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23.02.2018

Radweg Holzstraße verbessern – Konflikte minimieren

Antrag

Wir danken der Verwaltung für die Stellungnahme zu unserem Antrag „Mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger“ (209/2017, 11.7.2017). Wir freuen uns, dass die Ampelschaltung am Charlottenplatz aufseiten der Richard-von-Weizsäcker-Straße für Radfahrende noch in diesem Jahr verbessert werden soll und gehen davon aus, dass die drei Fahrbahnen dann im normalen Radfahrtempo in einem Zug überquert werden können.
Allerdings bleibt die Situation auf dem Radweg Holzstraße schwierig, sowohl für Fußgänger*innen – ganz besonders für Seh-Beeinträchtigte – als auch für Radfahrende und Autofahrende. Die Dorotheen-Garage wird samstags gut angenommen. Dann stauen sich die Autos aus der Holzstraße über den Radweg und den Fußgängerbereich in die Tiefgarage hinein und hinaus. Radfahrende und Fußgänger*innen müssen sie umrunden und geraten dabei jeweils in den Bereich des anderen. Radfahrer dürfen aber ihren Radweg nicht verlassen, sonst haften sie bei Unfällen. Die Autofahrer blockieren übrigens auch den Bus. Entweder sie biegen noch schnell von der linken Spur aus vor ihm in die Zufahrt ein oder sie stauen sich.
Nach wie vor fahren Autofahrer außerdem über den Radweg Parkplätze auf dem Gehweg an, wobei sie immer wieder auch den Radweg halb zuparken. Auch Lieferanten entladen und beladen regelmäßig auf dem Radwegstreifen und blockieren ihn.
Gefährlich mag das alles wegen des insgesamt langsamen Tempos nicht sein, aber es ist schwierig, konfliktträchtig, unbequem und mit zahlreichen Regelverstößen verbunden und einem ordentlichen Radweg einer Hauptradroute 1 (Route 1. Ordnung) nicht angemessen, auf der täglich um die 3.000 Radfahrende unterwegs sein sollten, denn es ist nach dem Wegfall der Fahrradstraße in der Münzstraße die einzige für Radfahrende ausgelegte Route längs durch die Innenstadt.
Der Radweg Holzstraße ist übrigens nicht an die Marktstraße angebunden. Das Linksabbiegen aus der Marktstraße auf den Radweg ist wegen einer durchgezogenen Linie eigentlich verboten. Radfahrende müssen hier die Verkehrsregeln verletzen. Ein alter roter Asphaltflecken an der Verkehrsinsel könnte bedeuten, dass man über ihn hinweg abbiegen darf. Aber das erfordert eine 90-Grad-Kurve für die Radfahrenden. Die Ausfahrt aus dem Radweg Holzstraße in die Marktstraße ist so gestaltet, dass die Spur genau ins Heck der dort sehr oft verkehrswidrig parkenden Autos führt.

Deshalb beantragen wir, vordringlich und schnell umzusetzen:

1. Die Verwaltung möge den Radweg Holzstraße so gestalten, dass er von Autofahrenden und Fußgänger*innen leicht respektiert werden kann und nicht als Gehweg, Fahrweg, Halteplatz für an der Tiefgarage ein- und ausfahrende Autos oder als Parkplatz missbraucht wird.
2. Dabei soll wohlwollend geprüft werden, ob der Radweg verbreitert und begradigt werden kann, beispielsweise an der Sporer- bzw. Rosenstraße.
3. Die Verwaltung gestaltet die Einfahrt aus der Marktstraße in den Radweg Holzstraße so, dass Radfahrende nicht die Regeln der Straßenverkehrsordnung verletzen müssen, um bequem nach links einzubiegen.
4. Das Toilettenhäuschen an der Lederstraße wird schnellstmöglich verlegt, damit es keine Sichtbehinderung für Autofahrende und Radfahrende mehr darstellt.
5. Die vier Parkierungsflächen zwischen Radweg und Holzstraße werden wegen der problematischen Zufahrt gestrichen – seit der Eröffnung der Parkgarage Dorotheenquartier stehen ausreichende Parkierungsflächen zur Verfügung.
6. Falls es an der Rad- und Fußgängerampel am Charlottenplatz (Ecke Waisenhaus) Radfahrenden nicht ermöglicht werden kann, die Planie in einem Zug zu überqueren, wird an der Einfahrt aus der Konrad-Adenauer-Straße in die Richard-von-Weizsäcker-Straße anstelle der Ampelanlagen ein Zebrastreifen installiert und Autofahrende werden mit geeigneten Mittel vor dem vorrangigen Fuß- und Radverkehr gewarnt.


Anlage: Fotos

Christine Lehmann, Björn Peterhoff, Andreas G. Winter

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