Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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19.10.2017

Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm und Klärschlammasche

Haushalt 2018/2019 Antrag Nr. 68

Phosphor ist essentiell für alles Leben. Ohne die Düngung mit diesem Nährstoff gäbe es keine ausreichende landwirtschaftliche Produktion. Doch die mineralischen Ressourcen an Phosphor sind begrenzt. Es zeichnen sich heute schon Engpässe bei der Versorgung mit Rohphosphaten ab, in naher Zukunft können Preissteigerungen die Folge sein.
Die Phosphorversorgung für Baden-Württemberg kann deshalb langfristig nur ökologisch und wirtschaftlich verträglich sichergestellt werden, wenn Phosphorimporte zumindest teilweise durch rückgewonnenen Phosphor ersetzt werden können.
Vor allem Abwasser und Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen enthalten relevante Mengen an Phosphor, die ein großes Potential für eine Rückgewinnung bieten. Das Klärwerk Stuttgart hat bei der Rückgewinnung von Phosphor aus dem Klärwasser eine Vorreiterrolle eingenommen. Große Anteile des Phosphors befinden sich heute im Klärschlamm.
Das Land Baden-Württemberg hat wiederholt einen Förderaufruf „Phosphor“ – Förderung von Versuchsanlagen und großtechnischen Pilotanlagen zur Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm und Klärschlammasche gestartet und unterstützt in diesem Feld tätige Anlagenbetreiber bei der wissenschaftlichen Begleitung der Entwicklung von Anlagen zur Phosphor-Rückgewinnung (P-Rück-Versuchsanlage) aus Klärschlamm sowie Klärschlammasche und großtechnische Verfahren zur Phosphor-Rückgewinnung.
Leider hat sich die Stadt noch nicht an diesem Projekt beteiligt. Seit 2014 gibt es zwei marktreife Verfahren, wie die Studie des Instituts für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart aus 2014 belegt. Wir wünschen uns, dass die Stadt Stuttgart auch beim Projekt der Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm bzw. Klärschlammasche eine Vorreiterrolle übernimmt. Vielleicht bietet sich dazu das Klärwerk Möhringen mit dem höheren Phosphoranteil an?

Wir beantragen daher:

1. Die Stadt bewirbt sich zur Erstellung einer Pilotstudie beim nächsten Programm des Landes Baden-Württemberg „Phosphor“ – Förderung von Versuchsanlagen und großtechnischen Pilotanlagen zur Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm und Klärschlammasche.


2. Die SES klärt, ob diese Pilotstudie aus den Abwassergebühren finanziert werden kann.
Sofern diese Studie nicht aus Abwasserbeiträgen finanzierbar ist, stellt die SES die anfallenden Kosten für eine Pilotstudie für die erste Lesung der Haushaltsberatungen 2018/2019 zusammen

Anna Deparnay-Grunenberg, Andreas Winter

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