Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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14.03.2017

Grundstücksflächen besser ausnutzen durch Baurechtsänderung

Mehr Wohnraum schaffen auf Bestandsflächen VI
Antrag

Eine Stadt zwischen Wald und Reben, deren „Kapital“ sich zusammensetzt aus der sie umgebenden Natur, den schnell erreichbaren Naherholungsgebieten, den Freiflächen und den immer noch vorhandenen Feldern, muss vorsichtig mit den Flächen umgehen, die bebaut werden sollen. Dem nach wie vor deutlich zu hohen Flächenfraß von immer noch rund 94 Fußballfeldern pro Tag in Deutschland, immerhin auch rund 8 Fußballplätze jeden Tag in Baden-Württemberg, wollen wir Einhalt gebieten und in Stuttgart stattdessen auf bereits erschlossenen, innerörtlichen Gebieten mehr Wohnungsbau zulassen.
Im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung wird bereits an einem Konzept gearbeitet, mit dem klare Kriterien festgelegt werden, auf deren Grundlage qualitative Nachverdichtungen mit hoher Lebensqualität in den Quartieren, mit guter Infrastruktur sowie Respekt gegenüber den ökologischen Erfordernissen möglich sind.
Auf den größeren Entwicklungsflächen (Neckarpark, Olga-, Schoch-Areal usw.) und den Flächen von Wohnbauunternehmen, die weiteres Potential bergen, wie z. B. die von der städtischen Wohnungsgesellschaft SWSG geplanten zusätzlichen Sozialwohnungen auf eigenen Flächen in der Keltersiedlung, sind diese Nachverdichtungen mit breiten öffentlichen Grünschneisen bereits im Gange.
Wir sehen Potenzial auf großen Grundstücken, die durch das bestehende Baurecht (alte Bebauungspläne) mit einer Grundflächenzahl zum Teil von unter 0,2 nicht zeitgemäß sind. Bauwillige können dadurch nicht zur gewünschten Innenentwicklung beitragen.
Teilweise sind Gebiete in Sillenbuch, Uhlbach, im Dachswald, Im Geiger, auf der Rohrer Höhe usw. sehr locker bebaut, die Grundstücksflächen könnten besser ausgenutzt werden. Um eine moderate Erweiterung bestehender Gebäude und Flächen und somit zusätzlichen Wohnraum durch private Bauherren in locker bebauten Quartieren zu ermöglichen,

beantragen wir:

1. Es werden rund zehn Stadtteile mit Nachverdichtungspotential identifiziert. Dabei werden exemplarisch Rahmenkonzepte und städtebauliche Verfahren mit Beteiligung der Bewohner*innen und Eigentümer*innen erarbeitet, um ein dichteres Bauen in diesen Quartieren zu ermöglichen, ohne ihren Charakter grundlegend zu ändern. Fragen der Erschließung, der Klimaauswirkung und des Baum- und Artenschutzes werden angemessen berücksichtigt.

2. Im Ausschuss für Umwelt und Technik wird dargestellt:
a) die zu Punkt 1 erarbeitete Gebietsauswahl;
b) wie solche Gebiete in anderen Städten überplant worden sind;
c) wie viele Wohneinheiten durch Veränderungen des Baurechts mittelfristig zu erwarten wären;
d) wie sich die Umsetzung von Antragspunkt 1) auf nötige Planstellen auswirken würde.

Anna Deparnay-Grunenberg, Silivia Fischer, Beate Schiener (GRÜNE)

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