Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Flanier- und Begegnungszone City

Wo Menschen zu Fuß unterwegs sind, wo direkte Begegnungen von Mensch zu Mensch stattfinden, lebt die Stadt auf. Wird der öffentliche Raum ansprechend gestaltet, gewinnt die Stadt einen Mehrwert an Lebensqualität für ihre Bürgerinnen und Bürger.
Etliche Städte wie Bordeaux, Kopenhagen, Manhattan oder Melbourne haben ganze Innenstädte zu anregenden, Austausch und Kommunikation ermöglichenden öffentlichen Räumen entwickelt, von denen Anwohner, Einzelhandel, Gastronomie und Gewerbe gleichermaßen profitieren. Intelligente Verkehrskonzepte und nachhaltige Stadtentwicklung schufen die Grundlagen.
Auch die Stuttgarter Innenstadt hat in den zurückliegenden Jahren eine Aufwertung erfahren. Durch neue Beläge auf der König- und Marienstaße, der Begegnungszone in der Tübinger Straße, den beiden Fahrradstraßen bis hin zur Neugestaltung der Lautenschlager- und der Kronprinzstraße sind attraktive öffentliche Räume entstanden, die zum Aufenthalt einladen.
Diese Maßnahmen, den öffentlichen Raum attraktiver zu gestalten, werden zu oft durch eigentlich unnötigen Verkehr konterkariert: Parksuchverkehr oder das „Cruisen“ wollen wir in der City überflüssig machen. Natürlich gibt es hier durch die innerhalb des Cityrings gelegenen Tiefgaragen auch Verkehr, der auf absehbare Zeit fortbestehen wird. Aber schon eine Beschränkung auf das tatsächlich unvermeidliche Maß könnte einen nicht zu unterschätzenden Gewinn an Lebensqualität für die Anwohner und an Aufenthaltsqualität für Passanten und Flaneure bringen, der jede Anstrengung wert ist.
Deswegen schlagen wir zur Verkehrsberuhigung und attraktiveren Gestaltung des öffentlichen Raums in der City vor, die Bolzstraße auf Höhe der Lautenschlagerstraße abzuschranken. Die Schranke gilt gleichzeitig als Zufahrt zu den City-Parkhäusern, die über die Bolz-, die Stauffenberg- und die Stephanstraße angefahren werden. Weiter wollen wir die Nutzung des Ehrenhofs im Neuen Schloss – Teil eines der schönsten Plätze Europas – als Parkplatz beenden. In das Gebiet innerhalb des Cityrings sollen nur noch Anwohner, Lieferverkehr und Verkehr zu den Parkhäusern Zugang haben. Zudem soll das Angebot eines Shuttle-Busses auf dem Cityring geprüft werden, der alle wichtigen Orte in einem attraktiven Takt ansteuert.

Rückblick youtube facebook