Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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13.10.2017

Brücken bauen in die Ausbildung zur Gesundheits- und KrankenpflegerIn

Antrag

Die Gewinnung von Pflegepersonal stellt Krankenhäuser und Pflegeheime vor große Herausforderungen. Alleine im Klinikum Stuttgart müssen jährlich aufgrund von Fluktuation ca.300 Stellen im Pflegebereich neu besetzt werden. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Deshalb ist es besonders wichtig, junge Menschen für die Pflegeberufe zu begeistern und ihnen Brücken in die Ausbildung und ggf. Begleitung während dieser Phase zu bieten.
Bei den nach Berufsbildungsgesetz BBiG anerkannten Ausbildungsberufen ist die 6- bis 12-monatige von der Bundesagentur geförderte Einstiegsqualifizierung dafür eine gute Möglichkeit. Junge Menschen erhalten die Gelegenheit, berufliche Handlungsfähigkeit zu erlangen bzw. zu vertiefen und parallel dazu einen berufsorientierten Sprachkurs zu absolvieren. Der Ausbildungsbetrieb hat die Möglichkeit, den jungen Menschen nicht nur in einem kurzen Bewerbungsgespräch kennenzulernen, sondern seine Fähigkeiten und Fertigkeiten über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten im täglichen Arbeitsprozess beobachten zu können.
Die Arbeitgeber, die eine betriebliche Einstiegsqualifizierung durchführen, können durch Zuschüsse zur monatlichen Vergütung zuzüglich eines pauschalierten Anteils am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrags von der Arbeitsagentur gefördert werden.
Da es sich bei der Ausbildung zur/zum Gesundheits- und Krankenpfleger/in nicht um einen anerkannten Ausbildungsberuf im Sinne des Berufsbildungsgesetzes BBiG handelt, wollen wir klären, welche Maßnahmen von den verschiedenen Akteuren ergriffen werden könnten, damit auch hier Brücken in die Ausbildung geschaffen werden können.
Alle aktuell laufenden Unterstützungsmaßnahmen als Brücke in die Ausbildung werden vom Klinikum Stuttgart bisher selbst finanziert. Dabei kann der Bedarf bei weitem nicht gedeckt werden.

Wir fragen und beantragen daher:

1. Welche Unterstützungsmaßnahmen werden vom Klinikum Stuttgart als Brücke in die Ausbildung und als Hilfestellung während der Ausbildung bereits angeboten und wie werden sie finanziert? Welcher Bedarf für solche Kurse und Begleitung der Interessent-Innen und Auszubildenden wird gesehen?

2. Welche Möglichkeiten werden vom Klinikum Stuttgart, der Arbeitsagentur, dem Jobcenter, der Stadt gesehen, damit Brücken in die Ausbildung im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege gefördert werden können?

3. Stehen Mittel aus dem Topf des Sozialministeriums für innovative Projekte in der Pflege zur Verfügung?

4. Unter welchen Bedingungen kann die vom Land BW geförderte assistierte Ausbildung in Anspruch genommen werden?

5. Wie könnte die Finanzierung für die Anleiterstellen analog zu den von der Stadt finanzierten „Hilfen zur Arbeit“ aussehen?

6. Das Thema „Brücken in die Ausbildung Gesundheit- und Krankenpflege“ wird auf die Tagesordnung des Krankenhausausschusses gesetzt.

Silvia Fischer, Andreas G. Winter

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