Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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20.06.2017

Die ganze City zur Flaniermeile machen!

Gemeinsame Initiative der Grünen-Gemeinderatsfraktion und der SPD-Gemeinderatsfraktion

Die Grünen im Stuttgarter Rathaus und die SPD-Gemeinderatsfraktion möchten im Bereich des künftigen Cityrings einen modernen urbanen Lebensraum anlegen, in dem nur noch Anlieger, Lieferverkehre und die Zufahrten zu den Parkhäusern möglich sind. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, so die beiden Fraktionen, dass in Fußgänger- und Fahrradzonen der Publikumsverkehr zunimmt, Gastronomie entsteht und der Einzelhandel davon enorm profitiert. In Stuttgart beweisen das die vorhanden Fußgänger- und Radfahrzonen wie die Königstraße, der Shared Space beim Gerber, aber auch die Tübinger Straße.

Andreas G. Winter: „Die ganze Stuttgarter Innenstadt zu einem modernen urbanen Lebensraum machen!“

In der Zeit des Wiederaufbaus der Stadt in den 50er-Jahren und den Jahrzehnten danach hat sich Stadtentwicklung stark an der autogerechten Stadt orientiert. Was eine Erfolgsgeschichte war, holt uns heute als Belastung für die Luft, mit hohen Emissionen der Luftverschmutzung und des Lärms und mit einem irrsinnigen Platzverbrauch im engen Kessel der Stuttgarter City ein. Die Zulassungszahlen der Pkws stiegen kontinuierlich an. In Baden-Württemberg gab es im Jahr 1960 1,1 Mio. Autos. 2001 wurde die 7 Mio.-Marke erreicht. Allein die Landeshauptstadt Stuttgart zählt Ende 2014 348.103 zugelassene Fahrzeuge. An diese Zuwachsraten hatten selbst die autoverliebtesten Stadtplaner bei der Planung der „Theo“ oder der Konrad-Adenauer-Straße nicht gedacht.

Gleichzeitig wuchs das Bewusstsein der Menschen in der Stadt und auf dem Land, dass das so nicht weitergehen kann und darf.

In der Bürgerschaft von Stuttgart bildeten sich Initiativen wie “Aufbruch“, die ein Umdenken fordern. „Während es früher einfach hingenommen wurde, dass der Mensch in Unterführungen abtaucht, damit oben der Verkehr rollt, müssen wir in umgekehrter Richtung denken. Denn das Leitbild der autogerechten Stadt ist überwunden“, sagt Andreas G. Winter, Fraktionsvorsitzender der Grünen Gemeinderatsfraktion.

Die Gemeinderatsfraktion der Grünen und die SPD-Fraktion im Stuttgarter Rathaus möchten die gesamte Stuttgarter Innenstadt zu einem modernen urbanen Lebensraum machen und – wie bereits im Antrag Flanier- und Begegnungszone City der Fraktion der GRÜNEN im November 2016 angeregt – mit weniger Verkehr mehr Aufenthaltsqualität innerhalb des Cityrings schaffen.

Martin Körner: „Der Einzelhandel profitiert von der Flaniermeile!“

Nach Ansicht der beiden Fraktionen ist die Vorfahrt für Fußgänger und Radfahrer innerhalb des Cityrings nicht nur eine städtebauliche Chance für Stuttgart. Der Einzelhandel, so betont Martin Körner, Vorsitzender der SPD-Fraktion, werde von der Flaniermeile Innenstadt gestärkt. Das Einkaufen in der Innenstadt ist im Vergleich zum Einkaufen im Internet attraktiv, wenn der Aufenthalt im öffentlichen Raum attraktiv ist.

„Der innerstädtische Einzelhandelt profitiert von der Flaniermeile. Das zeigen auch die bereits umgesetzten Verschönerungsmaßnahmen rund um die Lautenschlagerstraße, die Kronprinzstraße oder auch das neue Dorotheenquartier“, so Martin Körner, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Beide Fraktionen weisen auf die bereits vorhanden Fußgänger- und Radfahrzonen wie die Königstraße, das neugestaltete Hospitalviertel, den Bereich im Europaviertel zwischen Stadtbibliothek und Milaneo, den Shared Space beim Gerber, aber auch auf den Erfolg der Tübinger Straße hin, wo der Durchgangsverkehr deutlich reduziert wurde. „Das sind Plätze und Straßen, wo wir uns gern aufhalten und wo wir dann auch lieber Einkaufen als im Internet“, so die Vorsitzenden von Grünen und SPD unisono.

Für die Grünen und die Sozialdemokraten ist klar, dass das ganze Konzept nur mit einem komplett digitalisierten Parkleitsystem funktionieren könne. Einfahrt in das Gebiet innerhalb des Cityrings sollen nur noch Anwohner, der Lieferverkehr und die Autofahrer haben, die einen freien Platz in einem Parkhaus ansteuern. Daher sei die schnelle Digitalisierung aller Parkhäuser erforderlich, die Umsetzung soll ab Herbst 2017 beginnen. Parksuchverkehr oder das „Cruisen“ wird damit obsolet. Die Innenstadt bleibt mit den vielen Parkhäusern an ihren Rändern attraktiv auch für die Gäste aus der Region.

Anna Deparnay-Grunenberg: „Intelligente Lösungen für nachhaltige Mobilität fördern!“

Neben den bereits bestehenden öffentlichen Verkehrsmitteln wird die geplante P-Buslinie, die im 5-Minuten-Takt, die Innenstadt umkreisen soll, die City künftig bestens öffentlich erschließen. Diese Pilotlinie für Stuttgart kann ein echtes Pionierprojekt für Mobilität werden.

„Gerade in der Automobilstadt Stuttgart ist es unsere Aufgabe, intelligente Lösungen für nachhaltige Mobilität zu fordern und zu fördern. Nachhaltige Mobilität dient dem Menschen und lässt Raum für mehr attraktive Ecken und noch mehr Lust auf unserer schöne Stadt”, so die Fraktionsvorsitzende Anna Deparnay-Grunenberg.

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