Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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18.10.2017

Car2Go: Ausbau statt Rückbau

Antrag

Die Ankündigung von Car2Go, die Flotte in Stuttgart stärker auf das Kerngebiet zu konzentrieren und das Geschäftsgebiet auf ca. zwei Drittel des bisherigen Gebiets zu verkleinern, ist ein Schritt in die falsche Richtung.
Gerade angesichts der Debatte über Fahrverbote und geeignete Maßnahmen der Luftreinhaltung setzen wir auch auf das Teilen von Fahrzeugen und insbesondere auch auf die Nutzung von elektrischen Fahrzeugen. Car2Go übernimmt hier eine anerkennenswerte Pionierrolle und wurde von uns in der Vergangenheit auch unterstützt.
Dass jetzt zu Beginn der neuen Feinstaubsaison die Gebietsverkleinerung verkündet wurde, halten wir für einen falschen Schritt. Gerade als flexible Ergänzung des ÖPNV-Angebots in der Stadt sollen auch die eher schlecht an den Nahverkehr angebundenen Gebiete abgedeckt werden können. Ein Free Floating Angebot, welches sich lediglich auf die gut an den Nahverkehr angebundenen Bereiche im Stadtzentrum beschränkt, verliert die wichtige Ergänzungsfunktion. Es steht außer Frage, dass sich das jetzige Car2Go-Angebot nicht aufrechterhalten lässt, wenn es nicht wirtschaftlich ist. Dennoch finden wir, dass es in Stuttgart ein stadtweites Angebot braucht.

Vor diesem Hintergrund beantragen wir:

1. Car2Go wird gebeten, in einer der kommenden Sitzungen des Ausschusses für Umwelt und Technik zu berichten, welche Gründe jetzt dazu geführt haben, dass das Geschäftsgebiet ab November von 153 auf 101 Quadratkilometer reduziert wird?
2. Dabei soll auch dargestellt werden:
a) Wie hat sich die Nutzung der Car2Go-Fahrzeuge seit deren Einführung entwickelt?
b) Wie hat sich die Flotte entwickelt und welche Fahrzeugtypen gibt es heute?
c) Stuttgart bietet durch eine sehr gute Ladeinfrastruktur und der Möglichkeit des kostenlosen Parkens beste Bedingungen für einen wirtschaftlichen Erfolg des Geschäftsmodells. Wie müsste sich die Tarifstruktur ändern, damit auch die Randgebiete in Stuttgart weiterhin bedient werden können?
d) Weswegen wird der Abstellproblematik in den Außengebieten wie Hedelfingen oder Uhlbach nicht durch tarifliche Regelungen entgegengewirkt? Weswegen werden die künftigen Stadtgebiete ohne Angebot nicht zu Gebieten mit Extragebieten umdeklariert?
e) Wäre nicht statt der Gebietsverkleinerung eine Senkung der Rückholkosten der Fahrzeuge möglich? Könnte man in den Außenbezirken bspw. die Vorgabe machen, dass das Fahrzeug nur in wenigen ausgewiesenen Mobilitätsknoten, wie z.B. an Stadtbahnhaltestellen, abgestellt werden darf?

Björn Peterhoff, Andreas G. Winter

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