Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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19.10.2017

Umsetzung von Projekten zur Urbanisierung des öffentlichen Raums

Haushalt 2018/2019 Antrag Nr. 12

Der stetig wachsenden Zahl von Fahrzeugen in unserer Stadt haben wir nicht nur den Feinstaubalarm und die Diskussion über Fahrverbote zu verdanken. Auch die Auseinandersetzungen um die Nutzung des Öffentlichen Raums gewinnen angesichts voller Straßen und vollgestellter Straßenräume eine neue Qualität. Der zugestellten Stadt wird immer öfter die Vision urbaner Qualitäten in der Stadt entgegengestellt. Der Shared Space in der Tübinger Straße zeigt, was baulich initiiert werden kann. Initiativen von den Stadtlücken oder dem Urbanen Musikproberaum machen Lust auf urbane öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität.

Das Reallabor hat mit seinen Installationen an verschiedenen Orten in der Stadt gezeigt, wie öffentliche Räume aufleben können.
Diese Entwicklung wollen wir weitertreiben. Die GRÜNE Bezirksbeiratsfraktion im Stuttgarter Westen hat erreicht, dass die Errichtung von Parklets in den Innenstadtbezirken ab sofort nach festgesetzten Kriterien erlaubt ist, um weitere Erfahrungen mit dieser neuartigen Belebung des öffentlichen Raums zu machen.

Die wesentlichen Kriterien für diese befristete Sondernutzung sind u.a.: die Vorstellung eines Konzepts im Bezirksbeirat, der Beitrag bürgerschaftlichen Engagements für den Bezirk (z.B. urbanes Gärtnern, Freilichtbühne, Unterstützung von Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen von Sanierungsgebieten, Experimentierfläche….), keine Privatnutzung; eine baurechtliche und verkehrsrechtliche Genehmigung; und die Übernahme von Patenschaften bzw. Verantwortung für das Parklet.

Seit 2016 die ersten Parklets entstanden sind wurden die vielen Möglichkeiten sichtbar, wie dadurch der öffentliche Raum erweitert und belebt werden kann. Doch nicht nur Sandkästen, Sitzgelegenheiten oder Plattformen für Kunst und Kultur, auch Bäume tragen zur Aufwertung des Stadtbildes bei, sind Treffpunkte und Orte der Entspannung. Straßenbäume verschönern nicht nur das Straßenbild, sie tragen zur Verbesserung des Stadtklimas und der Luftqualität bei, spenden Schatten und schaffen grüne Oasen für alle.

In München ist zum Beispiel eine Wanderbaumallee mit Bäumen in mobilen Containern seit 1992 unterwegs und begrünt Straßenzug nach Straßenzug. Mit ca. 15 heimischen Bäumen in mobilen Containern verwandelt sich triste Straßen für einige Wochen in grüne Alleen. Die Werbung für eine dauerhafte Begrünung Münchens hat nachhaltigen Erfolg. Die Wanderbäume schmückten im Wechsel bereits mehr als 60 Straßen und viele Bäume wurden im

Anschluss dauerhaft gepflanzt. So zeigt das Beispiel der Münchner Wandelbaumallee, welchen positiven Aspekt Bäume auf Straßenräume und Plätze haben können und wie dadurch die Akzeptanz für Stadtbäume erhöht werden kann.

Wir beantragen:

1. Für die genehmigungsrechtliche Umsetzung von Projekten zur Urbanisierung des öffentlichen Raums wird eine Stelle A11 im Team Straßenrecht des Amts für öffentliche Ordnung eingerichtet. 1 Stelle

2. Mehr Grün in der Stadt – Bürgerschaftliches Engagement fördern: „Wanderbäume“ und andere Pflanzen verschönern das Straßenbild, tragen zur Verbesserung des Stadtklimas und der Luftqualität bei, spenden Schatten und schaffen grüne Oasen für alle.
Für die Begrünung von Parklets wird ein Etat eingerichtet, aus dem heraus Initiativen auf Antrag Mittel für die Bepflanzung erhalten können. Dafür werden in den Haushalt eingestellt: 20.000 EUR p.a.

Anna Deparnay-Grunenberg, Andreas G. Winter

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