Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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19.10.2017

Gedächtnis der Stadt wahren – Quartierszentren entwickeln

Haushalt 2018/2019 Antrag Nr. 15

Anlässlich des Bieterverfahrens zum ehemaligen Offizierskasino in Bad Cannstatt haben wir darauf gedrungen, dass über die Zukunft von stadtbildprägenden Gebäuden besonders behutsam entschieden werden soll. Eine besondere Bedeutung haben solche Objekte beispielsweise durch ihre besondere Lage, ihrem besonderen Wert, durch Denkmalschutz, durch ihre besondere kulturelle Bedeutung, wenn es Teil einer Sachgesamtheit oder stadtbildprägend ist.
Derartige Gebäude – die das Gedächtnis der Stadt bilden – gilt es besonders zu pflegen und zu erhalten. Dies gilt umso mehr, wenn sie gleichzeitig eine besondere Bedeutung für ihr Quartier haben – wie es der Fall ist beim Alten Feuerwehrhaus in Heslach und dem Alten Rathaus in Heumaden.


I Altes Feuerwehrhaus Heslach

Das Alte Feuerwehrhaus Heslach wurde in den frühen 1980er Jahren als Doppelinstitution „AWO-Begegnungsstätte“ und städtisches „Gemeinwesenzentrum“ eingerichtet. Nach über 35 Jahren ist das Haus nun mit undichten Fenstern, energetisch überholter und überforderter Heizanlage, unansehnlichen Sanitärbereichen, veralteter Bühnentechnik, altmodischer Einrichtung, abweisendem Eingangsbereich – der Bezirksvorsteher moniert, dass die Bürger sich nicht willkommen sähen – usw. ziemlich in die Jahre gekommen und in einem ungepflegten Zustand.
Barrierefreiheit ist nur teilweise gegeben, viel Ärger rief im letzten Jahr im Bezirk ein Defekt des Aufzugs hervor: Im Frühsommer eingetreten, war er auch Ende Oktober noch nicht behoben: An den Angeboten im ersten Stock konnten in dieser Zeit mobilitätseingeschränkte Personen nicht teilnehmen.
Die Zuständigkeit für das Haus ist nicht klar geregelt. Es wird, da in städtischem Besitz, baulich vom Liegenschaftsamt verantwortet. Das Gemeinwesen-Zentrum steht unter der Verwaltung des Haupt- und Personalamts, in dessen Auftrag wiederum eine halbe Stelle im Büro der AWO die Raumvergabe organisiert. Die AWO selbst belegt zu den ihr zugewiesenen Räumen in der Begegnungsstätte auch Räume im Gemeinwesen-Zentrum. Der Bezirksbeirat Süd hält klarere Zuständigkeiten für wünschenswert und erachtet eine Entflechtung für sinnvoll.
Der große Saal ist gut ausgelastet – jedoch zu selten von Vereinen aus dem Süden und zu selten öffentlich. Die Vergabe und Organisation von Veranstaltungen im Saal ist umständlich, im Verlauf der Veranstaltungen steht kein wirklicher Ansprechpartner zur Verfügung – ein Hausmeister findet sich im Alten Feuerwehrhaus nicht, die Hausmeisterwohnung ist entmietet.
Das stadtbildprägende Gebäude am Schreiberplatz birgt deutlich mehr Potential. Das sieht auch der Bezirksbeirat Süd so, der interfraktionell und einstimmig die Sanierung des Alten Feuerwehrhauses auf einen der ersten drei gleichrangigen Vorschläge seiner Prioritätenliste für den Doppelhaushalt 2018/2019 gestimmt hat. Im Rahmen einer Sanierung und Neukonzeptionierung des Hauses können auch Synergien genutzt werden, die sich aus der Nachbarschaft des Hauses zum Generationenhaus Süd ergeben.

Wir beantragen daher:

1. Die Verwaltung legt bis zur zweiten Lesung des Haushalts 2018/2019 eine Abschätzung über die erforderlichen Sanierungsmittel vor.

2. In den Haushalt werden Sanierungsmittel eingestellt in Höhe von 800.000 EUR

3. Die Trägerschaft des Alten Feuerwehrhauses wird mit dem Generationenhaus Heslach der Gebrüder-Schmid-Stiftung zusammengelegt, um Synergien in der Verwaltung, der hausmeisterlichen Betreuung, der Quartiersarbeit, des Miteinanders im Bezirk …) zu heben.


II Altes Rathaus Heumaden

Das 1683 erbaute, denkmalgeschützte Fachwerkgebäude steht im historischen Ortskern Heumadens und prägt das Bild des ehemaligen Dorfzentrums wesentlich mit. Es wird seit 1998 von den örtlichen Vereinen als Bürgerhaus genutzt.
Im Jahr 2020 feiert Heumaden mit vielen Veranstaltungen sein 900-jähriges Bestehen. Hierbei soll das Alte Rathaus eine wichtige Rolle spielen. Der Fortbestand des Hauses ist jedoch wegen der schlechten Bausubstanz akut in Frage gestellt. Bereits mehrfach hat der Bezirksbeirat eine umfassende Sanierung gefordert. Die Instandsetzungskosten wurden mit 760.000 Euro beziffert.

Wir beantragen:

4. Das Bauunterhaltungsbudget für das Alte Rathaus Heumaden wird
in der benötigten Höhe für das Jahr 2018 bereitgestellt: 760.000 EUR

Anna Deparnay-Grunenberg, Andreas G. Winter

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