Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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19.10.2017

Nachhaltige Produktions- und Konsummuster auf Interimsflächen fördern

Haushalt 2018/2019 Antrag Nr. 03

Zahlreiche Start-ups machen sich auf den Weg, unsere Produktions- und Konsummuster in Richtung einer sozial und ökologisch anspruchsvollen, nachhaltigen Wirtschaftsweise zu transformieren. So nähen zum Beispiel regionale Designerinnen mit Stoffen, die als Mangelware deklariert wurden und ansonsten weggeworfen worden wären. Diese „slow fashion“ schafft regionale und kreative Arbeitsplätze und schont auch die Ressourcen.

Auch ein junges Team von Caterern hat sich entschieden, aus Lebensmitteln, die aussortiert werden, wunderbare und gesunde Mahlzeiten zu kreieren – „slow food“. Ferner forschen Start-ups an neuen „Plastik“-Sorten, die sich in Wasser wiederauflösen, an Lampen für Afrika, die mit Schwerkraft und ohne Strom Licht spenden, oder entwickeln Roboter, die Plastik aus den Meeren wieder einfängt.

Auch die Bewegung der „verpackungsfreien Supermärkte“, die direkte Vermarktung vom Hof oder vom Imker bis zum Jäger, das Programmieren neuer Apps für umweltfreundliche Mobilität oder das Organisieren von Green Festivals und das verantwortungsvolle Filmemachen (z.B. Greenfilm Initiative) haben alle gemeinsam, dass sie mit ihrem Wirken ihren Fußabdruck reduzieren wollen und sinnvolle und kreative Tätigkeiten hervorbringen. Dazu schenken solche Läden und Orte den Stadtvierteln und Straßen eine ganz eigene Identität (siehe Fluxus) und locken womöglich interessante Menschen nach Stuttgart.

Wir fragen die Verwaltung,

ob bei der Vergabe von städtischen Ladenflächen und Interimsflächen solche Nachhaltigkeits-Kriterien berücksichtigt werden und ob Start-ups und Firmen in diesem Bereich genug Raum zur Entfaltung finden. Ferner möchten wir wissen, ob sich eine Differenz zwischen der heutigen Vergabepraxis mit einer „nachhaltigkeitsorientierten“ Vergabepraxis im Mietpreisniveau ergeben würde und wieviel diese voraussichtlich betragen würde.

Anna Deparnay-Grunenberg, Andreas G. Winter

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