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19.10.2017

Jobcenter – den Medizinisch-Psychologischen Dienst (MDP) stärken!

Haushalt 2018/2019 Antrag Nr. 34

I Assistenz zum Ausbau des Medizinisch Psychologischen Dienstes (MPD)

Die Begutachtung und die Beratung von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und die Beratung von Persönlichen Ansprechpartner*innen durch den Medizinisch-Psychologischen Dienst ist in den letzten Jahren zentraler Bestandteil des Vermittlungs- und Integrationsprozesses geworden. Prozessbegleitend werden persönliche Ansprechpartner über gesundheitliche und kognitive Einschränkungen und Potenziale informiert. Das sozialmedizinische Leistungsbild wird erstellt – weitere Empfehlungen, z.B. zur beruflichen Rehabilitation oder Erwerbsminderungsrente, werden gegeben. Konsequenzen für Fördermaßnahmen und Vermittlung werden durch die Begutachtung im Medizinisch-Psychologischen Dienst dargestellt.

Zentrale Schaltstelle für die Prozessabläufe ist die Assistenz. Der Assistenz obliegen die gesamten administrativen Aufgaben, u. a. die Datenbankpflege, die Terminvergabe, das Veranlassen von Laboruntersuchungen, das Prüfen und die Zahlbarmachung von Laborkosten und Liquidationen, der gesamte Schriftverkehr (mit dem Kunden, den Ärzten, der Agentur für Arbeit, der Rentenversicherung) sowie die telefonische Beratung der persönlichen Ansprechpartner zu den Abläufen in der Zusammenarbeit mit dem Medizinisch-Psychologischen Dienst. Die ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung wird derzeit provisorisch durch Praktikanten aufrechterhalten, was jedoch wegen der fehlenden Fachlichkeit kein Dauerzustand bleiben kann.

Wir beantragen daher

eine 0,5 Stelle für die Assistenz des MDP in EG 6 0,5 Stelle


II Psychologe/Psychologin zum Ausbau des Medizinisch-Psychologischen Dienstes

Zu den Aufgaben der Psychologen gehört die Eignungsdiagnostik, gehören diesbezügliche Gespräche mit Dritten (Maßnahmenträgern, Sozial-Psychiatrischen Diensten, Trägern der beruflichen Rehabilitation, usw.), psychologische Beratungsgespräche mit den Kunden, prozessbegleitende Beratungsgespräche mit den persönlichen Ansprechpartnern, sowie die Teilnahme an allen Aktivitäten zur Qualitätssicherung im Medizinisch-Psychologischen Dienst. Die Zahl der Zuweisungen hat sich von 2015 auf 2016 verdoppelt. Darunter waren kaum Flüchtlinge, so dass von einem weiteren Anstieg der Fallzahlen auszugehen ist. Es bestehen Wartezeiten von ca. drei Monaten für den ersten Termin und bis zu weiteren zwei Monaten für die anschließenden Termine, was sich integrationsverzögernd auswirkt. Die aus der Fachstelle U-25 dringend geforderten „Stand-by-Termine“ können nicht angeboten werden.

Wir beantragen daher

eine Psychologen-Stelle in EG 13 zum Ausbau des Medizinisch-
Psychologischen Dienstes 1 Stelle

Zur Finanzierung dieser Stellen:
Durch die Schaffung der beantragten 56,82 Stellen in der Leistungsgewährung kommt es zu einer Überdeckung von rund 240.000 Euro (s. Antrag „Jobcenter „Personalausstattung nach dem Vorgehensmodell“). Die Erstattung für die operativen Stellen beinhaltet über die Gemeinkostenpauschale immer eine anteilige Finanzierung von nicht-operativen Stellen.
Mit diesen 240.000 Euro lassen sich die nicht-operativen Stellen in der Personalsachbearbeitung und beim Medizinisch-Psychologischen Dienst kostendeckend finanzieren.

Anna Deparnay-Grunenberg, Andreas G. Winter

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