fraktionsvorsitzenden Anna Deparnay-Grunenberg und Andreas Winter den GRÜNEN Vorschlag für eine nachhaltige Verkehrswende mit Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Wolfgang Arnold, Vorstandssprecher der SSB und Vorsitzender des VDV Landesverbands Baden-Württemberg, und Thomas Hachenberger, VVS-Geschäftsführer.
Der Vorschlag der GRÜNEN Fraktion ist die Einführung eines Mobilitätspasses für Stuttgart. Das Prinzip ist einfach: jeder der sich motorisiert – egal ob mit Bus und Bahn oder im eigenen Auto – im Stadtgebiet bewegt, braucht ein ÖPNV-Ticket. Dieses berechtigt zur Nutzung der Straßen oder zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, die Wahl des Mittels ist dabei frei. “Wir könnten uns ein Jahresticket für 365 Euro vorstellen”, sagt Andreas Winter. Die Vorteile eines solchen Mobilitätspasses liegen für die GRÜNE Ratsfraktion auf der Hand: Die Tickets für den ÖPNV werden für alle viel günstiger: “Sogar um mehr als die Hälfte. Wer heute ein Jahresticket für 2 Zonen hat, zahlt rund 800 Euro. Mit dem Mobilitätspass nur noch 365 Euro”, so Winter.
Zudem wäre mehr Geld für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und weitere Maßnahmen für eine nachhaltige Verkehrswende vorhanden. Menschen, die ohnehin ein Ticket haben steigen eher um und, wenn viele umsteigen gibt es weniger Staus und mehr Platz auf der Straße, etwa für eine gute Fahrradinfrastruktur und eine Stadtplanung, die lebenswerte Räume der Begegnung möglich macht. “Die Idee ist also gut fürs Klima, gut für den ÖPNV-Ausbau und gut für die Menschen und die Lebensqualität in unserer Stadt. Sie lässt sich aber nur umsetzen, wenn alle VerkehrsteilnehmerInnen an einem Strang ziehen und sich solidarisch an dieser Aufgabe beteiligen”, so Anna Deparnay-Grunenberg.

“Angesichts der Themen Luftreinhaltung, aber auch der gewollten Weiterentwicklung der urbanen Innenstadträume zu Begegnungszonen, brauchen wir eine nachhaltige Verkehrswende. Diese muss organisiert und solidarisch neu finanziert werden”, ist sich Andreas Winter sicher und erhält Rückenwind von Oberbürgermeister Fritz Kuhn, der bereits in den neunziger Jahren eine Form der Nahverkehrsabgabe in Diskussion gebracht hatte und den Vorstoß der GRÜNEN Fraktion begrüßt.

Wolfgang Arnold als auch Thomas Hachenberger zeigten sich ebenfalls angetan vom Vorschlag der GRÜNEN Ratsfraktion. Arnold als Vorstandssprecher der SSB und Vorsitzender des VDV Landesverbands Baden-Württemberg trägt sich schon seit Jahren mit der Idee, den Nahverkehr solidarisch zu finanzieren. “Wichtig dabei ist auch, dass die Zuschüsse für den Öffentlichen Nahverkehr von Bund und Land weiterbestehen und ausgebaut werden. Denn wir schaffen eine Verkehrswende nur mit einem besseren und durchdachten Angebot und natürlich höheren Kapazitäten.” Genau so sehen das auch die Fraktionsvorsitzenden der GRÜNEN: Das Angebot an Bussen und Bahnen muss stimmen. Dazu braucht es dichte Netze, schnelle Takte, zuverlässige und komfortable Angebote. “Und auch die letzte Meile muss mitgedacht werden: z.B. durch zunehmende On-Demand-Angebote, wie das derzeitige Pilotprojekt SSB Flex”, sagt Anna Deparnay-Grunenberg.

Am Ende der Veranstaltung zeigen sich die GRÜNEN bestärkt in ihrem innovativen Vorschlag, dass Stuttgart eine nachhaltige und solidarische Finanzierung mit Hilfe eines Mobilitätspasses braucht, der die Kosten der Mobilität auf ein breites Fundament stellt. “Wir freuen uns über das große Interesse und den Zuspruch vieler Gäste und Experten. Deshalb arbeiten wir weiter motiviert und zielstrebig an der Ausarbeitung eines Mobilitätspasses für Stuttgart und freuen uns auf eine spannende Debatte mit der Stadtgesellschaft”, so Andreas Winter.

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