Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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14.02.2018

Expressbus braucht Busspur in der König-Karl-Straße

Antrag BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-Gemeinderatsfraktion, SPD-Gemeinderatsfraktion, Fraktionsgemeinschaft SÖS-LINKE-PluS

Im Dezember 2018 soll die Expressbuslinie zwischen dem Wilhelmsplatz Bad Cannstatt und der Stuttgarter Innenstadt (P-Linie) in Betrieb gehen. Die alle fünf Minuten verkehrenden Elektrobusse sollen eine attraktive, emissionsfreie Alternative zum Auto werden und die Cannstatter Straße vom Autoverkehr entlasten.
Die Expressbuslinie wird dann Erfolg haben, wenn sie ohne Behinderungen durch die Autos zügig zwischen Bad Cannstatt und der City pendeln kann. Auf keinen Fall dürfen die Busse im Stau stehen, da sonst das Betriebskonzept und die Akzeptanz bei den Fahrgästen gefährdet sind.

Ein neuralgischer Punkt ist der Bereich König-Karl-Brücke, König-Karl-Straße und der Wilhelmsplatz. Das hohe Verkehrsaufkommen behindert die Busse und hat in der Wilhelmstraße zur Folge, dass die Altstadt und das innere Bad Cannstatt getrennt werden, die Aufenthaltsqualität gering und der Verkehrsraum für Fußgänger und Radfahrer unsicher ist.

Am Wilhelmsplatz möchte die SSB durch eine optimierte Ampelschaltung und eine zusätzliche Linksabbiegespur in die Wilhelmstraße einen flüssigeren Verkehr ihrer Busse und Bahnen erreichen. Durch die zwei Linksabbiegespuren können bei gleicher Verkehrsmenge die Grünzeiten zu Gunsten des Öffentlichen Verkehrs verkürzt werden.

Als Einzelmaßnahme halten wir diese Planungen für ungeeignet, da sie

• außer der Optimierung der Signalanlagen die Belange der Stadtplanung, der Fußgänger und Radfahrer nicht berücksichtigt.
• den Verkehrsdruck auf die Wilhelmstraße und das innere Bad Cannstatt erhöht und zu Mehrverkehr im städtebaulich sensiblen inneren Bad Cannstatt führen kann.
• zu einer Verlagerung des Kfz-Verkehrs auf die rechte Fahrbahnseite (Geradeausspur Richtung Fellbach) führt und den Bus noch stärker behindern wird als es heute bereits der Fall ist.

Um den Fahrgästen der vier Buslinien, die im Schnitt alle 2 Minuten die König-Karl-Straße passieren werden, Fahrzeitverluste und verpasste S-Bahnen zu ersparen, ist eine Busspur in der König-Karl-Straße von der König-Karl-Brücke bis zur Eisenbahnstraße notwendig. Mit der Konzentration des Verkehrs auf eine Fahrspur bestehen auch Anreize für die Autofahrer, die Wilhelmstraße weiträumig zu umfahren. Da die Busspur auch im Nahverkehrsplan verbindlich enthalten ist, liegt es nahe, sie mit dem Start der Expressbuslinie einzurichten.

Wir beantragen daher:

1. Zusätzlich zur bislang geplanten Maßnahme der doppelten Linksabbiegespur in die Wilhelmstraße mit der Optimierung der Ampelschaltung wird auch die im Nahverkehrsplan enthaltene Busspur in der König-Karl-Straße umgesetzt.
2. Die beiden Maßnahmen können aus verkehrsplanerischen Gründen zeitlich versetzt realisiert werden, wobei die Busspur spätestens bis zur Inbetriebnahme der Expressbuslinie (Dezember 2018) umgesetzt sein muss.
3. In der Wilhelmstraße erwarten wir im zweispurig geführten Abschnitt beidseitig eine sichere Führung des Radverkehrs und eine Überquerungshilfe für Fußgänger auf Höhe der Tuchmachergasse.
4. Wegen der baldigen Umsetzung der Maßnahmen erwarten wir eine Behandlung des Antrags in der UTA-Sitzung am 27.2.2018.

Björn Peterhoff, Clarissa Seitz, Andreas Winter (Grüne), Marita Gröger, Suze Kletzin, Martin Körner (SPD), Christoph Ozasek, Hannes Rockenbauch, Thomas Adler (SÖS-LINKE_PluS)

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