Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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09.03.2018

Joseph-Süß-Oppenheimer-Platz: Nach Abschluss der Bauarbeiten Aufenthaltsqualität schaffen

Antrag

Vor zwanzig Jahren, aus Anlass des 300. Geburtstags des jüdischen Bankiers und württembergischen Geheimen Finanzrats Joseph Süß Oppenheimer – von seinen Gegnern Jud Süß genannt –, haben die Grünen die Benennung einer Straße oder eines Orts in der Stuttgarter Innenstadt nach ihm angeregt.
Ein geeigneter Ort in der Umgebung der damaligen Wirkungsstätte mit dem Rathaus (Herrenhaus), dem Alten Schloss, der Münze in der Dorotheenstraße sowie dem Palais in der Seegasse (heute Friedrichstraße) wurde hinter dem damaligen Karstadt-Gebäude, heute Primark, gefunden. Schon im Herbst 1998 wurde dann der „Joseph-Süß-Oppenheimer-Platz“ im Beisein von Ignatz Bubis, damals Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, eingeweiht.
Eine Umgestaltung zum wirklichen Platz wurde seither wiederholt diskutiert, jedoch nicht vorgenommen. Und wiederholt wurde seither der Vorwurf erhoben, das Erscheinungsbild des Joseph-Süß-Oppenheimer-Platzes sei für die Stadt peinlich. Einer ansprechenden Gestaltung standen beispielsweise der Eingang zu einem Bordell, die Abfahrt zur Tiefgarage oder notwendige Lieferverkehre entgegen.
Die Überlagerung zahlreicher Funktionen und Nutzungsansprüche, die das Erscheinungsbild des Platzes bestimmten, fand in den letzten Jahren einen traurigen Höhepunkt, als er zur Lieferschneise und Baustelleneinrichtungsfläche für den Umbau des Primark-Gebäudes herangezogen wurde.
Mittlerweile ist die Baustelle abgeschlossen und der Platz muss sowieso überarbeitet werden. Diese Gelegenheit sollte genutzt werden, um den widerrechtlich hingerichteten Finanzrat Oppenheimer nicht länger durch die Benennung eines ärmlichen Hinterhofes zu diskreditieren.

Wir beantragen:

1. Die Verwaltung legt im Ausschuss für Umwelt und Technik einen Vorschlag vor, wie sie durch Gestaltung, Belebung und Verkehrsführung Aufenthaltsqualität auf dem Joseph-Süß-Oppenheimer-Platz schaffen will.
2. Sie stellt dabei ebenfalls die künftige Anliefer- und Parkierungssituation im Kontext des Zielbeschlusses “Lebenswerte Innenstadt” dar.

Andreas G. Winter, Jochen Stopper

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