Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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16.02.2017

Geschosswohnungsbau aus Holz – Nachhaltiges Bauen in Stuttgart

Antrag

Die Landesbauordnung Baden-Württemberg (LBO) lässt seit 1. März 2015 zu, dass Decken sowie tragende, aussteifende oder raumabschließende Wände und Stützen, die als hoch-feuerhemmende Bauteile (d.h. mit der Feuerwiderstandsfähigkeit F 60) oder als feuerbe-ständige Bauteile (F 90) ausgeführt werden müssen, aus brennbaren Baustoffen (z.B. Holz) ohne (nichtbrennbare) Brandschutzbekleidung bestehen dürfen, soweit die erforderliche Feuerwiderstandsdauer von 60 bzw. 90 Minuten tatsächlich erreicht wird. Dadurch wird auch bei Gebäuden über 7 Meter Höhe der Massivholzbau durchgängig ermöglicht, wodurch der Einsatzbereich von Holz als Baustoff deutlich erweitert wird.
In Örebro, einer schwedischen Stadt 200 km östlich von Stockholm, soll bis 2019 ein kom-pletter Stadtteil neu gebaut werden – mit mehrgeschossigen Wohnbauten aus Holz. In Finn-land hat sich Helsinki auf den Weg zur Green City gemacht und plant in diesem Zusammen-hang auch eine Wood City mit zum Teil spektakulärer Architektur. In der Schweiz und in Ös-terreich haben moderne Wohngebäude in Holz schon lange Fuß gefasst. Es gibt wirklich schöne und vielfältige Beispiele für zeitgemäßen Wohnungsbau aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz.
Auch in Deutschland sind schon hohe Wohngebäude in Holzbauweise erstellt worden und hier löst sich das Rätsel der Titelzeile: Im Kurort Bad Aibling wurde 2011 ein achtgeschossi-ges Wohnhaus aus Holz errichtet; in Berlin am Prenzlauer Berg in der Esmarchstraße ein siebengeschossiges Wohngebäude in der beeindruckend kurzen Bauzeit von Juni 2007 bis zum Einzug im März 2008. Dieses Gebäude war zeitweise das höchste Holzwohngebäude der Welt.
Warum Holzbauten? Sie machen gute Dämmwerte möglich und erzeugen ein sehr gesundes Raumklima. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der CO2 bindet und somit zum Kli-maschutz beiträgt. Heimische Hölzer tragen dazu noch zur lokalen bzw. regionalen Wert-schöpfung bei und fördern die nachhaltige Forstwirtschaft.

Wir beantragen daher:

1. Beim Projekt NeckarPark Holzbauten pilothaft zu verankern und bei den Ausschreibun-gen der Grundstücksvergabe den Einsatz von Holzbauten aufzunehmen.
2. Weitere geeignete Quartiere/Gebiete in Stuttgart zu ermitteln, in denen sich bei städti-schen Grundstücksvergaben Holzbau umsetzen lässt.

Gabriele Munk, Anna Deparnay-Grunenberg

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