Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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27.06.2017

Machbarkeitsstudien für Radschnellwege beantragen und Anbindung an künftige Radschnellwege in der Region herstellen

Antrag

Das Fahrrad ist neben Bus und Bahn das Verkehrsmittel, das im Alltag beim Pendlerverkehr das größte Potenzial hat, um Autofahrten überflüssig zu machen. Strecken bis 20 km kann man heute gut mit E-Rädern (Pedelecs) zurücklegen. Das entlastet zu Stoßzeiten auch den Öffentlichen Nahverkehr und schafft Platz für Menschen aus dem Umland, die vom Auto auf Stadtbahnen umsteigen.
Es hängt aber stark von der Radinfrastruktur ab, ob Bürgerinnen und Bürger sich entscheiden, aufs Fahrrad umzusteigen. Vom Autoverkehr getrennte und durchgängige Radwege haben das Potenzial, auf Pendlerstrecken eine große Menge von Menschen aufs Fahrrad zu bringen. Das sieht man in den Niederlanden. Nun unterscheidet sich bekanntermaßen die Topografie in Stuttgart erheblich von der in den Niederlanden. Doch auch in Stuttgart hat das Radfahren dank des Pedelecs bereits enorm zugenommen.
Einige Kommunen und Landkreise rund um Stuttgart planen derzeit Radschnellwege und haben für Machbarkeitsstudien dazu Förderung durch das Land beantragt. Nun sind die Anforderungen an einen Radschnellweg zu Recht hoch (eine Breite von vier Metern, keine oder kaum Kreuzungen, Beleuchtung etc.), dadurch aber in dicht besiedelten Städten mit gewachsener Siedlungsstruktur schwer umsetzbar. Dies wurde auch auf Landesebene erkannt und daher zugesagt, in dicht besiedelten Gebieten von Städten diese Vorgaben entsprechend großzügiger auszulegen.
Unter diesen Bedingungen muss die Stadt Stuttgart nicht nur beim Anschluss eingehender Radschnellwege an das bestehende Radwegenetz aktiv werden, sondern auch wichtige mögliche Strecken für Radschnellwege identifizieren und die Erstellung von Machbarkeitsstudien für diese beantragen. Beim jetzt geplanten Radschnellweg aus Böblingen übernimmt das Land einen Großteil der Kosten. Diese Möglichkeit sollte auch Stuttgart nutzen.
Von den Sachzwängen bei der Weiterführung der geplanten Radschnellwege in die Innenstädte sind auch die umliegenden Kommunen betroffen. Es handelt sich hier um langwierige politische Prozesse, mit Investitions- und Platzbedarf. Doch ist dies dringend erforderlich, wenn der Radverkehr in Stadt und Region nachhaltig gefördert werden soll. Hierfür sollten auch aufwändigere, radfahrergerechte bauliche Lösungen in Betracht gezogen werden und Förderungen von Land und Bund genutzt werden. Denn wer Rad(schnell-)wege baut, wird mehr Radverkehr ernten.
Der Luftreinhalteplan Stuttgart sieht in der verstärkten Förderung des Radverkehrs einen wichtigen Baustein, um die Luftqualität im Stadtgebiet zu verbessern. Gerade die Anbindung der großen Gewerbegebiete im Stadtgebiet als auch im Umland ist hier von besonderer Bedeutung.

Wir beantragen daher:

1. Die Verwaltung stellt dar, welche Radschnellwege mit Anbindung an Stuttgart bereits in der Planung sind und wie diese als Schnellverbindungen in die Innenstadt geführt, wenigstens aber an das Stuttgarter Radnetz angebunden werden können.
2. Sie zeigt darüber hinaus auf, welche weiteren Radschnellwege in die Region nötig sind, welche Anbindungen dafür in der Stadt geschaffen werden müssen und nimmt Gespräche über Radschnellverbindungen mit den Kommunen im Umland auf.
3. Die Stadt beantragt beim Land Fördermittel für Machbarkeitsstudien zu Radschnellwegen auf Stuttgarter Gemarkung.

Christine Lehmann, Petra Rühle, Andreas G. Winter

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