Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
Download
31.03.2017

Fahrgastfreundlicher 80-m-Bahnsteig am Wilhelmsplatz Bad Cannstatt

Gemeinsamer Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, SÖS-LINKE-PluS

Im Zuge des Nahverkehrsplans wurde der Ausbau der U1 auf 80-m-Züge beschlossen, die Umsetzung soll 2020 erfolgen. Um das Entfluchtungskonzept für den Wasen zu verbessern, soll die Haltestelle Wilhelmsplatz bereits in diesem Jahr auf 80m-Bahnsteige ausgebaut werden. Dementsprechend sollen diesen Sommer auch die Rampen am Wilhelmsplatz umgebaut werden. Die Planungen sehen vor, beim Bahnsteig stadteinwärts die behindertengerechte Rampe in Richtung Eisenbahnstraße abzubauen und stattdessen den Bahnsteig auf einer Höhe weiter zuführen und mit einem Treppenabgang zu versehen. Die Situation der Fußgänger verschlechtert sich dadurch massiv, da der barrierefreie Übergang zur Eisenbahnstraße entfällt. Menschen im Rollstuhl, mit Gehhilfe oder mit Kinderwagen sind gezwungen, lange Umwege in Kauf zu nehmen. Zudem verschärft sich dort auf dem Bahnsteig Richtung stadteinwärts die Situation an den bereits bestehenden Engstellen, wie den Abgängen auf dem Bahnsteig, dem Fußgängerüberweg zur Haltestelle Badstraße und dem schmalen Bahnsteig dazwischen, denn der auf Barrierefreiheit angewiesene Fußverkehr, Kinderwägen und Rollstuhlfahrer können jetzt nur noch über den Fußgängerüberweg Badstraße den Bahnsteig verlassen. Kommen dann noch die zusätzlichen Fahrgäste aus den 80-m-Zügen hinzu, werden sich die Verhältnisse noch weiter zuspitzen. Bereits heute steigen bereits 40 Prozent der Fahrgäste um. Die Ausweitung des Angebots durch neue Linien wie der U19 (Neugereut-Neckarpark) und U16 (Fellbach-Feuerbach) braucht ein neues Zugangskonzept zum Bahnsteig, dass sich nicht in der Wegnahme eines barrierefreien Zugangs erschöpfen darf!
Alternativ zur bisherigen Planung möchten wir einen fahrgastfreundlichen Umbau des Bahnsteigs stadteinwärts untersucht haben, der auf folgenden Prämissen beruht (siehe Anhang):

• Um die Fußgängerströme auf dem Bahnsteig besser zu verteilen, wird als weiterer Bahnsteigabgang eine Rampe und Treppe sowie ein Fußgängerüberweg über die König-Karl-Straße zur König-Karl-Passage/Badstraße eingerichtet. Hierdurch entsteht eine zweite attraktive Wegeverbindung zwischen U13/U16 und U2/U19. Der zweite Abgang stellt auch eine weitere attraktive Verbindung zur Marktstraße her und erhöht die Besucherfrequenz im König-Karl-Center.
• Die Verbesserung der Zugänglichkeit zum 80-m-Bahnsteig erfordert die Wegnahme einer Fahrspur für den Kfz-Verkehr. Auf der Restfahrbahn mit ca. 4,50 m Breite kann dann auch die Hauptradroute 1 geführt werden. Die Spurreduktion (welche lediglich auf der Höhe der Haltestelle erfolgt) ist verkraftbar, da der Abbiege-Verkehr in die Badstraße künftig abnimmt und der Verkehr Richtung König-Karl-Brücke abfließen kann.
• Eine Reduktion der auf den Wilhelmsplatz zulaufenden Kfz-Mengen im Besonderen aus der Wilhelmstraße und Waiblinger Straße ist notwendig und aus städtebaulichen und lufthygienischen Gründen unumgänglich.

Insgesamt entsteht dann eine höhere Attraktivität für den Fußgängerverkehr und die Atmosphäre des Wilhelmsplatzes wird durch die geringere Trennwirkung der Fahrspuren aufgewertet. Die Geschwindigkeit würde durch die Einspurigkeit im Haltestellenbereich ebenfalls abnehmen, wodurch auch das Unfallrisiko an der stark durch Fußgänger frequentierten Strecke sinken würde. Im Sinne der Ziele der Zukunftswerkstatt Bad Cannstatt kann mit den vorgeschlagenen Maßnahmen ein erster Schritt für die Aufwertung des Wilhelmsplatzes getan werden.

Wir beantragen daher:

1. Der im Sommer geplante Umbau der Haltestelle Wilhelmsplatz wird am Bahnsteig stadteinwärts zurückgestellt. Die Entfluchtung des Wasens kann mit dem Ausbau des Bahnsteigs stadtauswärts gewährleistet werden.
2. Die Umbaupläne werden vor der Umsetzung im Ausschuss für Umwelt und Technik vorgestellt.
3. Ergänzend zu den bisherigen Plänen wird die oben genannte Alternativplanung ausgearbeitet und vorgestellt.
4. Im Ausschuss für Umwelt und Technik wird dann über das weitere Vorgehen entschieden.

Björn Peterhoff, Andrea Münch, Andreas G. Winter (GRÜNE), Marita Gröger, Martin Körner, Susanne Kletzin (SPD), Christoph Ozasek, Hannes Rockenbauch, Laura Halding-Hoppenheit (SÖS-LINKE-PluS)

Rückblick youtube facebook